Die Tore Jerusalems

Die Tore Jerusalems, von Wayne Stiles, der sich nie erholt hat von seinen Reisen im Heiligen Land. Zu seinem Blog: www.waynestiles.com

Es gibt heute acht Tore in Jerusalem, aber die Bibel verspricht für die Zukunft zwölf.

Die Mauern und Tore Jerusalems wurden durch die Jahrhunderte hindurch ausgebaut und verkleinert ähnlich dem Atmen eines Lebewesens.

Die Mauern der Altstadt von Jerusalem sind so angelegt, dass wir durch diese Tore eintreten müssen – genau wie es die Menschen vor tausenden Jahren taten.

Tore waren mehr als bloss Durchgänge. Sie dienten als Orte für persönliche Geschäfte, zivile Angelegenheiten (vgl. Ruth 4.1). Tore erhielten ihre Namen oft von entfernten Städten, die in jener Richtung lagen, wie beispielsweise Jaffa, Damaskus und Shechem.

Die heutigen Tore Jerusalem datieren mehrheitlich aus der Zeit, als Suleiman der Prächtige die Mauern um 1537 wieder aufbaute. Wenn man im Gegenuhrzeigersinn um die Mauer geht, sind es folgende Tore:

 

Das Jaffator

Da das Jaffator in Richtung Hebron, wo Abraham begraben ist, zeigt, nennen Araber Bab el-Khalil – „Tor eines Freundes“. Dieses Tor bietet einfachen Zugang zum Museum der Zitadelle und zum Spaziergang auf den Stadtmauern (Rampart’s walk). General Allenby betrat Jerusalem 1917 auf eindrückliche Weise durch das Jaffator.

Das Zionstor

Gleich südlich vom Zionstor liegt der moderne „Berg Zion“. Der arabische Name des Tors Bab Nabi Daud – „Tor des Propheten Davids“ – kommt daher, dass Davids Grab vermutlich auf dem Berg Zion liegt. Es ist eine Fehlbezeichnung in jeglicher Hinsicht, das biblische Zion (sowie auch das Grab Davids) liegen östlich dieser modernen Bezeichnung. Das Tor hat eine pockennarbige Fassade, stumme Narben der heftigen Kämpfe für das jüdische Viertel 1948.

Das Dungtor

Der unübliche Name stammt von einem Tor, das in der Zeit Nehemias in der südlichen Mauer der Stadt lag (Neh. 2.13). Der Targum identifiziert das Dung-Dort als das „Scherbentor“ von Jeremia 19.2. In der Antike lag die Müllhalde der Stadt nahe dem Hinnomtal und das Scherbentor diente als Ausgang, durch den die Bürger ihren Abfall hinausbrachten.

Das Goldene Tor

Das seit über 1000 Jahren zugemauerte Tor wird manchmal verwechselt mit dem „Schönen Tor“ des zweiten Tempels (Apg. 3.10). Der muslimischen Tradition zufolge wird ein Eroberer oder der Messias durch dieses Tor eintreten. Die Bibel sagt voraus, dass die Herrlichkeit des Herrn den Tempel durch das „östliche Tor“ betreten wird (Hes. 43.4), aber wer weiss, ob es sich auf dieses bezieht. Ungeachtet dessen; kein zugemauertes Tor wir den Messias abschrecken.
Das Stephanstor

Christen bezeichneten dieses Tor mit dem Namen Stephanus zu Ehren seines Märtyrertums ausserhalb der Stadt (Apg. 7.58-60). Die Byzantiner definierten den Platz seines Todes jedoch ausserhalb eines nördlichen Tors. Ein anderer Name – das „Löwentor“ rührt von den Steinreliefs zweier Löwen (oder Panthern / Jaguaren), die das Tor flankieren.

Das Herodestor

Dieses Tor, das manchmal auch „Blumentor“ genannt, oder Bab ez-Zahar genannt wird, erhielt den Namen von Herodes im 16. oder 17. Jahrhundert, weil Pilger fälschlicherweise annahmen, ein nahegelegenes Haus der Mameluken wäre der Palast von Herodes Antipas gewesen. In dieser Gegend durchbrachen die Kreuzritter die Mauer, um die Stadt 1099 einzunehmen.

Das Damaskustor

Ein schönes Beispiel ottomanischer Architektur macht es zum schönsten der Tore Jerusalems. Ausgrabungen unterhalb des Tors enthüllten ein dreibogiges von Hadrian gebautes Portal, das die nördliche Ausdehnung der Cardo-Strasse aus dem zweiten Jahrhundert darstellt. Ausserhalb des Tors bietet ein arabischer Markt frische Früchte und Gemüse an. Die Juden nennen es das „Shechem-Tor“ und die Araber beziehen sich darauf als „Tor der Säule“.

Das Neue Tor

Die Antiquität der Stadtmauern wird etwas beeinträchtigt durch das „Neue Tor“, das 1887 als Mittel für den bequemsten nordwestlichen Zugang zur Altstadt geöffnet wurde. Ich logierte vor Jahren für eine Woche im christlichen Viertel und war dankbar für den leichten Zugang zu den Strassen der Stadt durch das Neue Tor.

Die Zukunft der Tore Jerusalems

Die acht Tore Jerusalems bestehen seit Jahrhunderten. Aber der Prophet Hesekiel prophezeite den Tag, an dem es insgesamt 12 Tore Jerusalem sein würden – eines für jeden Stamm Israels (Hes. 48.31-34).

Hesekiel erwähnte auch, dass wenn der Messias in Jerusalem regieren wird, werde die Stadt einen zusätzlichen Namen erhalten „Der Herr ist dort“.

(Quelle: Übersetzung mit der freundlichen Genehmigung von Wayne Styles, zuerst erschienen in Jerusalem Post, 18.6.12: http://www.jpost.com/Travel/AroundIsrael/Article.aspx?id=274293&R=R77 )

Wayne Stiles hat sich nie erholt von seinen Reisen im Heiligen Land. Lesen Sie seinen Blog: www.waynestiles.com)

(Photos: Courtesy of www.BiblePlaces.com, ausser Bild: Dungtor und Graphik unten by Wikimedia Commons)

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