Frühwarnsystem soll Bahnreisen noch sicherer machen

Ein neues Frühwarnsystem für Eisenbahnen soll sowohl die Vorhersage von Naturkatastrophen erleichtern als auch helfen, Terroranschläge zu verhindern.

Zusammen mit einem europäischen Konsortium arbeitet der israelische Professor Lev V. Eppelbaum an der Erfassung von High-Tech Erkennungsdaten von Satelliten, Flugzeugen, unbemannten Flugzeugen und Magnet- und Bodensensoren zur Entwicklung einer Lösung für ein zuverlässiges Frühwarnsystem für Bahnbetriebe. Das neue System soll die Sicherheit und Zuverlässigkeit des notwendigen Verkehrsnetzwerks sicherstellen.

Tausende Menschen weltweit sind bei Zugunfällen infolge von Naturkatastrophen ums Leben gekommen. 2004 brachte ein Tsunami in Südost-Asien einen Zug in Sri Lanka zum Entgleisen, dabei wurden 1.700 Menschen getötet. Jedoch könnten solche Tragödien durch moderne Fortschritte vermieden werden. Prof. Lev V. Eppelbaum vom Institut für Geophysik und Planetenforschung der Tel Aviv University in Zusammenarbeit mit einem Team sieben Ländern sind wegweisend auf diesem Gebiet.

Ein System zur Erkennung von Katastrophen

Es ist alles Teil des europäischen Forschungsprojekts RP7 „Integriertes System für Verkehrsinfrastrukturen, Überwachung und Kontrolle durch elektromagnetische Erfassung“ mit Teilnehmern aus Israel, Italien, Frankreich, Schweden, Norwegen, der Schweiz und Rumänien. Das internationale Forscherteam erstrebt eine Verknüpfung neuer Technologien, so dass Zug-Unfälle durch Lawinen, Erdbeben und sogar Terroranschläge vermieden werden können.

„Dolinen, Lawinen, Erdrutsche, Erdbeben, Überschwemmungen – diese Naturkatastrophen können weltweit zu Zugunfällen führen“, sagt Eppelbaum. „Wir hoffen, eine Plattform entwickeln zu können, die auf jeden Bahn-, Personen,- oder Frachtverkehr angepasst werden kann, um eine bessere Vorhersage von Naturkatastrophen und möglichen Terroranschlägen auf Eisenbahnlinien zu ermöglichen.“ Er bemerkte, dass sein Teil dieser Forschungsstudie im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll.

„Wir erstellen ein neues Interpretations-System, welches uns ermöglicht, innovative Technologien aus ganz Europa zu integrieren“, erzählt er und fügte hinzu, dass die derzeitige grösste Herausforderung die Beseitigung von Hintergrund „Geräuschen“ aus den gesammelten Daten sei.

Klimatische Besonderheiten und Parameter wie Bodenart und physische Geographie können sich von Region zu Region unterscheiden, was die Herausforderung der Studie sogar vergrössert. Eppelbaums jüngste Forschungsergebnisse wurden in der  Zeitschrift für Geomorphologie, dem Journal of Arid Environments und der  Proceedings of the Conference SAGEEP (USA) veröffentlicht.

Mehr Amerikaner werden Zugfahren

Das internationale Forscherteam hofft,  die Gefahr terroristischer Anschläge auf Züge untersuchen zu können. Während alle anderen gesammelten Daten veröffentlicht werden, bleibt dieser Teil der Untersuchung top secret.

Eppelbaum nimmt an, dass die Methode des Forscherteams vom internationalen Schienennetz angenommen wird. Da die Preise für Kraftsstoff für Autos und Flugzeuge steigen und umweltfreundliches Bahnfahren stark gefördert wird,  prognostizieren Experten, dass Amerikaner für den Arbeitsweg und den Intercity-Verkehr auf die Bahnbenutzung umsteigen. Im Jahr 2008 benutzen etwa 30 Millionen Passagiere Amtrak-Züge und die Zahlen steigen stetig.

Derzeit gibt es kein Überwachungssystem für Naturkatastrophen oder Terroranschläge für den Eisenbahnverkehr weder in Amerika noch sonstwo, so dass diese Studie auf ihn zugeschnitten sei, sagt Eppelbaum.

Seine Herausforderung ist die Zusammenführung verschiedener geophysikalischer Messungen und Formate für Sensoren. Seine Arbeit umfasst die Sammlung von sehr unterschiedlichen Arten von Daten und deren Umwandlung in praktische Informationen. „Es ist komplizierte Mathematik und Physik“, folgert der Professor.

Quelle: Israel21c, 26.08.2010, Foto: Yossi Zamir

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