Auf dem Israel Trail

von BaselJerusalem.info

Ehepaar Obrist (46) wandert zu Fuss von Basel nach Jerusalem

Juni 26, 2011

„Wo übernachtet ihr? Wie schwer ist der Rucksack? Wie viel Geld habt ihr dabei? Wie viele Kilometer wandert ihr pro Tag? Wo und was esst ihr?“ Diese und viele weitere Fragen wurden uns von aufgeweckten Schülern beim Aufstieg auf den Berg Tabor gestellt. Wenn wir im Herbst wieder in die Schweiz zurückkehren, sind wir gerne bereit, in Schulen, Gemeinden und anderen Einrichtungen von unseren Erlebnissen zu erzählen. Auch wir haben schon durch Erfahrungsberichte anderer profitiert. Als wir in Israel zum ersten Mal Wildschweinen begegneten, pochte unser Herz doch etwas schneller. Wir erinnerten uns an das Buch von Judy Pex. Zusammen mit ihrem Mann legte sie den 940 km langen „Schwil“ von Elat im Süden bis zur libanesischen Grenze im Norden zurück und hielt dabei ihre Eindrücke schriftlich fest. Später wurde ihr Reisetagebuch von Ingeborg Beyeler-Blum übersetzt (deutscher Titel: „Der Israel Trail“) und veröffentlicht. Dort erwähnt Judy u.a., dass Wildschweine durchaus auch Menschen angreifen. Nachdem die borstigen Tiere allerdings am gleichen Tag an mindestens fünf unterschiedlichen Orten vor uns Reißaus genommen hatten, schlugen wir abends in der freien Natur unbesorgt unser Zelt auf. Nachts um halb zwei Uhr jedoch hörten wir dann, wie ein Wildschwein auf unser Zelt zugerannt kam und schnaubend daneben stehen blieb. Hanspeter blinkte mit der Taschenlampe und schon entfernte sich das Tier. Kurz darauf wollte auch ein zweites wissen, wer es wagte, unter dem Sternenhimmel zu schlafen.

Ein paar Tage zuvor begegneten wir nach unserem Besuch in Banias (siehe Video) zwei jungen Frauen, die auch mit dem „Israel Trail“ beginnen wollten. „Dürfen wir mit euch wandern?“ fragten sie im Kibbuz Dan. „Wir könnten hier auf dem Sportplatz übernachten und erst morgen losziehen“, war ihre Idee. „Wir würden gerne die Kühle des Abends noch nutzen, und gleich jetzt losgehen“, antworteten wir. So kam es, dass wir abends nach sechs Uhr gemeinsam mit Yaara und Reut starteten. Am folgenden Tag mussten wir eine kleine Routenänderung vornehmen, da Reut das Wasser ausging. Wir können nun verstehen, weshalb am Rande eines Naturparks hier stets die Warnung zu lesen ist, man solle pro Person mindestens drei oder fünf Liter Wasser mitnehmen. Von anderen Wanderern hörten wir, sie hätten im Süden bis zu acht Liter Wasser mitgeschleppt.

Die Naturwege im Norden sind ab und zu etwas dornig, aber traumhaft schön (siehe Video). Manchmal kamen wir kaum vorwärts, weil es am Wegesrand immer wieder etwas Interessantes zu bestaunen gab. Genau auf dem Streckenabschnitt, auf dem sich der „Israel Trail“ und der „Jesus Trail“ überschneiden, konnten wir uns vor dem Aufstieg auf den Berg Arbel an einem Regenbogen kaum sattsehen (siehe Video). Ein anderes Mal schauten wir zu, wie ein eingerollter Tausendfüßler am Morgen erwachte und langsam seine vielen Füßchen in Bewegung setzte. Einmalig! Wir sind froh, dass wir uns nur um zwei Füße kümmern müssen. Auf dem ersten Streckenabschnitt erkundigten wir uns bei einigen Wanderern, mit welchen Schuhen sie die Strecke von Elat bis in den Norden zurücklegten. Gute Wanderschuhe bewähren sich anscheinend. Auf dem Streckenabschnitt, der hinter uns liegt, war es meist ein Vorteil, dass unsere Schuhe wasserdicht sind. Doch bei den warmen Temperaturen in Israel schwitzen wir darin mehr als uns lieb ist. Anstatt uns auf das Experiment von Sandalen oder neuen Schuhen einzulassen, haben wir uns entschieden, lieber jede Stunde unsere Socken zu wechseln. Bis jetzt kamen wir damit ganz gut zurecht. Letzte Woche durften sich unsere Füße jedoch etwas ausruhen, da wir im Gästehaus Beit Yedidia in Haifa eine „Touristenpause“ einlegten. Mit dem Auto besuchten wir im Norden noch einige Orte, die von der Bibel her interessant sind und auch ein Ehepaar, das Gottes Bewahrung auf ganz besondere Art erleben durfte (siehe Video). Das Nazareth Village finden wir sehr faszinierend, da dort live gezeigt wird, wie man zur Zeit von Jesus lebte und arbeitete (siehe Video).

Spannend war für uns auch, als wir auf den Tag genau zehn Monate nach unserem Start in Basel in der Nähe von Nazareth auf Kana blickten. Dort tat Jesus während eines Hochzeitsfestes sein erstes Wunder und verwandelte Wasser in Wein. Wir erinnerten uns an die zahlreichen Wunder, die wir vor und während unserer Reise bisher erlebt hatten. Vor der Reise liehen uns Marianne und Werner genau zur richtigen Zeit ihr Auto, Christine, Katja und Rahel halfen einen ganzen Tag lang beim Putzen und Einpacken, und Fredi, Walter und Marianne sowie andere transportierten Möbel. Die Liste der Namen der vielen anderen Helfer würde ein paar Seiten füllen. Einen Tisch schenkten wir dem Ländliheim in Basel. Im Austausch dafür durften wir die letzte Nacht vor Reisebeginn bei ihnen schlafen. Annemarie kann sich für „Tauschgeschäfte“ dieser Art begeistern. Ein Mittagessen für einen Putzeinsatz, einen Haarschnitt für die Kinderbetreuung oder eine Vorlesestunde für einen Blumenstrauß. Eine Schwester im Ländliheim hat uns nach unserer Übernachtung ausrichten lassen, sie würde das erste Buch kaufen, falls wir eines schreiben. Auch wenn wir ab und zu ermutigt wurden, ein Buch zu schreiben, schoben wir den Gedanken vor uns her. Selbst ein Verlag nahm drei Anläufe, doch wir wollten zuerst unsere Reise beenden und erst dann entscheiden, ob wir uns auf ein „Buchprojekt“ einlassen sollen oder nicht. Während des Aufstiegs auf den höchsten Berg, den wir in Israel erklimmen mussten, kam uns jedoch eine Idee, wie wir uns dieses Projekt vorstellen könnten. Das Besondere war, dass wir zu jenem Zeitpunkt von einer Wolke eingehüllt waren. Im Norden hiess es, wir könnten während dieser Jahreszeit nicht mehr mit Wolken rechnen, doch Gott hat uns auf dem Meron genau während des Aufstiegs mit einer Wolke beschenkt. Sein Timing ist einzigartig!

Das erlebten wir auch mit einer Einladung, die uns vor einigen Monaten zum 20-jährigen Bestehen der Karmel-Gemeinde in Haifa zugeschickt wurde. Wir konnten es selber kaum glauben, als wir den höchsten Punkt auf dem Karmel genau am Nachmittag vor dem großen Fest erreichten. Interessant ist, dass wir beim Fest auf dem Karmel (siehe Video) direkt hinter einer Schweizerin saßen, deren Herzenswunsch es war, mit jemandem in ihrer Muttersprache über den Glauben sprechen zu können. Für Gott ist nichts unmöglich.

Am Montagmorgen werden wir auf dem Karmel wieder starten und die letzte Strecke in Angriff nehmen. Die folgenden Verse aus dem Psalm 92, die während der Festveranstaltung auf dem Karmel vorgelesen wurden, möchten wir Euch nicht vorenthalten: Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster. HERR, wie sind deine Werke so groß!

Hanspeter und Annemarie

P.S. Wer Freude hätte an einer Karte aus Jerusalem, darf uns ohne Kommentar gerne die Adresse mailen.Obrist@BaselJerusalem.info

Weitere Links:

Homepage: www.BaselJerusalem.info

Fotos: http://baseljerusalem.wordpress.com/category/fotos/

Videos: http://www.youtube.com/user/BaselJerusalem?feature=mhum#g/u

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