Erstes Architekturmuseum in Israel

Israel hat weltweit am meisten Museen pro Kopf. Am 16. März wird eine Lücke im Angebot gefüllt. Der bekannte Regisseur Amos Gitai eröffnet nun in Haifa das erste israelische Architekturmuseum – ein in der israelischen Museumslandschaft bisher nicht vertretenes Thema. Gitai hat dazu das Studio seines Vaters Munio Gitai Weinraub, der zu den wichtigsten Architekten des modernen Haifa und Tel Aviv gehört, renoviert. Die Eröffnung findet deshalb auch am Geburtstag des verstorbenen Vaters, am 16. März statt.  

Neben einer ständigen Ausstellung über Weinraubs Projekte, wird sich die Eröffnungsausstellung auf den öffentlichen Wohnungsbau seit 1940 fokussieren. „Das Museum ist ein Huldigung für die Generation der Architekten wie mein Vater und seine Freunde von Bauhaus, aber es will gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass Architektur auch soziale Fragen in Betracht ziehen muss“, so Gitai (61), der selbst einen Abschluss in Architektur des Technions in Haifa und der Universität Berkeley besitzt.    

„Zurückschauend denke ich, dass Architekten oft zu stark in Anspruch genommen wurden vom Designen von Flughäfen und Museen – auffallende Gebäude – während wir einige talentierte Architekten bräuchten, um bescheidenere Wohnhäuser für mittellosere Leute zu zeichnen. Das Museum soll die Aufmerksamkeit auf solche Fragen lenken.“

 
Amos Gitai im Architekturmusum in Haifa während der Renovierung (Photo: Yoni Markovich)

Die Museumseröffnung soll auch der Premiere für Gitais neusten Film „Lullaby for My Father“ dienen. Dieser Film erzählt die Geschichte Weinraubs, der Student der Bauhaus Architektur und Designs in Deutschland war. Bauhaus wurde 1932 von den Nazis geschlossen, 1933 wurde Weinraub mit drei weiteren jüdischen Studenten verhaftet.  bevor ihn die Nationalsozialisten zu einer gefahrvollen Reise von Polen nach Palästina zwangen. Die vier flohen in die Schweiz und mussten zwischen Palästina und den USA entscheiden. „Ich denke mein Vater entschied sich für Palästina, weil er sehr bewegt war von all den sozialen Experimenten jener Zeit – wie Kibbuzim und sozialer Wohnungsbau“. Diese Flüchtlinge halfen schlussendlich dabei, Tel Aviv und Haifa in Vorzeigemodelle des Bauhausstils zu verwandeln. Viele dieser utilitaristisch modernistischen Strukturen mit tausenden weissen Steinen, die gekennzeichnet sind von grossen Balkonen und kleinen für die mediterrane Hitze idealen Fenstern, werden heute renoviert.

(Quelle: Israelisches Aussenministerium, 28.2.12)

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