Hundertjahrfeier des Technions

Hundert Jahre nach der Grundsteinlegung für das Technion feiert dieses weltberühmte Wissenschafts- und Technologieinstitut seine Leistungen.

„Israel kann den Überlebenskampf nur gewinnen, wenn es sich Expertenwissen in der Technologie aneignet“, sagte der grosse Wissenschaftler Albert Einstein 1932. Er kam ins jüdische Heimatland, um in seiner Funktion als erster Präsident der Technion-Gesellschaft eine Palme zu pflanzen.

Im folgenden Jahr öffnete das, was heute als Technion – Israel Institute of Technology bekannt ist, seine Tore für 17 Studenten – 16 Männer und eine Frau.

Doch die harte Arbeit von Einstein und manchen anderen bis zur Gründung der ersten modernen Universität forderte jahrelange Planung. Das „Technikum“ war als eine Alternative für die jüdische Jugend in Europa gedacht, der Möglichkeiten für technische Studien in ihren Herkunftsländern verwehrt waren. Der Traum der Gründung und Führung einer Basis für eine jüdische Industrie begann sich am 11. April 1912 bei der Grundsteinlegung zu erfüllen.

Bild: Das ursprüngliche Technion im Bau (frühe 20er Jahre)

Nun ist das Technion, eines der besten Technologieinstitute der Welt, in den letzten Monaten seiner Hundertjahrfeier. Es war ein herausragendes Jahr für das Institut. Prof. Dan Shechtman gewann als drittes Mitglied der Technion-Fakultät einen Nobelpreis und das Technion wurde aus vielen Bewerbern ausgewählt, um in Kooperation mit der Cornell University ein Institut für angewandte Wissenschaft und Engineering in New York zu gründen.

(Bild: Nobelpreisträger Prof. Dan Shechtman auf dem Gelände des Technions)

Den Startschuss für die ganzjährige Feier war ein vom Technion produzierter Kurzfilm, der dessen Ursprünge und wichtigsten Errungenschaften hervorhob, sagte Danny Shapiro, der Öffentlichkeitsverantwortliche der Universität.

Es würde einige abendfüllende Filme brauchen, um den Einfluss des Instituts auf das Leben in Israel und darüber hinaus darzustellen. Die über 93‘000 Absolventen des Technions stellen mindestens 70% der Hightech Führungskräfte Israels dar. Unter diesen jüdischen, christlichen, muslimischen und drusischen Männern und Frauen gibt es jene, die eine Menge „Nova“ in der Welt erfunden haben.

Nur einige davon: Mikroprozessoren der Wireless Technologie, pillenförmige Kameras für Magen/Darm, die weltweit grösste entgegengesetzte Osmose-Entsalzungsanlage, eine nanotech-„Nase“ um Krankheiten auszuscheiden, und das ReWalk „Exoskeleton“, welches an den unteren Gliedmassen gelähmten Leuten erlaubt, wieder zu laufen.

Im letzten Juli wurde Prof. Gideon Grader, Direktor des Grand Technion Engery Program von einem internationalen Komitee ernannt als Gründungsdirektor des I-CORE (Israeli Centers of Research Excellence) für alternative Energien. Diese Initiative umfasst 27 Forscher des Technions, des Weizmann Instituts für Wissenschaft und der Ben-Gurion Universität des Negev um als israelisches Konsortium für solarbasierte Kraftstoffe zu fungieren.

Globale Bedeutung

Alumnis des Technion spielten eine zentrale Rolle bei der Schaffung der industriellen Infrastruktur Israels und waren Bahn brechend für technologiebasierte Unternehmen – welche heute die höchste Konzentration von Hightech Start-Ups ausserhalb des Silicon Valley bilden. Google, Yahoo!, Intel und IBM etablierten alle Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Haifa, um am Technion ausgebildete Wissenschaftler anzuwerben.

Bei der Eröffnung bot das Technion nur zwei Studienrichtungen an: ziviles Ingenieurswesen und Architektur. Heute können ca. 12‘800 Studenten zwischen 55 BA-Fächern und 80 Masterprogrammen wählen, welche in 18 akademische Departments aufgeteilt sind. Es gibt auch 52 Forschungszentren. Die 90 Gebäude des Instituts sind über den malerischen Berg Karmel verteilt.  

Es ist schwierig, den Einfluss der Universität in den verschiedenen Wissenschafts- und Ingenieursbereichen zu messen. Aber die Prof. em. Shlomo Maital und Prof. Amnon Frenkel versuchten es in ihrem neuen Buch „Technion Nation: Technion’s Contribution to Israel and to Humanity“ (erscheint Juni 2012).

Maital schätzt, dass die Gegenleistung für die 1 Mia. Dollar, die 2010 in die BA-Ausbildung investiert wurde, zwischen 1.76 bis 3 Mia. Dollar jährlich beträgt, wenn jene Absolventen in den Arbeitsmarkt eintreten und innovativen Ideen implementieren.

Das Buch dokumentiert auch zentrale Erfolgsgeschichten des Technions, selbstverständlich auch jene der Nobelpreisträger (Chemie) von 2004, Avram Hershko und Aaron Ciechanover, sowie des Preisträgers Shechtman 2011.

Diese drei Männer wurden auf einer Briefmarke verewigt, die am 31. Januar von der israelischen Postgesellschaft eingeführt wurde, um  den Meilenstein des Technions zu markieren. Die Briefmarke wurde von Naama Tumarkin, der Direktorin der Israel Technion Society entworfen und zeigt die Fassade des ursprünglichen Gebäudes, welches von Alexander Baerwald, einem jüdisch-deutschen Architekten und Cellisten, der in einem Streichquartett mit Einstein spielte. Über dem Gebäude hält eine Hand einen Nano-Fallschirm, einen differenzierten luftübertragenen Toxin-Detektor, der vom Technion entwickelt wurde, dessen Struktur und Bewegung auf den Löwenzahnsamen basieren.

Die Gala zur Einführung der Briefmarke im Haifa Auditorium, an der viele VIPS anwesend waren, beinhaltete auch eine Vorstellung des Shalom Zielony Technion Chors und Orchesters.

„Viele Leute sind überrascht herauszufinden, dass wir ein Philharmonie-Orchester und -Chor der Studenten haben“, sagt Shapiro. „Sie geben ein Konzert am Ende jedes Semesters, welches sehr populär ist“.

Andere Aktivitäten während dem Jubiläumsjahr beinhalteten einen kreativen Ingenieurswettbewerb für Studenten, Touren und Präsentationen für Besucher über Erfindungen des Technions, welche kommerzialisiert wurden.

Internationale, multikulturelle Anziehungskraft

Die Jubiläumsanlässe beschränkten sich nicht nur auf die Technion
Alumnis und Unterstützer. Shapiro zufolge feierten auch alle 17 Technion Society Fundraising Organisationen weltweit mit ihren Aktivitäten mit, was den weitreichenden Einfluss der Innovationen des Technions und der akademischen Beziehungen mit über 100 Institutionen in 30 Ländern hervorhob.

Im letzten September wurden fünf internationale Blogger nach Israel gebracht, um einen nahen Blick auf das Institut zu werfen. Begleitet von Studenten erhielten sie einen vertieften Geschmack von dem, was auf dem Campus in Haifa abläuft, und liessen ihre Leser daran teilhaben.

Das Technion öffnet seine Tore immer mehr für ein breitere globale Beteiligung. „Vor einigen Jahren lancierten wir eine International School of Engineering“, sagt Shapiro. Ausschliesslich in Englisch studierend erlangten Studenten aus vielen verschiedenen Ländern einen BA in zivilem und ökologischem Ingenieurswesen.

„Wie alle Universitäten zielen wir darauf, immer internationaler zu werden und ermutigen Doktoranden hierherzukommen“, sagt Shapiro. „Die Partnerschaft mit Cornell ist Teil dieser Internationalisierung. Israelische Hochschulen haben viel zu bieten und der Tech-Campus in New York ist ein Weg, wie Israel zur Weltwirtschaft beitragen kann“.

Doch den Grossteil der Ressourcen investieren sie lokal, beginnend auf der Grassroots-Ebene. Shapiro bemerkt, dass das Technion verschiedene Programme entwickelt hat, welche benachteiligten und Minderheiten zugehörenden Studenten hilft, Lücken bei der Bildung und im Sozialen zu überwinden. Beispielsweise das zehnjährige Landa Equal Opportunities Project, welches viele israelischen Araber für die soziale und akademische Integration am Technion vorbereitet hat, durch voruniversitäre Zurüstung, intensives Mentoring und Tutoring.

Das Institut führt auch verschiedene gemeinsame, regionale Forschungsprojekte mit arabischen Gemeinden  in den Bereichen Medizin, Umwelt und Wasser.

Beispielweise beendete das Wasserforschungsinstitut des Technions kürzlich ein mehrjähriges Forschungsprojekt zur Behandlung von Abwasser und Maximierung dessen Qualität und Nützlichkeit für die Landwirtschaft.

„Diese Art von Forschung versucht allen Völkern der Region zu helfen, das stark beschränkte Wasservorkommen besser zu nutzen und dabei ökonomisches Wachstum, Lebensqualität und die Umwelt zu fördern“, sagt Shapiro.

Einen wackligen Start überwinden

Heute ist klar, dass das Technion den Hoffnungen Einsteins gerecht werden konnte. Aber, der spätere Erfolg  war damals schwer zu erträumen.

Eines der ersten Probleme war die Entscheidung über die Sprache der Lehre. Deutsch war eine naheliegende Wahl, da es die Wissenschaftssprache war und das moderne Hebräisch war erst an einem Comeback. Aber die Befürworter des Hebräischen gewannen schlussendlich. Das war „einer der bestimmenden Momente in der Kristallisierung der israelischen kulturellen Identität“ (gemäss einer Ausstellung 2011 „War of the Languages“).

In den 1930ern waren die Finanzen so knapp, dass die Angestellten dafür stimmten, lieber temporär ohne Bezahlung zu arbeiten, als die Schule zu schliessen. Während jenen Jahren vor der Staatsgründung und vor allem während dem Unabhängigkeitskrieg war das Technion ein aktives Zentrum für den jüdischen Untergrund und eine Quelle für technologische Verteidigungslösungen. Zahlreiche Wissenschaftler, die aus den von den Nazis regierten Ländern flohen, fanden einen Platz im Institut.

Nach Ende des Kriegs begann das Technion zu boomen aufgrund der Entwicklungsbedürfnisse des neuen Israels. Es gab einen grösseren Campus und erweiterte sein Kursangebot während der 50er dramatisch für eine schnell wachsende Studentenschaft, inklusive eine medizinische Ausbildung.

Während den 70ern begann der Ruf des Instituts hunderte Studierende aus Entwicklungsländern in Afrika und Asien anzuziehen. Die Einwanderung aus der ehemaligen Sovjetunion in den 90ern brachte nochmals etwa 1000 Studierende mehr. Neue Gebäude wurden angefügt, inkl. das Henry and Marilyn Taub and Family Science and Technology Center, welches sich rühmen kann, die grösste Computerwissenschaftsfakultät des Westens zu besitzen. 1998 entwarfen, bauten und lancierten Studenten des Technions einen Mikrosatelliten. Nur fünf andere Universitäten haben je eine solche Leistung erbracht.

Über die Jahre hinweg haben diverse Fakultätsmitglieder anderen Ländern technologische Unterstützung angeboten – unter dem Patronat der Mashav Agency for International Development Cooperation des Aussenministeriums und UN-Organisationen.

“Es ist eine berauschende Erfahrung, wenn so viele Qualitäten, Fähigkeiten und Ideen zusammen konzentriert sind“, nannte es Peretz Lavie, Präsident des Technions, im letzten Sommer. „Ob es die Fähigkeit ist, Ideen zu strukturieren, der Mut zu träumen, die Sensibilität künftigen Bedürfnissen gegenüber, die Technion-Familie ist lebendig mit Talenten, was eine veritable Ressource für Israels und unsere geteilte Zukunft ist“.

(Original: Avigayil Kadesh, Aussenministerium Israel, 26.3.12)

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Palästinensische Geschichtsrevision

Judäische Schekel Münze von 66 v. Chr. ist eine “antike palästinensische Münze” und Teil der “palästinensischen kulturellen Tradition”.

Ein judäischer Schekel aus dem Jahr 66 v. Chr., dem ersten Jahr des jüdischen Aufstands gegen Rom, wurde letzte Woche an einer Auktion in New York für 1.1 Millionen Dollar verkauft. Die eingravierten hebräischen Worte auf der Vorderseite „Schekel von Israel [Jahr] 1“ und auf der Rückseite „Jerusalem die Heilige“.

Die offizielle Tageszeitung der palästinensischen Autonomiebehörde schrieb im Zusammenhang mit der in der Auktion als hebräische Münze der zweiten Tempelperiode beschriebenen Münze, dass es sich um eine „antike palästinensische Münze“ handle, die Teil der „palästinensischen kulturellen Tradition“ sei. Die Münze ist auf den Bildern sichtbar.

Palestinian Media Watch (PMW) dokumentierte, dass die palästinensische Autonomiebehörde regelmässig Verleugnungen der jüdischen Geschichte im Land Israel publiziere, doch dieser Artikel ist anders. Während er beansprucht, die hebräische Münze, die im Land Israel gefunden wurde, sei Teil der „palästinensischen kulturellen Tradition“, anerkennt der Bericht gleichzeitig die Geschichte des jüdischen Volkes im Land, da er die jüdische Revolte gegen die Römer erwähnt.

Der Artikel fügt an, dass die „politische Agenda“ der Juden einen Vorteil aus dem Verkauf antiker hebräischer Münzen schlägt. Die palästinensische Autnomiebehörde, die Israels Existenzrecht nicht offiziell anerkennt und nur hie und da zugibt, dass der Staat existiert, kategorisiert jegliche archäologischen Beweise von Israels antiker Vergangenheit im Land als „politische Agenda“.

„It [the sale] is an opportunity for Jewish and Western scholars to use the Jewish revolt against the Romans in Palestine for a political agenda, and to connect this local revolt with the establishment of the Israeli occupation state.“

Zudem behauptet die palästinensische Autnomiebehörde, der jüdische Aufstand gegen die Römer in den Jahren 66-70 v. Chr. passierte in „Palästina“, was eine weitere historische Revision darstellt. Die jüdische Revolte geschah im Land „Judäa“. Die römische Münze, welche geprägt wurde als Ehrefür dem römischen Sieg, nachdem die Römer den Tempel im Jahr 70 v. Chr. Zerstörten, trug die Inschrift „Judea Capta“, was so viel bedeutet wie „das Land Judäa ist besiegt“. (vgl. Bild)

Die Römer änderten den Namen von Judäa zu “Palästina” 65 Jahre später im Jahr 135 v. Chr. Nach der Bar Kochba Rebellion, nicht wegen der Existenz einer lokalen Bevölkerung, die sich selbst „Palästinenser“ nannte, sondern aufgrund der Bestrebung, die Juden von ihrem eigenen Land zu distanzieren, al seine Strafe für den jüdischen Aufstand.

Eine Übersetzung des Artikels über die Auktion aus Al-Hayat al-Jadida vom 4. März 2012 findet sich auf Englisch auf der Website von Palestinian Media Watch.

Original von Itamar Marcus und Nan Jacques Zilberdik (PMW): http://palwatch.org/main.aspx?fi=157&doc_id=6541

Byzanz bis Bauhaus: architektonische Vielfalt in Israel

Israel hat zahlreiche architektonische Stile, die sich schön in die Landschaft einfügen. Es gibt mehr als genug zur Auswahl, denn Israels moderne Architektur ist eine eklektische Mischung von Antike bis zu Avantgarde. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber der folgende Artikel versucht, die Top 10 vorzustellen; darunter das YMCA-Gebäude in Jerusalem, das vom Architekten des Empire State Buildings entworfen wurde, aber auch das Tel Aviv Museum, der Oberste Gerichtshof oder die Chaim Weizmann Residenz in Rehovot.

http://israel21c.org/culture/the-top-10-must-see-buildings-of-israel?utm_source=Newsletter+2%2F8%2F2012&utm_campaign=February+8+2012+&utm_medium=email

Das Märchen von einem Schössling

Keren Kayemet LeIsrael

Die Wahrheit über die Flüchtlinge

CC für deutsche Untertitel

Israel: Lessons in Development Performance Through Adversity

Developing countries would do well not to ignore the many lessons that can be drawn from Israel’s impressive economic progress in the face of stark challenges of security, geography and resources.

No one need reminding that Israel’s external image is dominated by pictures of conflict and perceptions of injustice. Lost in this portrayal, however, is how smart and successful Israel has been in developing its economy. This Paper surveys Israel’s impressive economic growth story.

There is no single explanation for Israel’s success, although high on the list is surely its commitment to research and development. Also vital has been the mind-set that living in a rough regional neighbourhood has engendered amongst the population – of robust accountability across society, long-term thinking and a problem-solving ethos.

Today Israel is not only a world leader in diamond polishing and cutting, but more recently in software, semi-conductors and telecommunications, where the concentration of hightech start-up industries has given it the monikers ‘Silicon Wadi’ and ‘Start-up Nation’. In addition, its rapid agro-development in a dry Mediterranean climate has meant that since independence in 1948, Israel’s agricultural output has increased 16-fold, whilst simultaneously decreasing water usage in the industry by 40 per cent in 60 years. Assessing why Israel has done so well in economic terms – and certainly by comparison to its neighbours – is typically shaped by one’s view of the region’s politics, ancient and contemporary. Nevertheless, developing countries would do well not to ignore the many lessons that can be drawn from Israel’s impressive economic progress in the face of stark challenges of security, geography and resources.

To read the Paper by Greg Mills

Eine Erwiderung auf den Beitrag von Nationalrat Geri Müller, NZZ 11. August 2011

Geri Müller vergleicht den Arabischen Frühling, das Aufbegehren unterdrückter Völker gegen ihre autokratischen Regimes, mit den Gegebenheiten in den Palästinensischen Gebieten. Wenn er das schon tut, hätte er aber auch das brutale innenpolitische System der Hamas in den Palästinensischen Gebieten erwähnen müssen , die Erziehung, die zur Gewalt aufhetzt und die feindliche Agenda.

Herr Müller betrachtet die Anerkennung des Staates Palästina als ein wichtiges ungelöstes Problem, das die UNO im September beantworten müsste. Eine Zweistaaten-Lösung wurde seit langem als die einzig mögliche Lösung für den Konflikt vereinbart: dies wurde wiederholt von der israelsichen Regierung wie auch von der Internationalen Gemeinschaft erklärt. Für den Konflikt erweist sich die einseitige Deklaration eher als Hindernis; um Frieden zu schliessen müssen sich die Beteiligten einig sein und sich die Hand geben.

Herr Müller behauptet , dass die Grenzlinien von 1947 niemals von den Palästinensern akzeptiert werden könnten. „Wer auf der Welt wäre bereit, mehr als die Hälfte seines Landes an Hunderttausende von Neuankömmlingen aus Europa abzutreten, weil diese Europa wegen der Shoah verlassen mussten?“ Und ich frage, „Wessen Land? Die Hälfte von welchem Land?“ Die Palästinenser hatten keinen Staat, als das Britische Mandat endete. Den Palästinensern wurde angeboten, in Frieden neben einem neu gegründeten Jüdischen Staat zu leben. Sies wiesen das Angebot zurück und starteten einen gewalttätigen Kampf, der leider bis zum heutigen Tag andauert.

Herr Müller glaubt an eine Wirklichkeit, wonach die Palästinensische Autonomiebehörde Israel 1988 als Staat anerkannt habe; und wonach die Palästinensische Autonomiebehörde seit diesem Moment vergebens auf eine Anerkennung ihres Staates warte. Die Hamas, zur Zeit die im Gazastreifen herrschende politische Partei, hat eine klare Agenda: Zerstörung des Staates Israel. In der selben Weise ruft die PLO-Charta zur Zerstörung des Staates Israel auf.

Müller erklärt, dass Israel 2001 mit dem Bau einer Trennmauer begann , ohne den Grund dafür zu nennen. So wischt Müller absichtlich die Ursache dafür unter den Tisch, nämlich die vorangegangene Palästinensische Gewalt. Als die Mauer 2003 fertiggestellt war, gingen die Palästinensischen Terroranschläge um 85 % zurück und retteten so das Leben von Hunderten unschuldiger Menschen.

Müller behauptet, die Israelische Regierung beabsichtige, “möglichst viel Land zu besetzen.” Israel ist seit jeher dem Streben nach Frieden verpflichtet und es gibt zahlreiche, weit in die Vergangenheit zurückreichende Belege für Israels strategische Konzessionen zugunsten dieses Ziels. In den vergangenen Jahrzehnten hat Israel seine Bereitschaft für Verhandlungen über Landabtausch unter Beweis gestellt, für den Frieden den Sinai an Ägypten abgetreten, Gaza und den Südlibanon verlassen. Die Westbank wurde nach der Besetzung durch Jordanien von der Israelischen Armee in einem Akt der Selbstverteidigung im Unabhängigkeitskrieg erobert, als sieben Arabische Armeen gemeinsam versuchten, den neu gegründeten Jüdischen Staat zu zerstören.

Müller ist angewidert durch die Israelische Weigerung, mit der Hamas zu

Die Fakten und Ursachen des Konfliktes zu ignorieren heisst ihn anzuheizen und nicht zu lösen.

verhandeln. Ich zitiere : „Nun ist es höchste Zeit, dieses üble Spiel zu beenden. “ Sicherheit ist Israel’s “Spiel um Leben oder Tod”. So frage ich Sie, wie vernünftig wäre es, mit einer Einheit Frieden zu schliessen, die Sie nicht anerkennt und die zu Ihrer Zerstörung aufruft?

Gemäss Herrn Müller ist es einzig die Israelische Besetzung in der Westbank, die einer langfristigen friedlichen Lösung im Weg steht. Sogar vor der Israelischen Präsenz in der Westbank, ja sogar vor der Existenz des Staates Israel, zettelten seine Nachbarn Kriege gegen Israel an, bzw. griffen radikale Arabischen Gruppen Jüdische Emigranten an.

Müller verwendet das Wort “Unterdrückung” für die Art, wie Israel mit seinen Palästinensischen Nachbarn umgehe. Israel ist eine westliche Demokratie, die zum Frieden und zur Zusammenarbeit erzieht und auch danach handelt; das Land investiert jährlich Millionen von Dollars für die Entwicklung und Prosperität der Palästinensischen Autonomiegebiete.

Herr Müller, die Fakten und Ursachen des Konfliktes zu ignorieren heisst ihn anzuheizen und nicht zu lösen.

Von Ran Zucker

13.9.11

„Das Recht auf einen eigenen Staat“ von Gerri Müller