Das erste Facebook-Buch kommt aus Israel

Der israelische Autor Alex Epstein hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um für sein neues Buch „Für meinen nächsten Zauber brauche ich Flügel“ zu werben: Er veröffentlichte das gesamte Buch in 88 Teilen bei Facebook.

Ziel dieser neuen Form der Veröffentlichung sollte in erster Linie sein herauszufinden, wie sich Literatur durch soziale Medien formen lässt. Zwar sind digitale Bücher mittlerweile nichts Neues mehr, doch ahmen E-Books bisher den althergebrachten Lesegenuss nach und stellen etwa digitale Bücherregale, Lesezeichen und ähnliches zur Verfügung.

Epstein hingegen wollte einen Schritt weitergehen und die Entwicklung von Literatur in den sozialen Medien testen. Er wollte beobachten, was passieren würde, wenn der Leser selbst sofort Feedback geben kann und sieht, was seinen Freunden gefällt, welche Inhalte seine Freunde teilen und er sich durch Kommentare mit ihnen und dem Autor austauschen kann.

Dafür wählte der Autor absichtlich eine technisch sehr einfache Form der Verbreitung und veröffentlichte sein Buch in der Form eines Fotoalbums. Dadurch ist das Buch sowohl am Computer als auch auf dem Smartphone gut lesbar.

Durch die Möglichkeit, ein Buch auf der Plattform zu lesen, auf der die meisten Menschen sowieso einen großen Teil ihrer Zeit verbringen, wurde Epsteins Buch „viral“ – und das, obwohl seine Bücher bisher keinen Massenabsatz gefunden hatten.

Diese Einbindung von Literatur in das alltägliche Leben – also die Veröffentlichung der einzelnen Teile im gleichen Feed wie die Statusupdates, Fotoalben und Nachrichten der Facebook-Freunde – habe gezeigt, dass Menschen durchaus Interesse an Literatur haben und man ihnen nur die geeignete Möglichkeit geben müsse, diese zu entdecken, so Epstein.

Alex Epstein wurde 1971 in Leningrad (St. Petersburg) geboren und kam im Alter von acht Jahren nach Israel. Er hat vier Kurzgeschichten-Bände und drei Romane geschrieben. 2003 erhielt er den Literatur-Preis des Ministerpräsidenten. Die Kurzgeschichten-Bände „Blue has no south“ und „Lunar savings time“ sind auch auf Englisch erschienen.  

(Electric Literature, 15.02.12)

Zu einem Auszug aus dem Facebook-Buch auf Englisch geht es hier: www.facebook.com/photo.php?fbid=10150609367788011&set=a.10150607010303011.404919.90126328010&type=3&l=60835bb6f1&permPage=1

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