Konferenz über die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern

Zwischen 1948 und 1951 wurden ungefähr 850’000 Juden aus arabischen Staaten vertrieben oder sahen sich gezwungen zu gehen. Diese Entwurzelung aus ihren Heimatländern  betraf die grosse Mehrheit der Juden in arabischen Ländern. Die blühenden jüdischen Gemeinden existieren im Nahen Osten und Nordafrika tausend Jahre vor dem Aufkommen des Islams und über 2500 Jahre vor der Gründung der modernen arabischen Nationen. Bis ins 10. Jahrhundert lebten 90% der Juden weltweit in diesen Regionen.

Schon vor dem UN-Teilungsplan von 1947 begann sich die Atmosphäre den Juden gegenüber zu verändern und wurde zunehmend feindlicher. Nach 1947 begannen Besitzkonfiszierungen, Verhaftungen, Pogrome und Massaker. Nach der Staatsgründung verfasste das politische Komitee der Arabischen Liga verschiedene Empfehlungen darunter Entziehung der Staatsbürgerschaft, wodurch die Juden als Angehörige Israelis betrachtet wurden. Enteignungen, Restriktionen  und der Verlust ihres Einkommens gehörten zu dem organisierten Plan der Unterdrückung und Verfolgung, wonach etwa 850’000 Juden diese Ländern verlassen mussten. Tatsächlich gab es eine beidseitig gerichtete Migrationsbewegung mit zwei Flüchtlingsgruppen; Juden und Palästinenser. Die arabischen Länder machten ihre jüdische Bevölkerung zu Flüchtlingen und durch die Entstehung des israelischen Staates gab es palästinensische Flüchtlinge. Das Verhältnis betrug etwa 2:3 mit etwa 600’000 palästinensischen und ca. 850’000 jüdischen Flüchtlingen (bis 1968).

Ein weiterer zentraler Aspekt ist der dabei verlorene Besitz, der einer Studie von 2008 zufolge im Verhältnis 1:2 stand. Die palästinensischen Flüchtlinge verloren total ca. 450 Millionen Dollar und die jüdischen etwa 700 Millionen.

Während die jüdischen Flüchtlinge in Israel integriert und rehabilitiert wurden, hielten die arabischen Staaten und die internationale Gemeinschaft das Flüchtlingsproblem weiter aufrecht (ausser Jordanien, welches den Palästinensern die Staatsbürgerschaft gab).

(www.jewishvirtuallibrary.com)

Diese aus der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus den arabischen Staaten resultierende Ungerechtigkeit besteht bis heute , denn ihre Besitzrechte und die  historische Gerechtigkeit wurden nie gründlich adressiert – auch nicht bei Friedensverhandlungen mit den Palästinensern. Diese jüdischen Flüchtlinge und deren Nachkommen machen heute beinahe die Hälfte der jüdischen Bürger Israels aus.

Die jüdischen Flüchtlinge wurden zwar schon in den 70ern thematisiert, u.a. durch den Knessetabgeordneten Mordechai Ben-Porat. Später wurde JJAC (Justice for Jews from Arab Countries) gegründet, welches der UNO zur Zeit der Annapolis Konferenz Dokumente vorlegte, denen zufolge die jüdischen Flüchtlinge gleichermassen als Flüchtlinge gelten sollten wie die Palästinenser.  Während Camp David II erwähnte Präsident Clinton, dass nach einem Abkommen ein internationaler Fond eingerichtet würde um Flüchtlinge beider Seiten zu kompensieren. Dies wurde später auch in der „House Resolution 185“ des US Repräsentantenhauses beschlossen, derzufolge ein Flüchtlingsproblem nicht ohne das andere adressiert werden soll.

2010 gewann das Thema wieder an Bedeutung durch das „Law for Preservation of the Rights to Compensation of Jewish Refugees from Arab countries and Iran“. Diesem Gesetz zufolge ist der Staat verpflichtet, sich für die Rechte der jüdischen Flüchtlinge einzusetzen.

Am 3. April 2012 eröffnete der stellvertretende Aussenminister Danny Ayalon eine spezielle Konferenz zum Thema, in der er das historische Unrecht und die Perversion der Gerechtigkeit anerkannte, die den jüdischen Flüchtlingen aus den arabischen Ländern widerfahren ist. Er präsentierte auch einen speziellen Bericht „The Jewish Refugees from Arab Countries“. Er machte deutlich, dass Israel darauf bestehen werde, dass palästinensische Flüchtlinge  nach der Gründung eines palästinensischen Staates da absorbiert werden, so wie Israel es mit den jüdischen tat.

Quellen: Newsletter des Ausseministeriums, 3.4.12: und Sonderbericht des Aussenministeriums: http://www.mfa.gov.il/MFA/Peace+Process/Guide+to+the+Peace+Process/Jewish_refugees_from_Arab_and_Muslim_countries-Apr_2012.htm

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