Fünftklässler lernen Arabisch

Neues Programm in Nordisrael macht die arabische Sprache und Kultur zum Pflichtfach an staatlichen Schulen; 50 neue Arabisch-Lehrer werden eingestellt. „Das Programm erstrebt die Sprache zu einer kulturellen Brücke zu machen, Toleranz zu lehren“, heisst es aus dem Bildungsministerium.

Tausende jüdische Kinder werden in diesem Schuljahr mit Arabisch-Pflichtkursen beginnen. Angeführt wird das neue Programm von Schulen aus Haifa und Schulbezirken im Norden des Landes, wo die grösste arabische Bevölkerung in Israel ansässig ist.

Die Arabisch-Kurse sollen ab der 5. Klasse an unterrichtet werden, wobei momentan den Schülern  Arabisch-Kurse ab der 7. Klasse angeboten werden. Mehr als 200 Schulen sind diesem Programm beigetreten, davon 42 religiös ausgerichtete Schulen.

„Arabisch ist eine offizielle Sprache in diesem Land und so sollte es sein“, sagt Dr. Shlomo Alon, Kommissär für Arabische Studien im Bildungsministerium.

Orna Simchon, Vertreterin der Abteilung zuständig für den Nordbezirk im Ministerium, glaubt, dass dieses Programm bald von Schulen landesweit angenommen wird. „Jeder arabische Schüler lernt Hebräisch, also gibt es keinen Grund, warum es nicht auch umgekehrt so sein sollte“, sagt sie. Der Verwaltungsbezirk hat das Programm mit dem Namen „Ya Salam“ zusammen mit dem Abraham Fund entwickelt. Es sieht zwei wöchentliche Arabisch-Stunden vor – Schriftarabisch und gesprochenes Arabisch – und in einer Reihe von Unterrichtseinheiten sollen die Schüler mit der arabischen Kultur vertraut und mit arabischen Schülern aus der Region bekannt gemacht werden.

„Ziel ist es, die Sprache zu einer kulturellen Brücke zu machen – ein Instrument der Kommunikation. Es ist äusserst wichtig, dass jedes Kind die Sprache und die Kultur kennenlernt und somit kommunizieren, sich unterhalten und tolerant sein kann in diesem Land“.

Gegenwärtig gibt es 1.000 Arabisch-Lehrer, die meisten von ihnen sind jüdische Israeli. Aber in diesem Schuljahr werden 50 Arabisch-Lehrer damit beginnen, neben der arabischen Schriftsprache, auch gesprochenes Arabisch sowie arabische Literatur zu unterrichten.

Die neue Richtlinie wurde von einer wachsenden Zahl von Schülern entfacht, die Arabisch als Wahlfach in der Mittel- und Oberstufe gewählt haben. Im Jahr 2000 waren es 1.506 und 2009 2.187 Schüler. Hunderte andere Schüler wählten das Fach „Die arabische Welt und der Islam“.

Schüler können momentan zwischen einer beträchtlichen Anzahl von Fremdsprachen auswählen. Neben Englisch als Pflichtfach müssen sie Arabisch, Französisch, Russisch oder Amharisch als dritte Fremdsprache von der  7. – 10. Klasse lernen. Rund 60% der Schüler in diesen Klassen wählen Arabisch.

Quelle: Yael Branovsky, ynet, Foto: George Ginsburg, 24.08.2010

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