Bike & Hike im Negev

Bike & Hike im Negev

Quelle: Bikeboard.at

Zwei Bikeboarder fuhren in die Wüste und fanden das Glück. Auf dem Exodus Trail durch das Land der Krater. Ein Reisebericht in Überlänge.

   

Stop surfing, guys

„Stop surfing, guys“, sagt Ziv. Mahnend blickt er auf unsere Smartphones und Laptops, eine riesige Bratreine mit dampfender Lasagne in der Hand. Um seine Schulter hat er ein Handtuch geworfen. Der Selbstverständlichkeit nach, mit der es dort bleibt, begleitet es ihn wohl regelmäßig vom ersten Zwiebelschneiden bis zum Abräumen der Essensreste.
Der Hausherr der Desert Lodge war nur wenige Augenblicke in der Küche, um den Hauptgang zu holen. Ganz Workoholic, haben wir die kurze Unterbrechung des Abendessens für einen schuldbewussten Blick in unsere Mailboxen genutzt. „Schluss jetzt. Ihr müsst abschalten“, brummt der 52-Jährige in den Kragen seines einfachen T-Shirts und bereut in diesem Moment sichtlich, einen offenen W-Lan-Zugang in seinem Aufenthaltsraum eingerichtet zu haben.Auf dem langen, hölzernen Tisch reihen sich bereits unzählige Teller und Schüsseln aneinander: knackfrische Oliven, cremiges Humus, würziger Krautsalat, süße Tomaten, aromatische Falafel, duftendes Fladenbrot, scharfe Kartoffelsuppe, … Irgendwo zwischen Joghurt-Dip, Tahine-Paste und Ziegen-Frischkäse findet aber auch die Lasagne noch Platz.
„Bete`avon“ nickt Ziv in die Runde, nachdem er seine etwas steifen Knochen mit leisem Ächzen auf die niedrige Sitzbank gefaltet hat. „Le’chájim!“ antworten Samuel und Baruch fast synchron, und heben ihre Gläser. Tiefrot leuchtet der hier im Haus gereifte Wein im Schein der rustikalen Deckenlampen. „Auf eine gute Zeit!“
 
     
 
Das ist Israel. Richtiger: Das also ist der Negev. Denn der Brennpunkt des Nahost-Konflikts und sein immer schon unumstrittenster Teil, die Wüstenregion im Süden des Landes, haben relativ wenig miteinander gemein. Offiziell sind sie eins, tatsächlich handelt es sich um zwei verschiedene Welten. Oder, wie unser Guide Ziv Sherzer es im offensichtlich geübten Umgang mit potenziell besorgten Touristen ausdrückte, während wir von der pulsierenden Metropole Tel Aviv ins verschlafene Mitzpe Ramon fuhren: „If there are missiles in Gaza, we don’t feel it.“

Kurz vor dem Zentrum des Bergarbeiter-Städtchens wies uns ein Holzschild mit der Aufschrift „Desert Lodge. Eco Vacation“ den Weg. Straßenseitig unterscheidet sich Ziv Spectors Anwesen kaum von den Häusern und Hütten der „unrecognized cities“ (illegal errichtete Siedlungen sesshaft gewordener Nomaden) um die Hauptstadt des Negev, Be‘er Sheva: geduckte Dächer, ein rostiges Gatter und Hauswände, die mit ihrem improvisiert wirkenden Materialmix nicht den Eindruck machen, als seien sie für die Ewigkeit gebaut. Aber wer sich die Unverfälschtheit der Wüstennomaden auf seine Fahnen heftet, hat genau das auch nicht im Sinn.
Hofseitig tun sich den Besuchern der Desert Lodge dafür Himmel und Erde gleichzeitig auf. Eine große, mit Steinen gepflasterte Terrasse zieht sich über die gesamte Grundstücksbreite. Unmittelbar davor bricht der Boden ab und gibt den Blick frei in einen Kessel gigantischen Ausmaßes. Tief unten windet sich eine Straße durch Stein und Geröll. Allenthalben verstellen ihr kleine Hügel oder ausgewachsene Berge den Weg. Links und rechts stürzen Felswände zu Boden, die zerfurchter und schroffer nicht sein könnten. Es ist, als ob wir von einer Oase der Ruhe und Stille aus direkt in die Eingeweide unseres Planeten schauen würden. Nach hinten verlieren sich die unzähligen Rot-, Gelb- und Braunschattierungen der Wüste in einem einheitlichen Grau-Blau: das südöstliche Gegenstück zu der Wand, an der wir selbst gerade stehen, und dahinter Jordaniens Berge.
Unsere Unterkunft liegt direkt an der steilen Nordwestkante des Machtesch Ramon (Krater von Ramon). Das ca. 40 km lange und 12 km breite Becken ist der größte von drei Kratern im Negev. Der Leiter der 1989 gegründeten Desert Shade Group nützte unsere Sprachlosigkeit für einen Ratschlag. „Start looking, smelling, feeling, guys“, sagte Ziv.

 

    

Über die Entstehung des Machtesch Ramon gibt es unterschiedliche Theorien. Manche glauben an Erdsenkungen über gewaltigen Hohlräumen vor 70 Millionen Jahren. Andere, wie unser Guide Ziv Sherzer, studierter Hydrogeologe, macht das Zusammenspiel von tektonischen Plattenbewegungen und damit einhergehenden Gebirgsauffaltungen, Erosion durch Wind und Wetter sowie hier früher fließenden Gewässern verantwortlich. Sicher ist: Der Krater ist nicht vulkanischen Ursprungs, beinhaltet aber auch Formationen, die dies nahelegen könnten: spitze Kegel, schwarze Basaltsäulen, kreisrunde Einbuchtungen.
Ein bisschen fassungslos und ganz schön überwältigt stolpern wir an diesem ersten Nachmittag entlang des Israel Trails und weiterer markierter Wanderwege durch die faszinierende Steinwüste.
Der Machtesch Ramon ist ein Naturreservat. Dementsprechend dürfen hier die Jeep-Straßen und Pfade nicht verlassen werden, ist wildes Campieren nicht gestattet, hat man das Gebiet vor Einbruch der Dunkelheit zu verlassen. Für Interessierte wurde in Sichtweite der Desert Lodge ein Besucherzentrum eingerichtet, das einen Überblick über Flora, Fauna und Geologie des Kraters vermittelt. Wir haben mit Guide Ziv unsere allwissende Informationsquelle praktischerweise stets dabei.Gegen Ende unserer ersten Wanderung erreichen wir Chan Saharonim, die Überreste einer Jahrtausende alten Karawanserei. Sie liegt an der einzigen Quelle des Machtesch Ramon. Von Wasser ist nun, am Ende der Trockenzeit, nichts zu sehen. Aber ein paar Grasbüschel, Schilfhalme und Sträucher gruppieren sich um eine Senke im Boden. Daneben markiert ein rund 40 x 40 m großes Steingeviert die Überbleibsel eines von Menschenhand errichteten Gebäudes. Alle 30, 35 Kilometer, also dem ungefähren Tagesmarsch einer Kamelkarawane entsprechend, flankierten zur Zeit der Nabatäer solche befestigten und bewachten Raststationen die hier entlang führende Spice Route, erzählt Ziv. Sie boten den Reisenden, die auf diesem wichtigen Handelsweg Gewürze und Waren vom Persischen Golf nach Gaza brachten, Schutz vor Überfällen.

Schon nach unserem ersten Tag in der Wüste Negev schwirrt uns der Kopf vor Eindrücken, Informationen, Geschichten aus längst vergangenen und hier doch auf Schritt und Tritt präsenten Tagen. Dabei fängt das Abenteuer mit Tag zwei erst so richtig an.
Für den Initiator unserer Reise, Baruch Roth, insofern, als ihm die erste Mountainbike-Tour seines Lebens bevorsteht. „Ich kann doch nicht verkaufen, was ich nicht kenne“, erklärt der zum Studium nach Deutschland ausgewanderte und dort hängengebliebene Israeli, warum er sich mit 64 Jahren noch einer solchen Herausforderung stellt. Im normalen Leben ist der gelernte Architekt vor allem Organisator von Kulturreisen. Begeisterter Alltagsradler, steht er nach einem Jahr der Verhandlungen und Abstimmungen nun vor der Realisierung eines lang gehegten Traums: Bike & Hike-Aktivurlaub in der Wüste Negev anzubieten.

Unter dem Namen „Exodus Trail“ hat die Desert Shade Group derlei Kombi-Touren schon länger im Programm. Wir befinden uns mit Baruchs Kooperationspartnern also in den Händen echter Profis. In Anspielung an Moses Auszug aus Ägypten und der anschließenden 40-jährigen Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste möchten Ziv & Co. dort entlang führen, „wo alles begann“. Wer dahinter eine als Reiseangebot getarnte Gehirnwäsche religiöser Fanatiker vermutet, irrt gewaltig. Unsere Begleiter sind säkulare bzw. traditionelle Juden, muslimische Beduinen, politische Freigeister. Ihnen geht es darum, ihre Faszination für den Negev zu teilen, Verständnis für die Kreativität und Leistungen seiner früheren und jetzigen Bewohner zu wecken und etwas von der Kraft und Ruhe zu vermitteln, die dieser Steinwüste innewohnt.

 

    

Keep riding, guys

„Keep riding, guys“, sagt Ziv. Gerade hat er unsere für die Nacht im Beduinenzelt gepackten Koffer übernommen, die er uns nachbringen wird. Sie sind prall gefüllt und schwer.
Die Tour beginnt vor der Bibliothek der Negev-Hochschule Midreshet Sde Boker. Dort hat Staatsgründer David Ben Gurion seine letzte Ruhestätte gefunden. Jener Mann, der am 14. Mai 1948 den unabhängigen Staat Israel proklamierte und sich nur einen Tag später im Krieg mit sämtlichen arabischen Nachbarländern sah, ist das berühmteste Mitglied des nahegelegenen Kibbuz Sde Boker. Zeitlebens pflegte der erste Ministerpräsident den Kontakt zu seiner Heimatregion. Sein kleines Wohnhaus kann mit originaler Einrichtung besichtigt werden. Noch mehr aber lohnt der Blick von der Terrasse seines Grabes über die Canyon-artigen Schluchten des Wadi Zin.
Über eine schmale, kurvige Straße fahren wir hinab in das mächtige Tal und weiter auf Jeep-Tracks, bis ein Fahrverbotsschild uns den Wechsel auf zwei Beine gebietet. Immer näher rücken die zuvor weit auseinander liegenden Felswände, bis sie allmählich eine Schlucht bilden. Gleichzeitig wird die Vegetation üppiger, und plötzlich stehen wir vor einer beinahe kreisrunden, mit Wasser gefüllten Wanne aus Stein – die Quelle Ein Akev. Meterhoch ragen rundherum Kalktürme in die Luft. Von ihnen in den Teich zu springen ist (zumindest im Sommer) ungefähr so verlockend wie verboten – und wahrscheinlich gerade deshalb ein beliebtes Freizeitvergnügen der Israelis am arbeitsfreien Shabbath.Mittlerweile hat die Sonne an Kraft gewonnen und wir wandern in dünnen Langarm-Shirts weiter durch eine immer bizarrer geformte Felslandschaft. Gerade als uns die Vokabel ausgehen, um die Mischung aus tiefblauem Himmel, kreidebleichen Kalkfelsen und grünen Sumpfpflanzen in immer neuen Worten zu bewundern, zweigt unser Weg nach Westen ab, hantelt sich geradewegs die Felswände empor und entlässt uns in die endlosen Weiten des kargen Hügellandes um Avdat. Spektakuläre Gesteinsformationen sucht man hier vergeblich. Aber auch die vermeintliche Ödnis dieses Hochlandes entwickelt bei längerer Betrachtung ihren Reiz. Farbnuancen, Miniatur-Windhosen, Licht-Schatten-Wechsel …
Die im 3. Jh. v. Chr. erbaute Ruinenstadt der Nabatäer bekommen wir, von ihrem respekteinflößenden Profil am Rande eines zerklüfteten Bergplateaus abgesehen, nicht zu Gesicht. Dafür erwartet uns am Fuß der 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Siedlung eine andere Überraschung: Samuel steht nicht nur mit dem Anhänger bereit, um uns wieder auf Räder zu setzen. Er hat außerdem ein ausgewachsenes Picknick vorbereitet.
Aus seinem zum wüstentauglichen Mobile Home umgebauten Defender hat der Allrad-Spezialist alles gezaubert, was eines hungrigen Nomaden Herz begehrt – und noch ein bisschen mehr. Denn zu den bereits vom Vorabend bekannten Köstlichkeiten gesellen sich Nüsschen, Kekse, Kuchen und sogar Kaffee, zubereitet auf türkische Art. Unser zufriedenes Schmatzen bereitet dem erfahrenen 4×4-Expeditionsleiter sichtliche Freude: Ein beruhigter Ausdruck legt sich über sein Gesicht. Spätestens jetzt können wir uns sicher sein: Mit diesem Mann als Backup-Guide würden wir selbst am Ende der Welt noch pünktlich am vereinbarten Treffpunkt abgeholt und wären jederzeit sain et sauf.
     
 
 
Die seit unserer Ankunft über Tel Aviv wütende Regenfront ist bedrohlich nahe herangerückt, also drückt Ziv, kaum aufgesessen, ordentlich aufs Tempo. „Think like a camel, ride like a nomad“, hat sich der Weltenbummler zum Motto gemacht. Und tatsächlich findet der weitgereiste Israeli deutsch-marokkanischer Herkunft mit traumwandlerischer Sicherheit seinen Weg, wo unsereins nur loses Geröll und spitze Steine sieht.
Eigentlich befinden wir uns hier auf markierten MTB-Wegen, für die es sogar eine eigene Karte und Schilder gibt. Ziv selbst hat viele der Wegweiser in die harte Erde gerammt. Allerdings machen sich Beduinenkinder einen Sport daraus, die Holzschilder zu verbrennen, weshalb nicht Ortskundigen die Orientierung mehr als schwer fallen dürfte. Aber nicht nur deshalb ist unser Guide einmal mehr Goldes wert. Der dunklen Wolkenwand zum Trotz garniert er auch diese Fahrt mit mehreren Zwischenstopps. Unter anderem führt er uns in das Innere einer gigantischen, tausende Jahre alten Zisterne und erklärt uns das dahinterliegende System der Wasserreinigung und -speicherung, zeigt uns Felsmalereien, die bis in die Jungsteinzeit zurückdatieren und erzählt Geschichten von möglichen Wirkungsstätten Moses, die einzig den Haken haben, dass moderne Methoden der Altersbestimmung ein Missing Link von 1.000 Jahren festgestellt haben.
Als krönender Abschluss folgt der „Widow Trail“. Von der Desert Shade Group gebaut, mäandert er lenkerbreit in sanften Kurven die Hügel hinab. Ausnahmsweise liegen kaum Steine im Weg, auf überraschend griffigem Sand rollen wir sanft dem Talboden entgegen, im Rücken einzelne Sonnenstrahlen, die kurz vor der Dämmerung doch noch durch die Wolken gebrochen sind.
 
 
     
 
 
    
 
 
 

 

Keep listening, guys

„Keep listening, guys“, sagt Ziv. Soeben hat er uns vom Endpunkt unserer Tour zu einem nahegelegenen Ableger der israelischen Espressobar-Kette Aroma geshuttelt. Auf dem Weg dorthin musste er als Prellbock für all das Gesehene und Gehörte herhalten. Wir wärmen uns auf, befreien grob die Hände und das Gesicht von Staub und Schweiß, trinken einen Schluck heißen Kaffees und fragen, dem ob der Dunkelheit zum Aufbruch drängenden Ziv zum Trotz, kurz unsere E-Mails ab. Immerhin ist für die nächsten 20 Stunden kein Handy-Empfang zu erwarten. Dann geht’s mit Sack und Pack, Rädern und Jeep in die Beduinen-Siedlung Aricha.
Ärmlich und ein wenig trostlos muten deren in einer Senke gruppierten Behausungen an. Wellblech, Holzpfosten, Plastikflaschen – als Baumaterial scheint alles gedient zu haben, was gerade herumgelegen war. Eine große Schar Ziegen und vier Kamele hinter robusten Zäunen beobachten misstrauisch unsere Ankunft, schüchtern lugen auch neugierige Kindernasen ums Eck. Wir werden in ein aus Plastikplanen, Ziegenhäuten und Teppichen erbautes Zelt gebeten. Bis auf eine bereits aktive Feuerstelle, ein kleines Tischchen mit Blechkanne und Gläsern sowie unzählige bunte Matten ist der riesige Raum leer. Unsere Koffer und Trolleys wirken deplatziert. „Welcome to my mother’s house“, begrüßt uns ein hochgewachsener Mann mit weißem Turban, labbrigem Kapuzenpulli und abgenützten Turnschuhen.
Bis auf seine recht westlich anmutenden Kleidung geht Salman als Prototyp eines Beduinen durch – oder dessen, was sich ein Österreicher eben unter einem mit seinen Tieren umherziehenden Araber vorstellt: dunkle, quicklebendige Augen, nicht allzu viele Worte, aber jede Menge Lebensweisheit in jeder Geste, jedem Blick. Mit ruhiger Stimme führt uns der Halbnomade in die Geschichte seiner Familie, seine Lebensweise und seine Gebräuche ein. Er erzählt vom Gebot der Gastfreundschaft, die selbst Angehörigen verfeindeter Stämme gebührt, von den Problemen mit den Nationalpark-Rangern, die ihm mit ihren Durchgriffsrechten den Zutritt zu seit Generationen benütztem Weideland verwehren, von der Nutzung der ausschließlich Heilkräuter fressenden Kamele als Lastentiere und Apotheke (Beduinenkinder etwa werden mit zwölf Monaten von Mutter- auf Kamelmilch umgestellt) und vom guten Auskommen, das ihm seine Ziegen mit ihrer Milch, ihrer Haut, ihrem Fleisch und ihrem Fell gewähren.
 
 
 Früher einmal verdiente Salman gutes Geld mit der Organisation von Incentives für Superreiche mitten im Negev. Heute beschränkt er sich auf gelegentliche Gruppenabende wie diesen für seinen Freund Ziv. „Wieviel Geld kannst du schon ausgeben?“ fragt der Beduine und greift sich mit einer Geste des Unverständnisses an den Kopf. „Drei warme Mahlzeiten täglich und das, was die Kinder für die Schule brauchen.“

Lange noch sitzen wir an diesem Abend um das Lagerfeuer, gesättigt von köstlichem Huhn mit Gemüse und Reis, gepusht von süßem Schwarztee mit Koffein. Die Israelis diskutieren über Gott und die Welt, die Freilassung des Soldaten Gilad Schalit, die (Un-)Wahrscheinlichkeit eines Angriffs auf den Iran, die Schwierigkeit ihres aus aller Herren Länder zusammengewürfelten Volkes, einen Nationalbegriff zu definieren. Die Tatsache, dass im Negev von den täglichen Scharmützeln des Nahost-Konflikts wenig zu bemerken ist (mit einer Ausnahme: Gerne nützen, wie wir am letzten Tag bemerken werden, die F16-Bomber der israelischen Armee das menschenleere Gebiet zum Trainieren. Und manchmal kommt ihnen dabei auch ein Überschall-Knall aus, der die Lampen von Zivs Decke holt), bedeutet nicht, dass seine Bewohner sich in Realitätsverweigerung ergehen.
Der labile Status quo ist selbstverständlicher Bestandteil ihres Lebens, alleine schon deshalb, weil jeder Staatsbürger drei Jahre Militärdienst (Frauen: zwei) zu absolvieren hat. Auch der steigende Einfluss der Ultra-Ortodoxen, der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten, der Umgang mit den beschränkten Trinkwasser-Ressourcen oder die verheerenden Auswirkungen der zweiten Intifada auf den gerade erst angelaufenen Tourismus liefern Stoff für Diskussionen. Gelernten Österreichern wie Erwin und mir offenbaren derlei unmittelbare Landeskunde-Einheiten eklatante Wissenslücken und machen uns deutlich, dass die hierzulande übliche Skepsis und Besorgnis bei Ausgabe des Urlaubszieles Israel vor allem auf Ahnungslosigkeit basiert.

 

   

Keep walking, guys

„Keep walking, guys“, sagt Ziv. Die Nacht im Zelt war überraschenderweise nicht kälter als jene in den ungeheizten Hütten seiner Lodge. Nach einem reichhaltigen Frühstück, einer erfrischenden Katzenwäsche unter der Wasserleitung und einem „shit in the bush“ (den es in der kargen Senke überhaupt einmal zu finden gilt) entlässt uns der Drahtzieher des Wüstentrips erneut in die Obhut von Salman, Samuel und Ziv.
Zu Fuß führt uns der Beduine tiefer in das Land seiner Vorfahren. Negev kommt vom hebräischen Nagev und bedeutet >getrocknet<. Bereits am Vortag hatte uns Ziv immer wieder auf niedrige Steinmauern, halbverfallene Terrassen und eben die Zisternen bei Avedat als beeindruckendstes Relikt ihres ausgeklügelten Bewässerungssystems aufmerksam gemacht. Nun zeigt uns Salman, dass im Prinzip jeder Hügel, jede Furche mit Resten davon übersät ist. Mittels Aquädukten, Sammelbecken, kleiner Staumauern oder kilometerlanger Begrenzungswälle leiteten diese „very wise people“ die wenigen Niederschläge auf ihre Felder.
Staunend beobachten wir anschließend, dass Salman selbst nicht weniger versiert im Umgang mit dem Nichts scheint. Aus etwas Wasser und Mehl knetet der Beduine einen Teig, entfacht ein Feuer aus dem umliegenden Gestrüpp und bäckt in dessen heißer Asche den Teig zu delikatem Fladenbrot, während daneben Tee aus nebenbei gesammelten Kräutern aufkocht.
 
 
     
Dermaßen gestärkt, sind wir gerüstet für die nächste Radtour. Durch die mächtigen Trockentäler des Nachal Aricha und Nachal Chawa führt unsere Route zurück zum Machtesch Ramon, und dann direkt am Kraterrand entlang nach Hause.
Mit den Mountainbikes bewegen wir uns mehrheitlich auf alten Kamelpfaden. Das hat den Vorteil, dass sich die Steigungen in Grenzen halten, weil die Wüstenschiffe nur geringe Höhenunterschiede pro Tritt absolvierten. Technisch einfacher werden die Trails dadurch aber nur bedingt. Es ist ein ständiges Manövrieren vorbei an Felsbrocken, Balancieren über schmale Grate, Hoppeln über kleine Stufen und Rutschen über loses Gestein.
Allerdings wählt Ziv diese Routen nur, weil er weiß, dass wir die Herausforderung suchen. Es ginge jederzeit auch einfacher, kürzer, relaxter, versichert unser Guide. Vorrangig meint er damit den Verbleib auf Jeep-Trails. Dort sind hängende Kurven, gelegentliche Sandgruben und tiefe Schlaglöcher das Salz in der Suppe, und manchmal klettern wir auf diesen autobreiten Pisten auch kerzengerade einen Hügel empor. Dann dauert es in dem Land, wo Milch und Honig fließen, nur kurz, bis auch der Schweiß in kleinen Bächen rinnt. Tatsächlich hat auf diesen leichteren Varianten aber selbst ein (allerdings extrem begabter) Anfänger wie Baruch seinen Spaß.
 
     
 
Eine Frage, die Ziv aufgrund der vielen Möglichkeiten, abzukürzen oder zu verlängern, nie beantworten kann oder will, ist jene nach der Dauer einer Tour. „Es dauert, so lange es dauert“, erwidert er dann ausweichend. Menschen, die ihre Tage gerne exakt planen und sich in Sicherheit wiegen, wenn sie konkretes Zahlwerk im Hinterkopf haben, irritiert er damit anfangs gewaltig. Mit der Zeit jedoch lernen wir, dem 37-Jährigen zu vertrauen. Es dauert, so lange es dauert. So lange es Spaß macht, so lange das Wasser reicht, so lange wir Kraft haben. Wie er und Samuel es allerdings schaffen, sich trotz dieser Unbestimmtheit jedesmal auf die Minute genau zu verabreden, bleibt uns ein Rätsel.
Ausgepowert, aber glücklich, erreichen wir nach vier Stunden knackiger Fahrt wieder die Desert Lodge. Deren einfache Gemeinschaftsduschen erscheinen nach zwei Tagen ohne Sanitäranlagen wie ein Wellness-Tempel im Paradies. Dass der Tacho nur lasche 40 Kilometer und 500 Höhenmeter ausspuckt, tragen wir mit Fassung. Herz und Hirn haben dafür mit einem umso größeren Datenwulst zu tun.
 
 
Einen weiteren Tag verbringen wir am und im Krater Ramon, wandern und biken entlang der Spice Route, bewegen uns auf den Spuren von Nomaden, Kamelen und Co. und verlieren uns im sanften bis dramatischen Auf und Ab des Landes, wo alles begann. Bevor wir hierher kamen, hatten wir keine Ahnung, was uns erwarten würde. `Biken in Israel, geht das überhaupt?´ wurden wir gefragt, und wussten die Antwort selbst nicht so genau. Jetzt ahnen, nein, wissen wir, dass wir wiederkommen werden. In diese Wüste mit ihren offenen und verborgenen Reichtümern, ihrer Weite, Stille und Farbenpracht. Und zu diesen Menschen, die uns so völlig eingenommen haben, mit ihrer Offenheit, ihrem Wissen, ihrer Wärme und Gelassenheit.Letzter Abend. Wir sitzen erneut im Aufenthaltsraum der Desert Lodge zusammen. Ziv kommt aus der Küche, das obligate Handtuch um die Schulter, eine riesige Stielpfanne in der Hand. Darin süßlicher Reis und gegrillte Barramundis. Wie ziemlich alles, was der exzellente Koch serviert, stammt auch der an sich australische Fisch aus dem Negev, wird gezüchtet in Salzwasserbecken etwas nördlich der Stadt Abrahams, Be‘er Sheva.
Ziv blickt sich um. Einige plaudern, schauen durch die Fotos der vergangenen Tage, alle anderen Computer sind aus. Die Handys liegen irgendwo. „Bete`avon“, sagt unser Gastgeber. Ein zufriedenes Lächeln umspielt seinen Mund.
 
    
 
 

Bonus Track: Jerusalem

    

Als Kontrastprogramm und Überbrückung für einen verschobenen Flug organisierten Baruch und Ziv uns kurzfristig einen Tag in Jerusalem. Ist ein Aufenthalt in der Heiligen Stadt an sich schon faszinierend, gerät sie vollends zur lange nachwirkenden Horizonterweiterung, wenn sich ein historisch und religionswissenschaftlich bewanderter Mensch wie Samuel Dimant spontan als Reiseführer zur Verfügung stellt.Die Eindrücke aus diesem Schmelztiegel der Religionen, Völker und Weltsichten werden hier aus Platzgründen nur mit einem Best-of von Erwins Bildern erzählt. Von Seiten der Redakteuse nur so viel: Jerusalem ist betörend und verstörend zugleich. Mit seinem undurchschaubaren Labyrinth aus Bazaren, Kirchen, Imbissbuden, Katakomben, seinem Gemisch an fremdartigen Geräuschen und Gerüchen, seinem Aufeinanderprallen von schwarz gekleideten ultraorthodoxen Juden, Geschäfte machenden Arabern, bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, seinen buchstäblich übereinander gestapelten Zeugnissen von Kunst, Kultur und Religion ist diese Stadt das beste Beispiel für die Erklärung des Wortes „Kontrast“.
 
     
 
 

Wüste Negev, Israel: Alle Infos

Lage: Israel liegt am östlichen Ende des Mittelmeeres und ist verhältnismäßig klein: Die größte Länge beträgt 420 km, die Breite 14 bis 116 km. Amtssprachen sind Hebräisch, Arabisch und Englisch. Die angrenzenden Staaten sind der Libanon im Norden, Ägypten im Süden, Jordanien und Syrien im Osten. Die Gegend ist auf Grund des Konfliktes zwischen Palästinensern und Israelis immer wieder in den Schlagzeilen. Doch ungeachtet der politisch labilen Situation ist Israel ein wunderschönes Land, das auf extrem engem Raum die unterschiedlichsten Landschaften vereint. Eine davon ist die im Süden gelegene Felswüste Negev, die 60 % der Staatsfläche einnimmt.

Klima: Israel liegt im Übergangsbereich vom Mittelmeer- zum Wüstenklima. Im bis zu 1.000 m hoch gelegenen Negev schwanken die Tages- und Nachttemperatur stärker als die Sommer- und Wintertemperatur. Hier regnet es nur wenige Tage im Jahr (November bis März), im Juli und August wird es zum Radfahren zu heiß. Während unseres Aufenthaltes sanken die Temperaturen nachts auf knapp über Null, unter tags erreichten sie 14 bis 22 Grad. Die beste Reisezeit ist September bis Mai, speziell Radfahrern empfiehlt sich Israels Süden also als klimatisch stabile Winter-Destination. Im März finden fünf UCI-kategorisierte XC-Rennen statt.

Anreise: Wer nach Israel fliegt, muss beim Check-in mit langwierigen Sicherheitskontrollen rechnen, besonders bei der größten israelischen Fluggesellschaft El-Al (aus eben diesem Grund wählen Einheimische aber bevorzugt diese Linie). Sich wie angegeben drei Stunden vor Abflug am Flughafen Ben Gurion, zwischen Tel Aviv und Jerusalem gelegen, einzufinden, ist deshalb ratsam; beim Hinflug reichen 2 h. Uns haben neben dem großzügigen Platzangebot, dem leckeren Menü und dem durchwegs freundlichen Personal vor allem auch die Konditionen bei El Al überzeugt: Mit gut 300 Euro ist man ab Wien dabei, für Räder wird keine Extra-Gebühr berechnet, sie anzumelden genügt. Von München fliegt die Airline täglich außer Dienstag und Samstag, ab Wien täglich außer Freitag und Samstag, Flugzeit 3,5 h. Berlin, Frankfurt und Zürich sind weitere El-Al-Posten im deutschsprachigen Raum. www.elal.de

 

Ausrüstung: Wer nicht das eigene Bike mitnehmen will, kann eines mieten. Sowohl bei der Desert Shade Group als auch imShop Geofun erhält man einfache Alu-Hardtails mit V-Brakes und Flatpedals. Für den Einsatz in der Wüste reicht dieses Setup völlig, wer Glück und Zivs Größe hat, kommt aber vielleicht auch in den Genuss eines Upgrades aus dessen Privatbestand. Klickpedale müssen, wenn gewünscht, mitgebracht werden, aufgrund der mehrfachen Wechsel von Bike auf Hike sind allroundtaugliche Outdoor-Schuhe aber die bessere Variante. Haube und warme Kleidung sind spätestens nachts Pflicht, für die sportlichen Betätigungen ist von kurz/kurz bis lang/lang alles ratsam. Ein verlässlicher Windschutz sollte ebenfalls mit, Schlafsäcke können bei Bedarf auch ausgeliehen werden.

Kontakt: Bike & Hike in der Wüste Negev ist ein Kooperationsprojekt. Der Aktivurlaub ist samt Flug und fundierter Beratung buchbar über Baruch Roths Reiseagentur Flugcontact in Berlin und wird vor Ort betreut und organisiert von der Desert Sahde Group. Letztere wiederum setzt sich zusammen aus Ziv Spector und dessen Lodge,Samuel Dimant und dessen Allrad plus Rad-Anhänger, Ziv Sherzer (oder einem anderen Guide) und dessen Wissen über Land, Leute, Gepflogenheiten und Trails.
Eine ähnliche Unternehmung auf eigene Faust anzugehen, empfiehlt sich übrigens nicht. Einerseits könnten Wasser- und Verpflegungsmangel zu einem bösen Erwachen führen. Andererseits existieren militärische Sperrgebiete, deren Zugangsregelungen man kennen muss. Davon abgesehen, dass das Geleit versierter Wüstenfüchse, wie es die Desert Shade Group-Mitglieder sind, Türen und Tore öffnet, die anderen Touristen verschlossen bleiben.

Buchung: Reiseagentur Flugcontact, Berlin, Baruch Roth
Tel. +49-30-24342420, roth@flugcontact.netwww.flugcontact.net
Betreuung vor Ort, Guiding: Desert Shade Group, Mitzpe Ramon – Tzell Midbar, Ziv Spector
Tel. +972-8-6586229, team@desert-nomads.comwww.desert-nomads.com

Package: Zusätzlich zum Bike&Hike-Programm können individuelle Verlängerungstage z.B. in Tel Aviv oder Jerusalem gebucht werden, auch kürzere Varianten oder die Kombination mit weiteren Aktivitäten (z.B. Israel Trail,Jesus Trail) ist möglich. Das achttägige Exodus Trail-Programm startet einmal monatlich ab einer Mindest-Teilnehmerzahl von zwei Personen (max. 12, ab 6 Pers. auch Individual-Arrangements möglich; Fix-Termine: 9.1./6.2./12.3./15.4./6.5./2.9./14.10./4.11./2.12./23.12. 2012). Im Preis von 1.440 – 1.650 Euro (abhg. v. Pers.Anzahl) sind Verpflegung, Nächtigung, Guiding, 4×4 Begleitauto, Mieträder, Kurzbesichtigung der Jerusalemer Altstadt und Transfers (von/zu Flughafen bzw. Hotel, nach Jerusalem mit Zwischenstopp am Toten Meer) inkludiert. Weitere Touren wie ein Weekend-Regular (Mi-So) sind in Ausarbeitung.

 
   
Homebase: Die Desert Lodge ist abgesehen vom riesigen Aufenthaltsraum mit W-Lan einfach gehalten: schlichte Gemeinschaftsduschen, wahlweise Nächtigung im Beduinenzelt oder 2-Personen-Hütten mit auf einem gemauerten Podest drapierten Matratzen, einem Berg Decken, keinem Mobiliar, keinen Steckdosen. Aktuell ist Ziv am Überlegen, ob er seiner Unterkunft nicht doch einen Hauch von Luxus angedeihen lassen soll. Noch aber setzt er auf andere Reichtümer: herzlichste Gastfreundschaft, fantastische Küche, atemberaubende Kulisse am Rande des Kraters Ramon.
Perfekte Anlaufstation in Jerusalem ist das mitten im Zentrum gelegene Abraham Hostels. Die günstige (Jugend-)Herberge ist Teil eines über ganz Israel verstreuten Verbundes (www.hostels-israel.com), verfügt über saubere, klimatisierte Zimmer, einen riesigen Gemeinschaftsraum inkl. Bar und Küche und ein angeschlossenes Reisebüro mit interessanten Halb-, Ganz- und Mehrtagestouren in die nähere und fernere Umgebung. Räder oder auch Radkoffer können in einem versperrbaren Raum aufbewahrt werden, zur raschen Orientierung gibt’s fantastische Services wie einen allwissenden Stadtplan.

Weitere Infos: Die Homepage des staatlichen israelischen Verkehrsbüros in Berlin bietet alles, was des Reisenden Herz begehrt: www.goisrael.de

Ostern in Israel – eine Reportage

Israel auf den Spuren der Bibel – Ostern im Heiligen Land

von Blacky Neubauer

Nirgendwo sind Sie der biblischen Geschichte so nah wie im Heiligen Land. Hier liegt Bethlehem, Jesu Geburtsort. Der See Genezareth, an dem Jesus viele Wunder vollbrachte. Auch Jerusalem, der Ort der Leidensgeschichte und Auferstehung Christi, lässt die Bibel lebendig werden.

Neben vielen religiösen Stätten bietet Israel aber auch großartige Natur und aufregendes Stadtleben. Mehr Abwechslung geht nicht.

Nazareth

Beginnen Sie Ihre Reise auf den Spuren der Bibel in Nazareth. Hier in den sandsteinfarbenen Gassen des kleinen Pilgerstädtchens im Norden Israels liegt die Wiege des Christentums (Bild). In Nazareth verbrachte Jesus seine Kindheit und Jugend.

Wo einst Maria und Josef gewohnt haben sollen, befindet sich heute die Verkündigungsbasilika. Ganz in der Nähe ist die Kirche des Heiligen Josefs, erbaut an der Stelle, an der Marias Ehemann seine Zimmerei hatte.

Mehrmals am Tag mischt sich das Glockenläuten der 30 Kirchen und Klöster mit dem Ruf des Muezzins. Denn Nazareth ist mit 60 000 Einwohnern die größte arabische Stadt Israels.

Auf dem Markt in der Nähe der Weißen Moschee duftet es nach ofenfrischem, arabischen Brot, Einheimische und Pilger genießen den mit Kardamom gewürzten Kaffee. Ganz in der Nähe – inmitten der hügeligen Landschaft Galiläas, die im Frühjahr von bunten Wildblumen übersät ist – liegt Kana, wo Jesus auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt haben soll.

Und mitten in Nazareth startet der Jesus-Trail, ein 65 km langer Wanderweg, der direkt nach Kafarnaum am See Genezareth führt.

(Bild: Verkündigungsbasilika in Nazareth)

 

See Genezareth

Eine gut ausgebaute Straße windet sich hinunter zum See Genezareth, der 212 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde ist. Hier predigte Jesus und heilte Kranke.

In Kafarnaum am Nordufer des Sees traf er seine ersten Jünger, die Fischer Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes. Ein wunderschönes Mosaik in der drei Kilometer entfernten Kirche von Tabgha erinnert an das Wunder der Brotvermehrung, bei dem Jesus fünf Brote und zwei Fische nahm, ein Gebet sprach und 5000 Menschen speiste.

1986 wurde im See ein 2000 Jahre altes Holzboot freigelegt, das im Yigal Allon Museum im Kibbuz Ginossar am Westufer zu sehen ist (Eintritt 4 Euro). In einer Nachbildung dieses Fischerbootes – das Jesus Boat – kann man heute über den See gleiten.

Rund um den See Genezareth, der vom Jordanfluss gespeist wird, gibt es herrliche Strände und Wasserparks. Ein schöner Radweg führt durchs fruchtbare Bethsaida-Tal am Nordostufer. Dort soll Jesus einen Blinden geheilt haben.

Jerusalem

Die letzte Zeit seines Lebens verbrachte Jesus in Jerusalem. Die beste Aussicht auf die Altstadt und den Felsendom hat man vom Ölberg, wo der Garten Gethsemane liegt, in dem Jesus in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete.

Uralte Olivenbäume sind das Wahrzeichen des 30 Hektar großen Parks. Durch das Löwentor geht es in die Altstadt Jerusalems, wo die Via Dolorosa, der Leidensweg Jesu, liegt. Der 14 Stationen lange Kreuzweg führt zur Grabeskirche.

Vor allem bei der Freitagsprozession drängen sich Tausende Gläubige aus aller Welt durch die Gassen. Manche tragen riesige Holzkreuze, um das Leiden Christi nachzuempfinden.

Wer einen Blick auf das Grab Jesu werfen will, muss oft stundenlang Schlange stehen. Abends geht’s zum Kneipenbummel ins angesagte Nahalat-Shiva-Viertel mit kleinen Bars und Restaurants.

 

 

Zwischendurch stärken Sie sich mit Falafel (frittierte Kirchererbsenbällchen) oder Shawarma (Fladenbrot mit Fleisch und Joghurtsoße).

 

 

Bethlehem

Eine große Ausfallstraße im Süden Jerusalems führt direkt nach Bethlehem, dem Ort, wo alles begann. In dem Geburtsort Jesu am Rande der Judäischen Wüste, der unter palästinensischer Verwaltung steht, trifft sich alles auf dem großen Platz vor der Geburtskirche.

Der Komplex ist eines der ältesten christlichen Bauwerke. Zwei Eingänge führen von der Kirche zur Geburtsgrotte. Ein großer Silberstern kennzeichnet den Ort, an dem Christus zur Welt gekommen sein soll.

(Quelle: http://www.bild.de/reise/2012/reisen/ostern-im-heiligen-land-23289376.bild.html)

Erstes Architekturmuseum in Israel

Israel hat weltweit am meisten Museen pro Kopf. Am 16. März wird eine Lücke im Angebot gefüllt. Der bekannte Regisseur Amos Gitai eröffnet nun in Haifa das erste israelische Architekturmuseum – ein in der israelischen Museumslandschaft bisher nicht vertretenes Thema. Gitai hat dazu das Studio seines Vaters Munio Gitai Weinraub, der zu den wichtigsten Architekten des modernen Haifa und Tel Aviv gehört, renoviert. Die Eröffnung findet deshalb auch am Geburtstag des verstorbenen Vaters, am 16. März statt.  

Neben einer ständigen Ausstellung über Weinraubs Projekte, wird sich die Eröffnungsausstellung auf den öffentlichen Wohnungsbau seit 1940 fokussieren. „Das Museum ist ein Huldigung für die Generation der Architekten wie mein Vater und seine Freunde von Bauhaus, aber es will gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass Architektur auch soziale Fragen in Betracht ziehen muss“, so Gitai (61), der selbst einen Abschluss in Architektur des Technions in Haifa und der Universität Berkeley besitzt.    

„Zurückschauend denke ich, dass Architekten oft zu stark in Anspruch genommen wurden vom Designen von Flughäfen und Museen – auffallende Gebäude – während wir einige talentierte Architekten bräuchten, um bescheidenere Wohnhäuser für mittellosere Leute zu zeichnen. Das Museum soll die Aufmerksamkeit auf solche Fragen lenken.“

 
Amos Gitai im Architekturmusum in Haifa während der Renovierung (Photo: Yoni Markovich)

Die Museumseröffnung soll auch der Premiere für Gitais neusten Film „Lullaby for My Father“ dienen. Dieser Film erzählt die Geschichte Weinraubs, der Student der Bauhaus Architektur und Designs in Deutschland war. Bauhaus wurde 1932 von den Nazis geschlossen, 1933 wurde Weinraub mit drei weiteren jüdischen Studenten verhaftet.  bevor ihn die Nationalsozialisten zu einer gefahrvollen Reise von Polen nach Palästina zwangen. Die vier flohen in die Schweiz und mussten zwischen Palästina und den USA entscheiden. „Ich denke mein Vater entschied sich für Palästina, weil er sehr bewegt war von all den sozialen Experimenten jener Zeit – wie Kibbuzim und sozialer Wohnungsbau“. Diese Flüchtlinge halfen schlussendlich dabei, Tel Aviv und Haifa in Vorzeigemodelle des Bauhausstils zu verwandeln. Viele dieser utilitaristisch modernistischen Strukturen mit tausenden weissen Steinen, die gekennzeichnet sind von grossen Balkonen und kleinen für die mediterrane Hitze idealen Fenstern, werden heute renoviert.

(Quelle: Israelisches Aussenministerium, 28.2.12)

Kunst und Kultur in Israel

Was haben Ofra Haza, Efraim Kishon und der Film „Eis am Stiel“ gemeinsam? Alle drei kommen aus Israel und waren in ihrer Zeit äußerst erfolgreiche Repräsentanten der israelischen Kultur im Ausland.

Dass die israelische Kunst- und Kulturszene noch mehr zu bieten hat als ihre bekanntesten Exportschlager, zeigt dieser Artikel, der einige Kultur-Sparten näher beleuchtet.

 

Bildende Kunst

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„Die neuen Hebräer – 100 Jahre Kunst in Israel“ hieß 2005 eine Ausstellung des Jerusalemer Israel-Museums in Berlin. Die Ausstellung sah als Beginn der israelischen Bildenden Kunst die Gründung der Bezalel Akademie für Kunst- und Kunstgewerbe 1906 in Jerusalem, die auch heute noch die wichtigste Kunsthochschule in Israel ist.

Die Jahre 1906 bis 1930 werden daher auch als erster Abschnitt einer israelischen Kunstgeschichte angesehen. Zwar war die Kunst, die in jenen Jahren an der Bezalel-Akademie entstand, durch Jugendstil und auch das Arts and Crafts Movement geprägt, jedoch fällt vor allem die Verwendung jüdischer und religiöser Themen auf. Die Kunst stand ganz im Dienste des zionistischen Ideals und versuchte eine Verbindung zwischen der Zeit der Bibel und der Rückkehr nach Zion zu schaffen. Hierbei wurde auch ein als „orientalisch“ empfundener Stil verwendet, auch Typografien spielten eine große Rolle.

Bereits in den 1920er Jahren begannen einige der Schüler der Bezalel-Akademie, sich zu emanzipieren und prägten eine subjektivere Kunst, die als „eretzisraelischer Modernismus“ bezeichnet wurde. Ihr bedeutendster Vertreter ist Avraham Melnikov. Andere bekannte Namen sind Reuven Rubin und Nachum Gutman.

 

„Selbstbildnis“ – Reuven Rubin (1924)

Die 1930er Jahre brachten viele Künstler aus Europa in das Mandatsgebiet Palästina. Die Kunst dieser Zeit ist vor allem von französischen und deutschen Einflüssen geprägt. Besonders stechen die Einflüsse des Bauhaus aber auch von Le Corbusier hervor.

Auch in den 1950er und 1960er Jahren war der europäische Einfluss auf die Kunst des jungen Staates deutlich spürbar. Einerseits wanderten weiterhin jüdische Künstler aus Europa nach Israel ein, andererseits studierten auch israelische Künstler in Europa und kehrten von dort mit neuen Ideen zurück. Die Kunst dieser Zeit zeichnet sich häufig durch avantgardistische Elemente aus, wie man sie in Europa schon früher gesehen hatte.

Grundsätzlich kann man in dieser Zeit von zwei verschiedenen Bewegungen sprechen – einerseits von einem universellen künstlerischen Anspruch, wie ihn etwa die Gruppe „Ofakim Chadaschim“ vertrat und andererseits von einer häufig als „Regionalismus“ bezeichneten Kunst, die sich selbst im Dienste des Staates und der zionistischen Bewegung sah.

Bis Ende der 1960er Jahre hielt sich die israelische Kunst bei der Beschäftigung mit den aktuellen politischen Themen zurück. Künstler, die sich zu jener Zeit mit gesellschaftlichen oder jüdischen Themen beschäftigten, wurden in den Augen des künstlerischen Establishments offen als anachronistisch angesehen.

Dies änderte sich mit dem Sechs-Tage- und dem Yom-Kippur-Krieg und einem stärkeren Einfluss amerikanischer Kunst. Beides ließ aktuelle Themen stärker in den Vordergrund rücken und führte zur Entstehung politischer Kunst, wie sie etwa der Künstler Yigal Tumarkin produziert.

 

„He walked through the Fields“ – Yigal Tumarkin (1967)

Die 1970er Jahre sahen auch erste Formen der Aktions- und Konzeptkunst.

In den 1980er Jahren schließlich begann die israelische Kunst sich einem expressiven Malstil zuzuwenden und war häufig bemüht, die Grundfesten der israelischen Gesellschaft in Frage zu stellen. Protest war das große Thema der Kunst dieser Zeit. Auch hier waren politische Ereignisse wie der Libanon-Krieg 1982 und der Beginn der Intifada wichtige Auslöser.

Die 1990er Jahre brachten eine Öffnung hin zur Auseinandersetzung mit internationaler Kunst, was sich unter anderem durch eine Reihe von Gruppenausstellungen von israelischen und internationalen Künstlern ausdrückte.

Neue Ausdrucksformen entwickelten sich, so wurde durch digitale Schnitttechniken die Videokunst neu entdeckt. Gleichzeitig erhielt die Bildende Kunst auch in der Peripherie des Landes mehr Gewicht, indem Museen außerhalb der großen Städte Gegenwartskunst auszustellen begannen und viele neue Galerien entstanden.

 

„Ohne Titel“ – Tsibi Geva (2005)

Heute zeichnet sich die israelische Kunst vor allem durch ihre Vielfalt aus. Israelische Künstler beschäftigen sich weiterhin viel mit der eigenen Gesellschaft und der politischen Situation, schauen jedoch auch viel häufiger als früher „über den eigenen Tellerrand“ hinaus.

 

Literatur

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Israelische Literatur zu definieren, fällt schwer. Sie mit hebräischer Literatur gleichzusetzen, hieße die Literatur, die in Israel auf Jiddisch, Ladino, Arabisch, Russisch, Rumänisch, Englisch und anderen Sprachen geschrieben wird, zu ignorieren. Eine Beschränkung auf die seit der Staatsgründung erschiene Literatur wiederum würde einen wichtigen Teil der Anfänge der hebräisch-sprachigen Literatur außer Acht lassen. Doch für die Literaturwissenschaft beginnt die Geschichte der israelischen Literatur in der Regel mit der Geschichte des modernen Hebräisch.

Der israelische Literaturwissenschaftler Gershon Shaked macht in seiner „Geschichte der modernen hebräischen Literatur“, die allerdings 1980 endet, vier Generationen von Schriftstellern aus. Die erste Generation sieht er von den 1880er bis in die 1920er Jahre. Dazu gehören einerseits osteuropäische Schriftsteller, die auf Hebräisch und Jiddisch schrieben, andererseits die Dichter der ersten Aliya, die vorwiegend die neue Lebensweise in Palästina zum Thema hatten.

Die zweite Generation war ebenfalls vom Ende des 19. Jahrhunderts und bis zum Ersten Weltkrieg schriftstellerisch tätig. Hierzu zählt Shaked Chayim Nachman Bialik und Josef Chayim Brenner. Außerdem gehören für ihn auch Dichter der Zweiten Aliya dazu, deren Hauptthemen die Auswanderung und die Eingewöhnung in Palästina waren. Zu ihnen gehört etwa Agnon.

 

Chayim Nahman Bialik (Foto: Nationales Fotoarchiv)

Die dritte Generation begann Ende des Ersten Weltkriegs zu schreiben. Die meisten ihrer Autoren gehörten der Dritten und Vierten Aliya an. Die wichtigsten Themen sind die beiden Weltkriege, die Shoah und das Pioniertum.

Als vierte Generation bezeichnet Shaked die im Land geborenen Schriftsteller, die in den 1920er, 30er und 40er Jahren geboren wurden. Zentrale Themen dieser Generation sind die Shoah, der Unabhängigkeitskrieg und die Gründung des Staates Israel. Autoren wie Yoram Kaniuk, Amos Oz und A. B. Yehoshua gehören zu dieser Generation, die sich durch eine kritische Haltung zu Staat, Judentum und der zionistischen Bewegung auszeichnet.

 

Abraham B. Yehoshua

Die neunziger Jahre brachten Israel eine neue Generation von Schriftstellern, die sich vor allem auch neuen Themen zuwandten. Auch in Israel erblühte die Popliteratur, in den neunziger Jahren reflektierten viele Autoren wie etwa Orly Castel-Bloom oder Etgar Keret besonders Themen wie Familie oder die Rolle des Individuums in einer stark kollektivistischen Gesellschaft.

 

Orly Castel-Bloom (Foto: Walla)

Im neuen Jahrtausend ist die Literatur aus Israel weniger zornig, viele Autoren (so etwa Moshe Sakal, Ilan Sheinfeld oder Alon Hilu) thematisieren in historischen Romanen die Herkunft ihrer Familien aus den Ländern der Diaspora.

 

Film

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Mit der Oscar-Nominierung des Films „Footnote“ als bester fremdsprachiger Film wurde zum vierten Mal in fünf Jahren ein Film aus Israel in dieser Kategorie nominiert. Aus keinem anderen Land standen in diesem Zeitraum so viele Filme zur Entscheidung.

Die Vorgänger bei den Oscars hießen „Waltz with Bashir“, „Beaufort“ und „Ajami“ und thematisierten alle den Konflikt mit den arabischen Nachbarn.

Das israelische Kino ist heute international erfolgreich, israelische Filmemacher werden regelmäßig  zu den wichtigen internationalen Festivals eingeladen. Das ist nicht selbstverständlich, denn viele Jahre lang war israelisches Kino für den internationalen Markt eher ungeeignet: In den 1960er und 1970er Jahren dominierten billige Produktionen, sogenannte „Bourekas-Filme“ die Filmindustrie, die vor allem von den ethnischen Stereotypen von aschkenasischen und sephardischen Juden lebten.

 

„The Policeman“ (Ha-Shoter Azulai, 1971)

Viele dieser Filme sind heute Klassiker des israelischen Kinos, die unter anderem einen wichtigen Beitrag zum Zusammenwachsen der israelischen Gesellschaft leisteten – von der Kritik wurden die Bourekas-Filme, die damals zu Kassenschlagern wurden, jedoch auch in ihrer Zeit einhellig verrissen. Ein Verkauf ins Ausland war unmöglich – die Filme verarbeiteten Themen, die international weitgehend unbekannt waren.

In Abgrenzung zu den Komödien, die unter Cineasten von jeher einen schlechten Ruf hatten,  gründete eine Gruppe israelischer Filmemacher 1979 den ambitionierten „Israeli Fund to Encourage Quality Films“.

Die folgenden zwei Jahrzehnte waren dennoch nicht sehr ertragreich für das israelische Kino, 1998 erreichte die Filmindustrie ein Rekordtief: Nur noch 0,3 Prozent der israelischen Kinobesucher kauften ihre Tickets für einen israelischen Film.

 

„Broken Wings“ (Knafayim Shvurot, 2002)

Im Jahr 2000 beschloss die Knesset, dass es so nicht mehr weitergehe und erhöhte das jährliche Budget für Filmförderung auf 10 Millionen Dollar, so dass vor allem junge Filmemacher eine Chance bekamen, ihre Ideen umzusetzen. Auch die kommerziellen Fernsehsender wurden per Gesetz verpflichtet, im Gegenzug für zukünftige Senderechte, Kinofilme zu finanzieren.

Mittlerweile produziert Israel zwanzig Filme pro Jahr, 15 Filme mehr als noch Ende der 1990er Jahre. Und das mit dem Oscar bekommen wir auch noch hin…

 

Tanz

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Der israelische Tanz hat sich von Beginn an in zwei verschiedene Richtungen entwickelt: Einerseits wurden seit der Frühzeit des zionistischen Pioniertums jüdische Volkstänze gefördert und ein israelischer Volkstanz entwickelt. Darüber hinaus waren Volkstänze aus den Ursprungsländern der Einwanderer beliebt.

Doch auch moderner künstlerischer Tanz war bereits seit den 1920er Jahren im damaligen Mandatsgebiet Palästina von Bedeutung. Auch hier brachten Einwanderer aus Europa Einflüsse aus ihren Heimatländern mit. Eine der Pionierinnen des modernen Tanzes in Israel war die ehemalige Wienerin Gertrud Krauss, die 1935 nach Palästina einwanderte.

 

Gertrud Krauss

Nach der Staatsgründung wurde der künstlerische Tanz durch eine Reihe von Ensembles, von denen jedes auf einer anderen Grundorientierung und einem anderen Stil basierte, zu einer Kunstform von hohem professionellem Niveau weiterentwickelt. Schon viele Jahre sind Tanzensembles wie die Batsheva Dance Company (gegründet 1964) und die Kibbuz Contemporary Dance Company international äußerst erfolgreich.

Die wichtigsten israelischen Ensembles sind das Inbal-Tanztheater, die Batsheva Dance Company, die Bat Dor Dance Company, die Kibbuz Contemporary Dance Company, Kol Dmama und das Israel-Ballett.

 

Batsheva Dance Company (Foto: D. Shankbone)

Zeitgenössischer Tanz aus Israel gilt als hochprofessionell, innovativ und anspruchsvoll. Das Suzanne Dellal Tanz-Zentrum im Tel Aviver Stadtteil Neve Tzedek veranstaltet seit mehreren Jahren jährlich eine „International Exposure“ – eine Art Messe für Multiplikatoren aus dem Ausland, bei der herausragende israelische Produktionen vorgestellt werden. Seit seiner Eröffnung 1989 ist das Suzanne Dellal Zentrum das Mekka des Kunsttanzes in Israel geworden.

 

Suzanne Dellal Zentrum (Foto: A. Teicher)

Ebenfalls in Tel Aviv angesiedelt sind die Israelische Tanzbibliothek und das Israelische Tanzarchiv, die nicht nur als Zentren der Tanzlehre und -wissenschaft dienen, sondern auch Bücher zum Thema Tanz sowie die Zeitschrift Israel Dance Annual herausgeben.

Die Tanzabteilungen der Rubin-Akademien für Musik und Tanz in Jerusalem und Tel Aviv, die Bat-Dor-Studios, die Talma-Yellin-Schulen in Tel Aviv und eine Reihe von anderen Tanzschulen und Workshops im ganzen Land bieten Tanzausbildungen an.

Wichtige Beiträge Israels auf dem Gebiet der Bewegungs- und Tanzerziehung sind die bekannte Feldenkrais-Methode (entwickelt von Moshe Feldenkrais), die in der ganzen Welt gelehrt wird, und das Eshkol-Wachman-Bewegungsnotationssystem, eines der drei bekanntesten Systeme zur schriftlichen Aufzeichnung von Tanz und Bewegung.

 

Erkennen Sie alle in der Collage?

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 (jeweils von links nach rechts)

1. Zeile: die Dichterin Rachel Bluwstein, ein Werk des Künstlers Dani Karavan, die Sängerin Ofra Haza, eine Szene aus dem Film „Eis am Stiel“, die Schrifstellerin Zeruya Shalev

2. Zeile: der Schauspieler und Sänger Yehoram Gaon in dem Film „Casablan“, eine Szene aus dem Film „Walz with Bashir“, der Schrifsteller Amos Oz, ein „Hora“-Tanz

3. Zeile: der Schrifsteller Efraim Kishon, ein Werk des Künstlers Nachum Gutman, die Schauspielerin Clara Khoury in dem Film „Die syrische Braut“, eine Szene aus einem Stück der Batsheva Dance Company

 

Quelle: Sondernewsletter der Israelischen Botschaft Berlin

Zuckerberg richtet für Peres Facebook-Seite ein

Am 6. März soll die offizielle Facebook-Page von Präsident Peres online gehen, die ihm den ständigen Austausch mit den Facebook-Nutzern weltweit ermöglichen wird.

Für den Launch der Seite hat sich sein Team in Zusammenarbeit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg höchstpersönlich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Peres wird am ersten Tag des Facebook-Beitritts auf seiner Page ein Live-Interview geben, bei dem ihm Nutzer aus allen Teilen der Welt Fragen stellen können. Den Launch der Seite wird Peres mit Zuckerberg bei einer Zeremonie in der Facebook-Zentrale im Silicon Valley feiern. Dort wird dann auch ein Musikvideo mit dem Titel „Be my friends for Peace“ von dem Musiker Noy Alooshe Premiere haben, das extra für Peres’ Facebook-Auftritt produziert wurde.

Peres‘ Cyber-Initiative ist nicht nur auf Facebook begrenzt: Im Rahmen von „Peres 360“ wird der Präsident seine Präsenz auch auf Twitter, Instagram und Youtube ausweiten. Auf diesen Kanälen kann die Öffentlichkeit dann die Handlungen des Präsidenten in Echtzeit verfolgen.

Die Initiative soll vor allem der Völkerverständigung dienen, indem sie die Kommunikation mit Menschen in Ländern fördert, mit denen Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält, insbesondere mit der jungen Generation in den arabischen Staaten.

Es soll ihnen so ermöglicht werden, Ideen und Konzepte vorzuschlagen, wie die Bevölkerung sich näher kommen kann, erklärt Efrat Duvdevani, Leiterin des Präsidialamts. „Die Facebook-Seite des Präsidenten ist ein sehr wichtiger Schritt, um die Beziehung zu der Öffentlichkeit auf der ganzen Welt zu vertiefen. Sie gibt uns eine Plattform, um Präsident Peres‘ Vorstellung von Frieden zu bewerben und den Staat Israel positiv zu präsentieren“, so Duvedavni.

Quelle (ynet)

Byzanz bis Bauhaus: architektonische Vielfalt in Israel

Israel hat zahlreiche architektonische Stile, die sich schön in die Landschaft einfügen. Es gibt mehr als genug zur Auswahl, denn Israels moderne Architektur ist eine eklektische Mischung von Antike bis zu Avantgarde. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber der folgende Artikel versucht, die Top 10 vorzustellen; darunter das YMCA-Gebäude in Jerusalem, das vom Architekten des Empire State Buildings entworfen wurde, aber auch das Tel Aviv Museum, der Oberste Gerichtshof oder die Chaim Weizmann Residenz in Rehovot.

http://israel21c.org/culture/the-top-10-must-see-buildings-of-israel?utm_source=Newsletter+2%2F8%2F2012&utm_campaign=February+8+2012+&utm_medium=email

PFLANZEN SIE IHREN EIGENEN BAUM IN ISRAEL

Der Baum ist für uns Menschen ein starkes Symbol des Lebens und der Hoffnung.
Helfen Sie uns, Israel zu begrünen.

Der KKL – Keren Kayemeth Leisrael hat vielen Menschen aus aller Welt ihren Traum eines eigenen Baumes in der Erde des Gelobten Landes ermöglicht. Über 240 Millionen so gepflanzte Bäume haben das einst karge Land wieder in die blühende Landschaft verwandelt, die es einmal war.

Gerne pflanzen wir für Sie einen oder mehrere Bäume im Tiberias Schweizerwald, oberhalb des Sees Genezareth. Machen Sie sich damit eine besondere Freude. Oder beschenken Sie als Zeichen Ihrer Liebe und Wertschätzung Menschen zu einem Feiertag, zum Geburtstag, zu einem Jubiläum,
als Gastgeschenk oder zur Erinnerung an einen lieben Verstorbenen mit einem oder mehreren Bäumen im Heiligen Land.

WIR SCHAFFEN EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT FÜR DIE MENSCHEN
VON HEUTE UND DIE KINDER VON MORGEN.

Gerne pflanzen wir auch für Sie oder für Menschen Ihres Herzens einen oder mehrere Bäume im Tiberias Schweizerwald, oberhalb des Sees Genezareth.

Machen Sie sich damit eine besondere Freude. Oder beschenken Sie als Zeichen Ihrer Liebe
und Wertschätzung Ihnen nahestehende Menschen zu einem Feiertag, zum Geburtstag, zu einem
Jubiläum, als Gastgeschenk oder zur Erinnerung an einen lieben Verstorbenen mit einem oder
mehreren Bäumen in Israel.

BAUM BESTELLEN

 

 

Quelle: Keren Kayemeth Leisrael