Ramadan in Israel

In Israel leben fast 1 Mio. Muslime. Glaubens- und Gewissensfreiheit und die freie Religionsausübung sind in Israels Unabhängigkeitserklärung verankert. Nach israelischem Arbeitsrecht können muslimische Arbeitnehmer während des Ramadan ihren Arbeitsplatz ab 14 Uhr verlassen und an den drei Tagen des Idr al-Fitr Urlaub nehmen. Die israelische Armee hat Richtlinien, die auf muslimische Traditionen Rücksicht nehmen. Die Stadtverwaltung in Jerusalem trifft jedes Jahr Vorbereitungen, um dem Besucherandrang in der Al-Aqsa Moschee gerecht zu werden.

Am 10. August 2010 beginnt der muslimische heilige Monat Ramadan.[1] In der Nacht der Bestimmung (Lailat al-Qadr) wird an die Offenbarung der ersten Sure des Koran an Muhammad erinnert. Der Ramadan ist ein Fastenmonat. Das Fest des Fastenbrechens (Id al-Fitr) wird an den ersten drei Tagen des folgenden Monats Schawwal gefeiert und beendet die Fastenzeit.[2]

Weltweit feiern mehr als 1 Milliarde Muslime den Ramadan.[3] In Israel leben fast 1 Million Muslime – etwa 15 Prozent der israelischen Gesamtbevölkerung.[4] Während des Ramadan fasten Muslime vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel garantiert die religiöse Freiheit für alle seine Bürger: „Er [der Staat Israel] wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten und die Heiligen Stätten aller Religionen unter seinen Schutz nehmen”.[5]

Das israelische Gesetz garantiert, dass muslimische Arbeitnehmer an den drei Tagen des Id al-Fitr Urlaub nehmen können [6]. Obwohl der Islam den Ramadan nicht als Ruhezeit betrachtet, haben muslimische Arbeitnehmer in Israel die Wahl, ihren Arbeitsplatz schon ab 14.00 Uhr zu verlassen.[7],[8]

Nach den Vorschriften der israelischen Armee müssen Feier- und Ruhetage von ethnischen Minderheiten respektiert werden. Deshalb gibt es entsprechende Maßnahmen, um während des Ramadanfestes auf Muslime, die in der israelischen Armee dienen, Rücksicht zu nehmen.[9] Die Richtlinien der IDF setzen fest, dass „Fastentage für jeden Soldaten für festgelegte religiöse Fastentage erlaubt sind, u.z. laut seinen eigenen Wünschen. Der fastende Soldat wird von jeglicher Funktion während der Stunden der Fastenzeit freigestellt und erhält am Ende der Fastenzeit ein warmes Mahl.”[10]

Außerdem wies Verteidigungsminister Ehud Barak alle Soldaten an, dass sie versuchen sollten, während des Ramadans nicht in Anwesenheit von Palästinensern zu essen, zu trinken oder zu rauchen.[11]

In Erinnerung an Gottes Offenbarung des Koran an Mohammed lesen Muslime während des Ramadan jede Nacht einen Abschnitt des Korans.[12] Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen lunaren Kalenders.[13] Ferner sind gesunde muslimische Erwachsene dazu verpflichtet, während der Tageslichtstunden zu fasten und danach zu streben, durch Selbstbetrachtung eine engere Verbindung zu Allah herzustellen.[14] Das Fasten ist die vierte der fünf Säulen des Islam.[15]

Während viele Muslime den Fastenmonat zur Pilgerfahrt nach Mekka nutzen – die fünfte Säule des Islam[16] – ist es Brauch in Israel, diese Zeit zu nutzen, um nach Jerusalem zu fahren und in der Al-Aqsa Moschee zu beten. Die Moschee ist die drittwichtigste Moschee des Islam und die zweitälteste Moschee der Welt.[17]

Die hebräischen Webseiten des israelischen Bildungsministeriums bieten umfangreiche Informationen zu Ramadan und zum Islam. Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat in der Vergangenheit Dekorationen für den Ramadan in der Stadt finanziert und sichergestellt, dass die Straßen und Plätze um die muslimischen heiligen Stätten herum sauber gehalten werden. Außerdem hat sie dabei geholfen, Schafe für die muslimischen Einwohner zu besorgen, um das Fastenbrechen Id al-Fitr zu feiern.[18]

In diesem Jahr endet der Ramadan am 9. September mit der Wiedererscheinung der Mondsichel.[19]

Glossar:

  • Saum (Fasten) bezieht sich auf die Zeit zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang während des Ramadan. In dieser Zeit nehmen Muslime keine Nahrung und Getränke zu sich. Rauchen, Geschlechtsverkehr und weitere Tätigkeiten, die sie von der Selbstbetrachtung ablenken könnten, sind untersagt.
  • Iftar ist das Mahl, mit dem das Fasten am Ende des Tages gebrochen wird. Während des Mahls ist die Möglichkeit gegeben, sich zu versammeln und einen bestimmten Abschnitt aus dem Koran zu lesen.
  • Id al-Fitr ist ein fröhliches Fest am Ende des Ramadan.[20]

(Vollständiger Text mit Quellenangaben The Israel Project, 5. August 2010)

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