Peres: Der Nahe Osten ist krank – Schlüssel ist Freiheit

Artikel des israelischen Präsidenten Shimon Peres, 18.6.12.

Der Nahe Osten ist krank. Die Krankheit entspringt der überall vorhandenen Gewalt, Engpässe bei Nahrung, Wasser und Bildungsmöglichkeiten, Diskriminierung gegen Frauen und – der wichtigste aller Gründe – der Abwesenheit von Freiheit.

Es kann keinen Frieden geben ohne Freiheit. Ökonomisches Wachstum ist unmöglich ohne Integration in die globale freie Wirtschaft. Tragischerweise entzieht sich uns im Nahen Osten diese simple Logik.

Die junge Generation, die den Grossteil der Bevölkerung in der Region ausmacht, besteht auf gleiche Rechte, Zugang zu Bildung und den von Wissenschaft und Technologie geschaffenen Jobs. Diese, nicht Armeen oder Land, sind die neuen Quellen nationaler Stärke. Und keine ist erreichbar ohne Freiheit.

Die Sehnsucht nach Freiheit liegt im Kern der Menschheitsgeschichte. Der definierende Moment für mein eigenes Volk geschah vor 3000 Jahren bei unserem Exodus aus der Sklaverei und der Reise in die Freiheit in unserer Heimat. Ähnlich suchten die an Bord der Mayflower segelnden Pilger Freiheit in ihrem neuen verheissenen Land. Dieses gemeinsame Streben bildet den Eckpfeiler der tiefen Freundschaft zwischen Israel und Amerika.

Aber diese Sehnsucht nach Freiheit ist noch weit entfernt von der Erfüllung. Sie harrt in manchen Teilen der Welt beständig aus, nirgendwo mutiger als im Nahen Osten. Mein Herz wendet sich den mutigen Bürgern Syriens zu, die jeden Tag ihr Leben riskieren und sogar opfern um Freiheit von einem mörderischen Regime zu erlangen. Wir in Israel heissen den historischen Kampf zur Bildung demokratischer, friedliebender Regierungen in unserer Region willkommen.

Trotzdem kann kein Kampf für Freiheit im Nahen Osten erfolgreich sein, ohne auch die Armut zu lindern, die den Willen der Menschen abfliessen lässt. Um das zu erlangen, sind fundamentale Veränderungen in der Gesellschaft notwendig; der Bildung und der Beendung von Diskriminierung gegen Frauen müssen Priorität eingeräumt werden. Es gibt keine Freiheit, die der Hälfte der Bevölkerung verwehrt wird.

In Israel, einem Land, dem es an natürlichen Ressourcen mangelt, haben wir gelernt unseren grössten nationalen Vorteil zu schätzen: unser Verstand. Durch Kreativität und Innovation haben wir kahle Wüsten in blühende Felder verwandelt und Pionierarbeit an neuen Grenzen der Wissenschaft und Technologie geleistet. Wir sind erpicht darauf, unsere Erfahrung mit unseren Nachbarn zu teilen, wenn sie ihr gewaltiges menschliches Potential nutzbar machen werden.

Unser Potential kann jedoch nicht vollständig umgesetzt werden ohne Frieden. Frieden ist nicht bloss eine nationale Notwendigkeit, sondern auch ein moralischer Imperativ.

Dies ist heute besonders wahr, wenn die Kräfte der Freiheit und jene der Täter des Extremismus zusammenprallen. Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zu erlangen, würde beispielsweise diejenigen, die nach Freiheit streben stärken und die Unterdrücker, die den Konflikt für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren, schwächen.  Ich habe mich oft mit Mahmoud Abbas, dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, getroffen und ich weiss, dass Frieden möglich ist. The Konturen des Abkommens sind uns allen klar: zwei Staaten für zwei Völker, die nebeneinander leben in gegenseitiger Anerkennung, Sicherheit und Frieden.

Die Feinde der Freiheit im Nahen Osten sind auch die Feinde des Friedens. Das iranische Regime unterdrückt sowohl sein eigenes als auch andere Völker in der Region. Es verhindert Frieden durch Finanzierung des Terrors weltweit. Mit der ultimativen Waffe, die es irreführend entwickelt, zielt das Regime darauf ab, die Vormachtstellung über den gesamten Nahen Osten zu gewinnen und die Welt als ökonomische Geisel zu halten.

Israelis können die Leugnung des Holocaust der iranischen Leiter und ihre wiederholten Aufrufe zu unserer Zerstörung nicht ignorieren. Gleichzeitig glauben wir, dass die internationalen Bemühungen – angeführt von Präsident Obama, einem Freund des Friedens und einem Freund Israels – Irans tödlichen Kurs zu ändern. Wir glauben, dass wie Obama erklärt hat, alle Optionen auf dem Tisch bleiben müssen .

Ich bin ein Optimist, aber ich bin nicht naiv. Meine zahlreichen Jahre im öffentlichen Dienst haben mich die Schwierigkeiten gelehrt, Ideale und politische Realitäten miteinander in Einklang zu bringen. Dennoch verstehe ich auch die Notwendigkeit, mit einem moralischen Kompass zu navigieren. Eine nach Frieden trachtende Nation wird schlussendlich triumphieren.

Letzte Woche erhielt ich im Namen des Volkes Israels im Weissen Haus die Presidential Medal of Freedom. Diese Auszeichnung ist ein Testament für Israels Verpflichtung zu Freiheit und Frieden. Diese Woche bin ich Gastgeber meiner jährlichen Konferenz, an der globale Denker darüber nachdenken werden, wie die Früchte der Freiheit und des Friedens für künftige Generationen weltweit gewährleistet werden können.

Der Nahe Osten leidet an Malaise. Aber wir können uns eine robuste und gedeihende Region vorstellen und herbeiführen, indem wir Mängel tilgen, Chancen schaffen und Gleichheit für alle garantieren. Die Strasse zur Erholung beginnt – und endet – mit Freiheit.

(Englisches Original: Los Angeles Times Online:

http://www.latimes.com/news/opinion/commentary/la-oe-peres-middle-east-malaise-20120618,0,3627412.story )

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Gay Pride Week in Tel Aviv

 

In der ersten Juniwoche fand in Tel Aviv die „Gay Pride Week“ statt, die mit verschiedenen Events Tausende Israelis und Touristen in die Stadt lockte. Partys, Diskussionsveranstaltungen und Konzerte halten die Besucher Tag und Nacht beschäftigt. Am Freitagabend hatte eine religiöse homosexuelle Organisation sogar zu einer Kabalat Shabbat eingeladen.

Am Freitagmittag, 8. Juni um 13.00 Uhr israelischer Zeit, setzte sich dann im Meir-Park der „Tel Aviv Pride March“ in Bewegung, der alljährlich den Höhepunkt der Woche bildet. Diese Parade fand in diesem Jahr bereits zum 14. Mal statt.

Zehntausende nahmen daran statt und tanzten und sangen sich vom Gan Meir durch die Bugrashov, Ben Yehuda und Arlozorov Strassen bis zu einer riesigen Strassenparty am Gordon Beach.

 

Bilder und Filme dazu auf: http://www.gaytlvguide.com/component/content/article/12-fp-articles/63-gay-pride-parade-tel-aviv-2012-june-8

Eindrücke vom „Tel Aviv Pride Beach“ gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=BPBrN5mEDQg

 

Israel unter den 10 glücklichsten Ländern

Zum zweiten Mal hat 24/7 Wall St. den OECD- Bericht über Lebenszufriedenheit in ihren Staaten behandelt. Ökonomische Prosperität, Gesundheit und starke soziale Unterstützungsnetzwerke korrespondieren stark mit Glück. Während es auch dieses Mal die USA nicht unter die 10 glücklichsten Nationen geschafft hat (Platz 11), gehören die Schweiz und Israel sehr wohl dazu.

  1. Dänemark
  2. Norwegen
  3. Niederlande
  4. Schweiz
  5. Österreich
  6. Israel
  7. Finnland
  8. Australien
  9. Kanada
  10. Schweden

Über Israel schreiben sie: „Israeli haben lange, gesunde Leben. Das Land hat eine geringe Adipositasrate von 13.8% und 81% der Befragten bezeichnen ihre Gesundheit als „gut“ oder „sehr gut“. Im Vergleich dazu ist die durchschnittliche Lebenserwartung von Amerikanern 3 Jahre geringer und die Quote der stark Übergewichtigen unter Erwachsenen beträgt 33.8%.“

„Trotz der konstanten Sicherheitsbedenken bewegt sich die Mord- und Totschlagrate im Durchschnittsmass der OECD von 2.1 Morden auf 100‘000 Personen. Dazu kommt, dass sich 70% der Befragten sicher fühlen, wenn sie nachts nach Hause laufen. Und obwohl Israelis lange arbeiten – 18.92% arbeiten mindestens 50h/Woche (Anm. 3. höchster Platz) – bleibt die Lebenszufriedenheit hoch.“

Die Erwerbstätigenquote liegt bei 60% und ist somit auf dem 11. letzten Platz. Im Gegensatz dazu liegt die Schweiz hier an erster Stelle und ist statistisch ausschlaggebend, dass sie so als 4. glücklichstes Land aufgeführt wird. Auch beim verfügbaren Einkommen, Selbsteinschätzung der Gesundheit, Lebenserwartung, Versicherungsabdeckung und PC- sowie Internetnutzung rankt die Schweiz weit vorne.

(Quelle: 24.5.12 von Michael B. Sauter, von 24/7 Wall St. http://www.dailyfinance.com/2012/05/24/the-10-happiest-countries-in-the-world/#photo-5)

(Photos: Israelisches Tourismusministerium)

Jom Jerushalajim – einige Zahlen zur Stadt

Der „Jerusalem-Tag“ erinnert an die Wiedervereinigung der Stadt nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967. Anlässlich des Feiertages hat das Zentrale Statistikamt Zahlen zur Situation in der israelischen Hauptstadt veröffentlicht.

Demnach ist Israel nach wie vor die größte Stadt im Land. 2011 hat sie die Marke von 800.000 Einwohnern geknackt. 497.000 (62%) der 801.000 Einwohner sind Juden, 281.000 (35%) Muslime, 14.000 (etwa 2%) Christen und 9.000 (1%) Einwohner gehören keiner der drei genannten Religionsgemeinschaften an.

Zuzügler kommen meist aus Bnei Brak, Tel Aviv-Jaffa und Beit Shemesh. Wer die Stadt verlässt, zieht wiederum ebenfalls meist nach Tel Aviv-Jaffa, Beit Shemesh oder Beitar Illit.

Die Zahl der Geburten pro Frau liegt unter Jerusalemerinnen mit 4,01 deutlich über dem Landesdurchschnitt von 3,03.

Ein durchschnittlicher Haushalt in Jerusalem hat vier Mitglieder, der Landesdurchschnitt liegt bei 3,4.

87,7% der Jerusalemer Erwerbstätigen arbeiten in der Stadt – gegenüber nur 64,2% der Tel Aviver.

12,2% der Haushalte mit Kindern sind ohne Einkommen, das ist beinahe doppelt so viel wie der Durchschnitt der Stadtbevölkerung (6,6%).

34% der Juden im Alter von über 20 Jahren in der Stadt bezeichnen sich als ultraorthodox (Israel insgesamt: 9%), 19% als religiös (10% im Landesdurchschnitt), 27% als traditionell religiös oder traditionell, aber nicht so religiös (38% in Israel insgesamt), und 19% der jüdischen Einwohner Jerusalems bezeichnen sich als säkular und nicht religiös (der Landesdurchschnitt liegt hier bei 43%).

Die Jerusalemer sind optimistischer als der Rest des Landes. 56% glauben, ihre Situation werde sich in der Zukunft verbessern (52% in Israel insgesamt). Dagegen sind 63% zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation, das trifft nur auf 59% der Israelis insgesamt zu.

65,3% der Schüler an hebräisch-sprachigen Schulen in der Stadt lernen an ultraorthodoxen Schulen; 37,1% der Schüler insgesamt an arabisch-sprachigen Schulen.

36.500 Studierende sind an den Hochschulen in der Stadt eingeschrieben.

(Zentrales Statistikamt, 16.05.12)

Muslime, Christen und Drusen in Israel

Knapp 7,8 Millionen Einwohner hat Israel laut den jüngsten Angaben des Zentralamts für Statistik vom September vergangenen Jahres.

5.874.300 (75,34%) davon sind Juden und 1.600.100 (20,52%) Araber; weitere 323.000 (4,14%) lassen sich keiner der beiden Bevölkerungsgruppen zurechnen.

Die israelischen Araber sind Muslime, Christen oder Drusen.

Muslime

Ende 2010 betrug die muslimische Bevölkerung Israels etwa 1,321 Millionen (knapp 17,2% der Bevölkerung insgesamt).

Jeder fünfte Muslim in Israel lebt in der Hauptstadt – Jerusalem ist die Stadt mit den meisten muslimischen Einwohnern (272.000, 34,5% der Einwohner der Stadt), in großem Abstand gefolgt von Rahat (53.000), Nazareth (50.500) und Umm al-Fahm (47.300).

Muslimische Frauen in Israel bekommen durchschnittlich 3,8 Kinder – 2000 waren es noch 4,7 Kinder pro Frau gewesen. Muslimische Frauen bekommen damit mehr Kinder als andere Bevölkerungsgruppen in Israel, so bekommen jüdische Frauen im Schnitt drei Kinder, drusische 2,5 und christliche 2,1 Kinder. Auch im Vergleich zu muslimischen Frauen in einigen muslimisch geprägten Ländern ist die Geburtenrate von Musliminnen in Israel relativ hoch: Syrische muslimische Frauen bekommen im Schnitt 3,2 Kinder, ägyptische 2,9 und türkische und libanesische muslimische Frauen bekommen 2,1 Kinder.

Die El-Jazzar-Moschee in Akko (Foto: Martin VMTL)

Die Arbeitslosenquote liegt unter Muslimen bei 9,2% (Juden 6,5%).

40% aller berufstätigen muslimischen Frauen arbeiten im Erziehungssektor. Beinahe ein Viertel (23,7%) der Studierenden an Lehrer-Seminaren waren 2010 Muslime.

Ein durchschnittlicher muslimischer Haushalt gibt monatlich 11.527 Shekel (ca. 2.345 Euro) aus (jüdische Haushalte: 13.997 Shekel/2.847 Euro). In muslimischen Haushalten wird mit 23,9% ein größerer Anteil des monatlichen Budgets für Lebensmittel ausgegeben als in jüdischen Haushalten (15,3%).

Der Großteil der Muslime im Alter von 20 Jahren und mehr sind mit ihrem Leben zufrieden – 42% sind „sehr zufrieden“, 45% „zufrieden“. 35% der Juden in Israel sind „sehr zufrieden“ mit ihrem Leben.

Mit einer Wachstumsrate von 2,7% (2000 3,8%) ist die muslimische Bevölkerung immer noch die am schnellsten wachsende Gruppe in Israel. Die jüdische Bevölkerung wuchs 2010 um 1,7%, die drusische um 1,8% und die christliche um 0,9%.

 

Christen

Die christliche Bevölkerung macht ca. 2% der Israelis aus. 2010 waren dies ca. 154.500 Einwohner. Nur etwas mehr als 80% der Christen sind Araber, der überwiegende Rest christliche Ehepartner von Juden, die nach Israel eingewandert sind. Über 50% der Christen in Israel gehören der melkitischen griechisch-katholischen Kirche an. Die zweitgrößte Gruppe sind mit 35% die griechisch-orthodoxen Christen. Darüber hinaus sind zahlreiche andere christliche Konfessionen vertreten.

Seit der Staatsgründung ist der Anteil der Christen an der Bevölkerung gesunken, von 2,89% 1947 auf 2,1% 2010. Dies liegt unter anderem an der relativ niedrigen Geburtenrate (2,2 Kinder pro Familie). Christen in Israel heiraten im Durchschnitt mit 29,1 Jahren, damit sind sie bei ihrer Hochzeit anderthalb Jahre älter als ihre jüdischen Mitbürger.

60% der arabischen Christen in Israel leben in der Region „Nord-Israel“, 14% in Haifa, 11% in Jerusalem, 5,5% in Tel Aviv-Yaffo, 4,8% in der Region „Zentrum“ und 3,1% in der Region „Süden“. Der Großteil der Christen (etwa 75%) lebt in Westgaliläa, unter ihnen viele in Haifa und Nazareth und gemischten Dörfern wie Shfaram und Kfar Yasif. Die beiden letzten christlichen Dörfer im gesamten Nahen Osten sind Ma’aliya und Fassuta in Nordisrael.

Nazareth mit der Geburtskirche (Foto: A. Maalouf)

Mitglieder der christlichen Community in Israel sind überdurchschnittlich gut ausgebildet, dies schlägt sich auch bereits in der Schulbildung nieder. Die Prozentzahl der christlichen Schüler, die jährlich das Abitur ablegen, liegt mit 63% noch über der der jüdischen Schüler (60%) und deutlich über der der muslimischen Schüler (46%). Dies korreliert mit dem generellen Trend, dass Erfolge in der Schulbildung mit der Schulbildung im Elternhaus zusammenhängen.

Auch an den Universitäten und Colleges sind Christen erfolgreich: Ihr Anteil an den israelischen Studierenden insgesamt beträgt 1,8%, dies entspricht in etwa dem Bevölkerungsanteil. Das beliebteste Studienfach bei christlichen Bachelor-Studenten ist mit 11,4% Jura, an zweiter Stelle stehen gesellschaftswissenschaftliche Studiengänge mit 9,3%. 25% der Berufstätigen in der christlichen Community sind in freien akademischen und technischen Berufen tätig – eine Prozentzahl, die der der jüdischen Community nahekommt.

 

Drusen

Den Drusen kommt in Israel eine besondere Stellung zu, seitdem sie 1957 als religiöse Gruppierung anerkannt wurden und seit demselben Jahr drusische Männer zum Armeedienst verpflichtet sind. Der Anteil der drusischen Offiziere liegt deutlich über ihrem Bevölkerungsanteil.

Grab des Nabi Shu´ayb, heiliger Ort für Drusen (Foto: Almog)

Die drusischen Bevölkerungszentren in Israel stellen der Karmel, Galilläa und die Golanhöhen dar. 2008 gab es 122.000 drusische Israelis. Sie stellten damit 1,7% der Bevölkerung insgesamt und 8,3% der arabischen Bevölkerung.

Die größte drusische Bevölkerung hat mit 22.000 Einwohnern die Gemeinde „Ir ha-Karmel“.

2007 lag die Geburtenrate bei 2,5 Kindern pro Frau.

 

Auf der Collage am Anfang des Artikels sind zu sehen:

Hasseen Faris, hoher Offizier des Grenzschutzes; Klara Huri, Schauspielerin; Rafiq Halabi, Journalist im Zweiten Programm; Ralib Majadla, erster arabischer Minister, heute Knessetabgeordneter; Niral Qarantinji, Gewinnerin der zweiten Staffel der Castingshow „Dugmaniot“ (Models); Mira Awwad, Sängerin und Schauspielerin; Sayed Kashua, Schriftsteller, der auf Hebräisch schreibt; Ranya Joubran, erste arabischer Kadettin im diplomatischen Dienst; Salim Joubran, Richter am Obersten Gerichtshof und Vater von Ranya; Rana Rasslan, 1999 erste arabische Miss Israel; Miriam Toukan, über viele Runden erfolgreiche Teilnehmerin der Castinshow „Kochav nolad“ (Ein Star wurde geboren); Ahmad Tibi, Knessetabgeordneter und 2001 Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten; Ayoub Qara, amtierender stellvertretender Minister für die Entwicklung des Negev und Galiläas; Haneen Zouabi, Knessetabgeordnete und Passagierin auf der „Mavi Marmara“; Emile Habibi, Schriftsteller und Knessetabgeordndeter.

 

Mehr Zahlen

Alle statistischen Angaben in diesem Newsletter entstammen den Berichten des Zentralamts für Statistik. Mehr Statistiken und Zahlen zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Israel finden Sie auf der Internetseite des Amtes unter http://www.cbs.gov.il/reader/?MIval=cw_usr_view_Folder&ID=141

Einige Gedanken zum jüdisch-demokratischen Staat

Eine Demokratie unter Demokratien

Keine andere Demokratie kann eine grössere Meinungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen
trotz sieben Jahrzehnten Krieg und Terrorismus; trotz der Bedrohung der Auslöschung und
parallel dazu den Herausforderungen aus verschiedenen Immigrantengemeinschaften, die aus
ihren Heimatländern vertrieben wurden, eine kohäsive Gesellschaft zu entwickeln – ein Melting Pot.

Demokratie unter Nichtdemokratien

Jeder einzelne Staat im Nahen Osten – einschliesslich der Palästinensischen Autonomiebehörde
– hat eine offiziell etablierte Religion. Sie diskriminieren und lehnen (de jure und de facto)
Nichtmuslime, insbesondere Juden, oft ab. Nun, das ist nicht überraschend; denn keines dieser
Länder ist eine Demokratie und doch wird keines von ihnen angeklagt, nicht demokratisch zu
sein.

Religion und Staat

Im Gegensatz dazu ist Israel in der Praxis ein säkularer Staat, der die Religionsfreiheit für alle
vertritt, ähnlich allen anderen liberalen Demokratien. Israel akzeptiert religiösen Pluralismus viel
stärker als jedes andere Land im Nahen Osten, mehr als jeder muslimische Staat in der Welt und
auch als die meisten christlichen Staaten im Laufe der Geschichte und sogar heute nochi. Israel
besitzt jedoch einige Gesetze, die die Sicherheit und Zukunft der jüdischen Nation gewährleisten.

Israel definiert sich tatsächlich über die Begriffe der Nationalität und Religion. Ähnlich haben
auch Dänemark und Norwegen das lutherisch-evangelische Christentum in ihren Verfassungen
als offizielle Staatsreligion verankert und in Grossbritannien trägt die Monarchin den Titel
„Verteidigerin des Glaubens“ der Kirche Englands.

Von der Diaspora in ihr Heimatland

Die Forderung nach politischer Selbstbestimmung der Juden begründet sich eindeutig in der
Tatsache, dass die Staatlosigkeit eindeutig zu einer langen Verfolgungsgeschichte durch andere
Nationen beigetragen hat, die schlussendlich im Genozid des Holocausts sowie den
Vertreibungen aus Europa, den arabischen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas, der
Golfstaaten und auch der ehemaligen Sowjetunion kulminierten. Die Tragödie der jüdischen
Zerstreuung verleiht ihnen das Recht auf das, was sie im 20. Jahrhundert nötiger als jedes
andere Volk benötigten: das Recht auf einen Staat.

Identität

Der Grossteil der jüdischen Bürger Israels wurde in eine jüdische Bevölkerung hineingeboren,
die aus ihren Ursprungsländern vertrieben wurde und keine andere Heimat hat. Es ist von
zentraler Wichtigkeit, die existentielle Bedrohung gegen die Juden zu anerkennen. Israel – so
wie alle anderen Nationen – muss die Zukunft, die Sicherheit, das Wohlergehen und die
einzigartige Identität seines Volkes, dessen Kindern und dessen Geschichte gewährleisten
können. Der Staat Israel muss, um sicher und stark zu bleiben, die jüdische Immigration erhalten
können und fähig sein, Angehörige des jüdischen Volkes, die in ihren Herkunftsländern nicht
mehr willkommen sind, aufzunehmen.

Jeder kann sich selbst fragen:

Inwiefern unterscheidet sich denn nun das Bedürfnis der Schweiz, eine einzigartige Identität zu
erhalten von Israels Beschützen seiner verletzlichen Identität? (Dabei ist die existentielle
Bedrohung Israels zu berücksichtigen)

Bike & Hike im Negev

Bike & Hike im Negev

Quelle: Bikeboard.at

Zwei Bikeboarder fuhren in die Wüste und fanden das Glück. Auf dem Exodus Trail durch das Land der Krater. Ein Reisebericht in Überlänge.

   

Stop surfing, guys

„Stop surfing, guys“, sagt Ziv. Mahnend blickt er auf unsere Smartphones und Laptops, eine riesige Bratreine mit dampfender Lasagne in der Hand. Um seine Schulter hat er ein Handtuch geworfen. Der Selbstverständlichkeit nach, mit der es dort bleibt, begleitet es ihn wohl regelmäßig vom ersten Zwiebelschneiden bis zum Abräumen der Essensreste.
Der Hausherr der Desert Lodge war nur wenige Augenblicke in der Küche, um den Hauptgang zu holen. Ganz Workoholic, haben wir die kurze Unterbrechung des Abendessens für einen schuldbewussten Blick in unsere Mailboxen genutzt. „Schluss jetzt. Ihr müsst abschalten“, brummt der 52-Jährige in den Kragen seines einfachen T-Shirts und bereut in diesem Moment sichtlich, einen offenen W-Lan-Zugang in seinem Aufenthaltsraum eingerichtet zu haben.Auf dem langen, hölzernen Tisch reihen sich bereits unzählige Teller und Schüsseln aneinander: knackfrische Oliven, cremiges Humus, würziger Krautsalat, süße Tomaten, aromatische Falafel, duftendes Fladenbrot, scharfe Kartoffelsuppe, … Irgendwo zwischen Joghurt-Dip, Tahine-Paste und Ziegen-Frischkäse findet aber auch die Lasagne noch Platz.
„Bete`avon“ nickt Ziv in die Runde, nachdem er seine etwas steifen Knochen mit leisem Ächzen auf die niedrige Sitzbank gefaltet hat. „Le’chájim!“ antworten Samuel und Baruch fast synchron, und heben ihre Gläser. Tiefrot leuchtet der hier im Haus gereifte Wein im Schein der rustikalen Deckenlampen. „Auf eine gute Zeit!“
 
     
 
Das ist Israel. Richtiger: Das also ist der Negev. Denn der Brennpunkt des Nahost-Konflikts und sein immer schon unumstrittenster Teil, die Wüstenregion im Süden des Landes, haben relativ wenig miteinander gemein. Offiziell sind sie eins, tatsächlich handelt es sich um zwei verschiedene Welten. Oder, wie unser Guide Ziv Sherzer es im offensichtlich geübten Umgang mit potenziell besorgten Touristen ausdrückte, während wir von der pulsierenden Metropole Tel Aviv ins verschlafene Mitzpe Ramon fuhren: „If there are missiles in Gaza, we don’t feel it.“

Kurz vor dem Zentrum des Bergarbeiter-Städtchens wies uns ein Holzschild mit der Aufschrift „Desert Lodge. Eco Vacation“ den Weg. Straßenseitig unterscheidet sich Ziv Spectors Anwesen kaum von den Häusern und Hütten der „unrecognized cities“ (illegal errichtete Siedlungen sesshaft gewordener Nomaden) um die Hauptstadt des Negev, Be‘er Sheva: geduckte Dächer, ein rostiges Gatter und Hauswände, die mit ihrem improvisiert wirkenden Materialmix nicht den Eindruck machen, als seien sie für die Ewigkeit gebaut. Aber wer sich die Unverfälschtheit der Wüstennomaden auf seine Fahnen heftet, hat genau das auch nicht im Sinn.
Hofseitig tun sich den Besuchern der Desert Lodge dafür Himmel und Erde gleichzeitig auf. Eine große, mit Steinen gepflasterte Terrasse zieht sich über die gesamte Grundstücksbreite. Unmittelbar davor bricht der Boden ab und gibt den Blick frei in einen Kessel gigantischen Ausmaßes. Tief unten windet sich eine Straße durch Stein und Geröll. Allenthalben verstellen ihr kleine Hügel oder ausgewachsene Berge den Weg. Links und rechts stürzen Felswände zu Boden, die zerfurchter und schroffer nicht sein könnten. Es ist, als ob wir von einer Oase der Ruhe und Stille aus direkt in die Eingeweide unseres Planeten schauen würden. Nach hinten verlieren sich die unzähligen Rot-, Gelb- und Braunschattierungen der Wüste in einem einheitlichen Grau-Blau: das südöstliche Gegenstück zu der Wand, an der wir selbst gerade stehen, und dahinter Jordaniens Berge.
Unsere Unterkunft liegt direkt an der steilen Nordwestkante des Machtesch Ramon (Krater von Ramon). Das ca. 40 km lange und 12 km breite Becken ist der größte von drei Kratern im Negev. Der Leiter der 1989 gegründeten Desert Shade Group nützte unsere Sprachlosigkeit für einen Ratschlag. „Start looking, smelling, feeling, guys“, sagte Ziv.

 

    

Über die Entstehung des Machtesch Ramon gibt es unterschiedliche Theorien. Manche glauben an Erdsenkungen über gewaltigen Hohlräumen vor 70 Millionen Jahren. Andere, wie unser Guide Ziv Sherzer, studierter Hydrogeologe, macht das Zusammenspiel von tektonischen Plattenbewegungen und damit einhergehenden Gebirgsauffaltungen, Erosion durch Wind und Wetter sowie hier früher fließenden Gewässern verantwortlich. Sicher ist: Der Krater ist nicht vulkanischen Ursprungs, beinhaltet aber auch Formationen, die dies nahelegen könnten: spitze Kegel, schwarze Basaltsäulen, kreisrunde Einbuchtungen.
Ein bisschen fassungslos und ganz schön überwältigt stolpern wir an diesem ersten Nachmittag entlang des Israel Trails und weiterer markierter Wanderwege durch die faszinierende Steinwüste.
Der Machtesch Ramon ist ein Naturreservat. Dementsprechend dürfen hier die Jeep-Straßen und Pfade nicht verlassen werden, ist wildes Campieren nicht gestattet, hat man das Gebiet vor Einbruch der Dunkelheit zu verlassen. Für Interessierte wurde in Sichtweite der Desert Lodge ein Besucherzentrum eingerichtet, das einen Überblick über Flora, Fauna und Geologie des Kraters vermittelt. Wir haben mit Guide Ziv unsere allwissende Informationsquelle praktischerweise stets dabei.Gegen Ende unserer ersten Wanderung erreichen wir Chan Saharonim, die Überreste einer Jahrtausende alten Karawanserei. Sie liegt an der einzigen Quelle des Machtesch Ramon. Von Wasser ist nun, am Ende der Trockenzeit, nichts zu sehen. Aber ein paar Grasbüschel, Schilfhalme und Sträucher gruppieren sich um eine Senke im Boden. Daneben markiert ein rund 40 x 40 m großes Steingeviert die Überbleibsel eines von Menschenhand errichteten Gebäudes. Alle 30, 35 Kilometer, also dem ungefähren Tagesmarsch einer Kamelkarawane entsprechend, flankierten zur Zeit der Nabatäer solche befestigten und bewachten Raststationen die hier entlang führende Spice Route, erzählt Ziv. Sie boten den Reisenden, die auf diesem wichtigen Handelsweg Gewürze und Waren vom Persischen Golf nach Gaza brachten, Schutz vor Überfällen.

Schon nach unserem ersten Tag in der Wüste Negev schwirrt uns der Kopf vor Eindrücken, Informationen, Geschichten aus längst vergangenen und hier doch auf Schritt und Tritt präsenten Tagen. Dabei fängt das Abenteuer mit Tag zwei erst so richtig an.
Für den Initiator unserer Reise, Baruch Roth, insofern, als ihm die erste Mountainbike-Tour seines Lebens bevorsteht. „Ich kann doch nicht verkaufen, was ich nicht kenne“, erklärt der zum Studium nach Deutschland ausgewanderte und dort hängengebliebene Israeli, warum er sich mit 64 Jahren noch einer solchen Herausforderung stellt. Im normalen Leben ist der gelernte Architekt vor allem Organisator von Kulturreisen. Begeisterter Alltagsradler, steht er nach einem Jahr der Verhandlungen und Abstimmungen nun vor der Realisierung eines lang gehegten Traums: Bike & Hike-Aktivurlaub in der Wüste Negev anzubieten.

Unter dem Namen „Exodus Trail“ hat die Desert Shade Group derlei Kombi-Touren schon länger im Programm. Wir befinden uns mit Baruchs Kooperationspartnern also in den Händen echter Profis. In Anspielung an Moses Auszug aus Ägypten und der anschließenden 40-jährigen Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste möchten Ziv & Co. dort entlang führen, „wo alles begann“. Wer dahinter eine als Reiseangebot getarnte Gehirnwäsche religiöser Fanatiker vermutet, irrt gewaltig. Unsere Begleiter sind säkulare bzw. traditionelle Juden, muslimische Beduinen, politische Freigeister. Ihnen geht es darum, ihre Faszination für den Negev zu teilen, Verständnis für die Kreativität und Leistungen seiner früheren und jetzigen Bewohner zu wecken und etwas von der Kraft und Ruhe zu vermitteln, die dieser Steinwüste innewohnt.

 

    

Keep riding, guys

„Keep riding, guys“, sagt Ziv. Gerade hat er unsere für die Nacht im Beduinenzelt gepackten Koffer übernommen, die er uns nachbringen wird. Sie sind prall gefüllt und schwer.
Die Tour beginnt vor der Bibliothek der Negev-Hochschule Midreshet Sde Boker. Dort hat Staatsgründer David Ben Gurion seine letzte Ruhestätte gefunden. Jener Mann, der am 14. Mai 1948 den unabhängigen Staat Israel proklamierte und sich nur einen Tag später im Krieg mit sämtlichen arabischen Nachbarländern sah, ist das berühmteste Mitglied des nahegelegenen Kibbuz Sde Boker. Zeitlebens pflegte der erste Ministerpräsident den Kontakt zu seiner Heimatregion. Sein kleines Wohnhaus kann mit originaler Einrichtung besichtigt werden. Noch mehr aber lohnt der Blick von der Terrasse seines Grabes über die Canyon-artigen Schluchten des Wadi Zin.
Über eine schmale, kurvige Straße fahren wir hinab in das mächtige Tal und weiter auf Jeep-Tracks, bis ein Fahrverbotsschild uns den Wechsel auf zwei Beine gebietet. Immer näher rücken die zuvor weit auseinander liegenden Felswände, bis sie allmählich eine Schlucht bilden. Gleichzeitig wird die Vegetation üppiger, und plötzlich stehen wir vor einer beinahe kreisrunden, mit Wasser gefüllten Wanne aus Stein – die Quelle Ein Akev. Meterhoch ragen rundherum Kalktürme in die Luft. Von ihnen in den Teich zu springen ist (zumindest im Sommer) ungefähr so verlockend wie verboten – und wahrscheinlich gerade deshalb ein beliebtes Freizeitvergnügen der Israelis am arbeitsfreien Shabbath.Mittlerweile hat die Sonne an Kraft gewonnen und wir wandern in dünnen Langarm-Shirts weiter durch eine immer bizarrer geformte Felslandschaft. Gerade als uns die Vokabel ausgehen, um die Mischung aus tiefblauem Himmel, kreidebleichen Kalkfelsen und grünen Sumpfpflanzen in immer neuen Worten zu bewundern, zweigt unser Weg nach Westen ab, hantelt sich geradewegs die Felswände empor und entlässt uns in die endlosen Weiten des kargen Hügellandes um Avdat. Spektakuläre Gesteinsformationen sucht man hier vergeblich. Aber auch die vermeintliche Ödnis dieses Hochlandes entwickelt bei längerer Betrachtung ihren Reiz. Farbnuancen, Miniatur-Windhosen, Licht-Schatten-Wechsel …
Die im 3. Jh. v. Chr. erbaute Ruinenstadt der Nabatäer bekommen wir, von ihrem respekteinflößenden Profil am Rande eines zerklüfteten Bergplateaus abgesehen, nicht zu Gesicht. Dafür erwartet uns am Fuß der 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Siedlung eine andere Überraschung: Samuel steht nicht nur mit dem Anhänger bereit, um uns wieder auf Räder zu setzen. Er hat außerdem ein ausgewachsenes Picknick vorbereitet.
Aus seinem zum wüstentauglichen Mobile Home umgebauten Defender hat der Allrad-Spezialist alles gezaubert, was eines hungrigen Nomaden Herz begehrt – und noch ein bisschen mehr. Denn zu den bereits vom Vorabend bekannten Köstlichkeiten gesellen sich Nüsschen, Kekse, Kuchen und sogar Kaffee, zubereitet auf türkische Art. Unser zufriedenes Schmatzen bereitet dem erfahrenen 4×4-Expeditionsleiter sichtliche Freude: Ein beruhigter Ausdruck legt sich über sein Gesicht. Spätestens jetzt können wir uns sicher sein: Mit diesem Mann als Backup-Guide würden wir selbst am Ende der Welt noch pünktlich am vereinbarten Treffpunkt abgeholt und wären jederzeit sain et sauf.
     
 
 
Die seit unserer Ankunft über Tel Aviv wütende Regenfront ist bedrohlich nahe herangerückt, also drückt Ziv, kaum aufgesessen, ordentlich aufs Tempo. „Think like a camel, ride like a nomad“, hat sich der Weltenbummler zum Motto gemacht. Und tatsächlich findet der weitgereiste Israeli deutsch-marokkanischer Herkunft mit traumwandlerischer Sicherheit seinen Weg, wo unsereins nur loses Geröll und spitze Steine sieht.
Eigentlich befinden wir uns hier auf markierten MTB-Wegen, für die es sogar eine eigene Karte und Schilder gibt. Ziv selbst hat viele der Wegweiser in die harte Erde gerammt. Allerdings machen sich Beduinenkinder einen Sport daraus, die Holzschilder zu verbrennen, weshalb nicht Ortskundigen die Orientierung mehr als schwer fallen dürfte. Aber nicht nur deshalb ist unser Guide einmal mehr Goldes wert. Der dunklen Wolkenwand zum Trotz garniert er auch diese Fahrt mit mehreren Zwischenstopps. Unter anderem führt er uns in das Innere einer gigantischen, tausende Jahre alten Zisterne und erklärt uns das dahinterliegende System der Wasserreinigung und -speicherung, zeigt uns Felsmalereien, die bis in die Jungsteinzeit zurückdatieren und erzählt Geschichten von möglichen Wirkungsstätten Moses, die einzig den Haken haben, dass moderne Methoden der Altersbestimmung ein Missing Link von 1.000 Jahren festgestellt haben.
Als krönender Abschluss folgt der „Widow Trail“. Von der Desert Shade Group gebaut, mäandert er lenkerbreit in sanften Kurven die Hügel hinab. Ausnahmsweise liegen kaum Steine im Weg, auf überraschend griffigem Sand rollen wir sanft dem Talboden entgegen, im Rücken einzelne Sonnenstrahlen, die kurz vor der Dämmerung doch noch durch die Wolken gebrochen sind.
 
 
     
 
 
    
 
 
 

 

Keep listening, guys

„Keep listening, guys“, sagt Ziv. Soeben hat er uns vom Endpunkt unserer Tour zu einem nahegelegenen Ableger der israelischen Espressobar-Kette Aroma geshuttelt. Auf dem Weg dorthin musste er als Prellbock für all das Gesehene und Gehörte herhalten. Wir wärmen uns auf, befreien grob die Hände und das Gesicht von Staub und Schweiß, trinken einen Schluck heißen Kaffees und fragen, dem ob der Dunkelheit zum Aufbruch drängenden Ziv zum Trotz, kurz unsere E-Mails ab. Immerhin ist für die nächsten 20 Stunden kein Handy-Empfang zu erwarten. Dann geht’s mit Sack und Pack, Rädern und Jeep in die Beduinen-Siedlung Aricha.
Ärmlich und ein wenig trostlos muten deren in einer Senke gruppierten Behausungen an. Wellblech, Holzpfosten, Plastikflaschen – als Baumaterial scheint alles gedient zu haben, was gerade herumgelegen war. Eine große Schar Ziegen und vier Kamele hinter robusten Zäunen beobachten misstrauisch unsere Ankunft, schüchtern lugen auch neugierige Kindernasen ums Eck. Wir werden in ein aus Plastikplanen, Ziegenhäuten und Teppichen erbautes Zelt gebeten. Bis auf eine bereits aktive Feuerstelle, ein kleines Tischchen mit Blechkanne und Gläsern sowie unzählige bunte Matten ist der riesige Raum leer. Unsere Koffer und Trolleys wirken deplatziert. „Welcome to my mother’s house“, begrüßt uns ein hochgewachsener Mann mit weißem Turban, labbrigem Kapuzenpulli und abgenützten Turnschuhen.
Bis auf seine recht westlich anmutenden Kleidung geht Salman als Prototyp eines Beduinen durch – oder dessen, was sich ein Österreicher eben unter einem mit seinen Tieren umherziehenden Araber vorstellt: dunkle, quicklebendige Augen, nicht allzu viele Worte, aber jede Menge Lebensweisheit in jeder Geste, jedem Blick. Mit ruhiger Stimme führt uns der Halbnomade in die Geschichte seiner Familie, seine Lebensweise und seine Gebräuche ein. Er erzählt vom Gebot der Gastfreundschaft, die selbst Angehörigen verfeindeter Stämme gebührt, von den Problemen mit den Nationalpark-Rangern, die ihm mit ihren Durchgriffsrechten den Zutritt zu seit Generationen benütztem Weideland verwehren, von der Nutzung der ausschließlich Heilkräuter fressenden Kamele als Lastentiere und Apotheke (Beduinenkinder etwa werden mit zwölf Monaten von Mutter- auf Kamelmilch umgestellt) und vom guten Auskommen, das ihm seine Ziegen mit ihrer Milch, ihrer Haut, ihrem Fleisch und ihrem Fell gewähren.
 
 
 Früher einmal verdiente Salman gutes Geld mit der Organisation von Incentives für Superreiche mitten im Negev. Heute beschränkt er sich auf gelegentliche Gruppenabende wie diesen für seinen Freund Ziv. „Wieviel Geld kannst du schon ausgeben?“ fragt der Beduine und greift sich mit einer Geste des Unverständnisses an den Kopf. „Drei warme Mahlzeiten täglich und das, was die Kinder für die Schule brauchen.“

Lange noch sitzen wir an diesem Abend um das Lagerfeuer, gesättigt von köstlichem Huhn mit Gemüse und Reis, gepusht von süßem Schwarztee mit Koffein. Die Israelis diskutieren über Gott und die Welt, die Freilassung des Soldaten Gilad Schalit, die (Un-)Wahrscheinlichkeit eines Angriffs auf den Iran, die Schwierigkeit ihres aus aller Herren Länder zusammengewürfelten Volkes, einen Nationalbegriff zu definieren. Die Tatsache, dass im Negev von den täglichen Scharmützeln des Nahost-Konflikts wenig zu bemerken ist (mit einer Ausnahme: Gerne nützen, wie wir am letzten Tag bemerken werden, die F16-Bomber der israelischen Armee das menschenleere Gebiet zum Trainieren. Und manchmal kommt ihnen dabei auch ein Überschall-Knall aus, der die Lampen von Zivs Decke holt), bedeutet nicht, dass seine Bewohner sich in Realitätsverweigerung ergehen.
Der labile Status quo ist selbstverständlicher Bestandteil ihres Lebens, alleine schon deshalb, weil jeder Staatsbürger drei Jahre Militärdienst (Frauen: zwei) zu absolvieren hat. Auch der steigende Einfluss der Ultra-Ortodoxen, der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten, der Umgang mit den beschränkten Trinkwasser-Ressourcen oder die verheerenden Auswirkungen der zweiten Intifada auf den gerade erst angelaufenen Tourismus liefern Stoff für Diskussionen. Gelernten Österreichern wie Erwin und mir offenbaren derlei unmittelbare Landeskunde-Einheiten eklatante Wissenslücken und machen uns deutlich, dass die hierzulande übliche Skepsis und Besorgnis bei Ausgabe des Urlaubszieles Israel vor allem auf Ahnungslosigkeit basiert.

 

   

Keep walking, guys

„Keep walking, guys“, sagt Ziv. Die Nacht im Zelt war überraschenderweise nicht kälter als jene in den ungeheizten Hütten seiner Lodge. Nach einem reichhaltigen Frühstück, einer erfrischenden Katzenwäsche unter der Wasserleitung und einem „shit in the bush“ (den es in der kargen Senke überhaupt einmal zu finden gilt) entlässt uns der Drahtzieher des Wüstentrips erneut in die Obhut von Salman, Samuel und Ziv.
Zu Fuß führt uns der Beduine tiefer in das Land seiner Vorfahren. Negev kommt vom hebräischen Nagev und bedeutet >getrocknet<. Bereits am Vortag hatte uns Ziv immer wieder auf niedrige Steinmauern, halbverfallene Terrassen und eben die Zisternen bei Avedat als beeindruckendstes Relikt ihres ausgeklügelten Bewässerungssystems aufmerksam gemacht. Nun zeigt uns Salman, dass im Prinzip jeder Hügel, jede Furche mit Resten davon übersät ist. Mittels Aquädukten, Sammelbecken, kleiner Staumauern oder kilometerlanger Begrenzungswälle leiteten diese „very wise people“ die wenigen Niederschläge auf ihre Felder.
Staunend beobachten wir anschließend, dass Salman selbst nicht weniger versiert im Umgang mit dem Nichts scheint. Aus etwas Wasser und Mehl knetet der Beduine einen Teig, entfacht ein Feuer aus dem umliegenden Gestrüpp und bäckt in dessen heißer Asche den Teig zu delikatem Fladenbrot, während daneben Tee aus nebenbei gesammelten Kräutern aufkocht.
 
 
     
Dermaßen gestärkt, sind wir gerüstet für die nächste Radtour. Durch die mächtigen Trockentäler des Nachal Aricha und Nachal Chawa führt unsere Route zurück zum Machtesch Ramon, und dann direkt am Kraterrand entlang nach Hause.
Mit den Mountainbikes bewegen wir uns mehrheitlich auf alten Kamelpfaden. Das hat den Vorteil, dass sich die Steigungen in Grenzen halten, weil die Wüstenschiffe nur geringe Höhenunterschiede pro Tritt absolvierten. Technisch einfacher werden die Trails dadurch aber nur bedingt. Es ist ein ständiges Manövrieren vorbei an Felsbrocken, Balancieren über schmale Grate, Hoppeln über kleine Stufen und Rutschen über loses Gestein.
Allerdings wählt Ziv diese Routen nur, weil er weiß, dass wir die Herausforderung suchen. Es ginge jederzeit auch einfacher, kürzer, relaxter, versichert unser Guide. Vorrangig meint er damit den Verbleib auf Jeep-Trails. Dort sind hängende Kurven, gelegentliche Sandgruben und tiefe Schlaglöcher das Salz in der Suppe, und manchmal klettern wir auf diesen autobreiten Pisten auch kerzengerade einen Hügel empor. Dann dauert es in dem Land, wo Milch und Honig fließen, nur kurz, bis auch der Schweiß in kleinen Bächen rinnt. Tatsächlich hat auf diesen leichteren Varianten aber selbst ein (allerdings extrem begabter) Anfänger wie Baruch seinen Spaß.
 
     
 
Eine Frage, die Ziv aufgrund der vielen Möglichkeiten, abzukürzen oder zu verlängern, nie beantworten kann oder will, ist jene nach der Dauer einer Tour. „Es dauert, so lange es dauert“, erwidert er dann ausweichend. Menschen, die ihre Tage gerne exakt planen und sich in Sicherheit wiegen, wenn sie konkretes Zahlwerk im Hinterkopf haben, irritiert er damit anfangs gewaltig. Mit der Zeit jedoch lernen wir, dem 37-Jährigen zu vertrauen. Es dauert, so lange es dauert. So lange es Spaß macht, so lange das Wasser reicht, so lange wir Kraft haben. Wie er und Samuel es allerdings schaffen, sich trotz dieser Unbestimmtheit jedesmal auf die Minute genau zu verabreden, bleibt uns ein Rätsel.
Ausgepowert, aber glücklich, erreichen wir nach vier Stunden knackiger Fahrt wieder die Desert Lodge. Deren einfache Gemeinschaftsduschen erscheinen nach zwei Tagen ohne Sanitäranlagen wie ein Wellness-Tempel im Paradies. Dass der Tacho nur lasche 40 Kilometer und 500 Höhenmeter ausspuckt, tragen wir mit Fassung. Herz und Hirn haben dafür mit einem umso größeren Datenwulst zu tun.
 
 
Einen weiteren Tag verbringen wir am und im Krater Ramon, wandern und biken entlang der Spice Route, bewegen uns auf den Spuren von Nomaden, Kamelen und Co. und verlieren uns im sanften bis dramatischen Auf und Ab des Landes, wo alles begann. Bevor wir hierher kamen, hatten wir keine Ahnung, was uns erwarten würde. `Biken in Israel, geht das überhaupt?´ wurden wir gefragt, und wussten die Antwort selbst nicht so genau. Jetzt ahnen, nein, wissen wir, dass wir wiederkommen werden. In diese Wüste mit ihren offenen und verborgenen Reichtümern, ihrer Weite, Stille und Farbenpracht. Und zu diesen Menschen, die uns so völlig eingenommen haben, mit ihrer Offenheit, ihrem Wissen, ihrer Wärme und Gelassenheit.Letzter Abend. Wir sitzen erneut im Aufenthaltsraum der Desert Lodge zusammen. Ziv kommt aus der Küche, das obligate Handtuch um die Schulter, eine riesige Stielpfanne in der Hand. Darin süßlicher Reis und gegrillte Barramundis. Wie ziemlich alles, was der exzellente Koch serviert, stammt auch der an sich australische Fisch aus dem Negev, wird gezüchtet in Salzwasserbecken etwas nördlich der Stadt Abrahams, Be‘er Sheva.
Ziv blickt sich um. Einige plaudern, schauen durch die Fotos der vergangenen Tage, alle anderen Computer sind aus. Die Handys liegen irgendwo. „Bete`avon“, sagt unser Gastgeber. Ein zufriedenes Lächeln umspielt seinen Mund.
 
    
 
 

Bonus Track: Jerusalem

    

Als Kontrastprogramm und Überbrückung für einen verschobenen Flug organisierten Baruch und Ziv uns kurzfristig einen Tag in Jerusalem. Ist ein Aufenthalt in der Heiligen Stadt an sich schon faszinierend, gerät sie vollends zur lange nachwirkenden Horizonterweiterung, wenn sich ein historisch und religionswissenschaftlich bewanderter Mensch wie Samuel Dimant spontan als Reiseführer zur Verfügung stellt.Die Eindrücke aus diesem Schmelztiegel der Religionen, Völker und Weltsichten werden hier aus Platzgründen nur mit einem Best-of von Erwins Bildern erzählt. Von Seiten der Redakteuse nur so viel: Jerusalem ist betörend und verstörend zugleich. Mit seinem undurchschaubaren Labyrinth aus Bazaren, Kirchen, Imbissbuden, Katakomben, seinem Gemisch an fremdartigen Geräuschen und Gerüchen, seinem Aufeinanderprallen von schwarz gekleideten ultraorthodoxen Juden, Geschäfte machenden Arabern, bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, seinen buchstäblich übereinander gestapelten Zeugnissen von Kunst, Kultur und Religion ist diese Stadt das beste Beispiel für die Erklärung des Wortes „Kontrast“.
 
     
 
 

Wüste Negev, Israel: Alle Infos

Lage: Israel liegt am östlichen Ende des Mittelmeeres und ist verhältnismäßig klein: Die größte Länge beträgt 420 km, die Breite 14 bis 116 km. Amtssprachen sind Hebräisch, Arabisch und Englisch. Die angrenzenden Staaten sind der Libanon im Norden, Ägypten im Süden, Jordanien und Syrien im Osten. Die Gegend ist auf Grund des Konfliktes zwischen Palästinensern und Israelis immer wieder in den Schlagzeilen. Doch ungeachtet der politisch labilen Situation ist Israel ein wunderschönes Land, das auf extrem engem Raum die unterschiedlichsten Landschaften vereint. Eine davon ist die im Süden gelegene Felswüste Negev, die 60 % der Staatsfläche einnimmt.

Klima: Israel liegt im Übergangsbereich vom Mittelmeer- zum Wüstenklima. Im bis zu 1.000 m hoch gelegenen Negev schwanken die Tages- und Nachttemperatur stärker als die Sommer- und Wintertemperatur. Hier regnet es nur wenige Tage im Jahr (November bis März), im Juli und August wird es zum Radfahren zu heiß. Während unseres Aufenthaltes sanken die Temperaturen nachts auf knapp über Null, unter tags erreichten sie 14 bis 22 Grad. Die beste Reisezeit ist September bis Mai, speziell Radfahrern empfiehlt sich Israels Süden also als klimatisch stabile Winter-Destination. Im März finden fünf UCI-kategorisierte XC-Rennen statt.

Anreise: Wer nach Israel fliegt, muss beim Check-in mit langwierigen Sicherheitskontrollen rechnen, besonders bei der größten israelischen Fluggesellschaft El-Al (aus eben diesem Grund wählen Einheimische aber bevorzugt diese Linie). Sich wie angegeben drei Stunden vor Abflug am Flughafen Ben Gurion, zwischen Tel Aviv und Jerusalem gelegen, einzufinden, ist deshalb ratsam; beim Hinflug reichen 2 h. Uns haben neben dem großzügigen Platzangebot, dem leckeren Menü und dem durchwegs freundlichen Personal vor allem auch die Konditionen bei El Al überzeugt: Mit gut 300 Euro ist man ab Wien dabei, für Räder wird keine Extra-Gebühr berechnet, sie anzumelden genügt. Von München fliegt die Airline täglich außer Dienstag und Samstag, ab Wien täglich außer Freitag und Samstag, Flugzeit 3,5 h. Berlin, Frankfurt und Zürich sind weitere El-Al-Posten im deutschsprachigen Raum. www.elal.de

 

Ausrüstung: Wer nicht das eigene Bike mitnehmen will, kann eines mieten. Sowohl bei der Desert Shade Group als auch imShop Geofun erhält man einfache Alu-Hardtails mit V-Brakes und Flatpedals. Für den Einsatz in der Wüste reicht dieses Setup völlig, wer Glück und Zivs Größe hat, kommt aber vielleicht auch in den Genuss eines Upgrades aus dessen Privatbestand. Klickpedale müssen, wenn gewünscht, mitgebracht werden, aufgrund der mehrfachen Wechsel von Bike auf Hike sind allroundtaugliche Outdoor-Schuhe aber die bessere Variante. Haube und warme Kleidung sind spätestens nachts Pflicht, für die sportlichen Betätigungen ist von kurz/kurz bis lang/lang alles ratsam. Ein verlässlicher Windschutz sollte ebenfalls mit, Schlafsäcke können bei Bedarf auch ausgeliehen werden.

Kontakt: Bike & Hike in der Wüste Negev ist ein Kooperationsprojekt. Der Aktivurlaub ist samt Flug und fundierter Beratung buchbar über Baruch Roths Reiseagentur Flugcontact in Berlin und wird vor Ort betreut und organisiert von der Desert Sahde Group. Letztere wiederum setzt sich zusammen aus Ziv Spector und dessen Lodge,Samuel Dimant und dessen Allrad plus Rad-Anhänger, Ziv Sherzer (oder einem anderen Guide) und dessen Wissen über Land, Leute, Gepflogenheiten und Trails.
Eine ähnliche Unternehmung auf eigene Faust anzugehen, empfiehlt sich übrigens nicht. Einerseits könnten Wasser- und Verpflegungsmangel zu einem bösen Erwachen führen. Andererseits existieren militärische Sperrgebiete, deren Zugangsregelungen man kennen muss. Davon abgesehen, dass das Geleit versierter Wüstenfüchse, wie es die Desert Shade Group-Mitglieder sind, Türen und Tore öffnet, die anderen Touristen verschlossen bleiben.

Buchung: Reiseagentur Flugcontact, Berlin, Baruch Roth
Tel. +49-30-24342420, roth@flugcontact.netwww.flugcontact.net
Betreuung vor Ort, Guiding: Desert Shade Group, Mitzpe Ramon – Tzell Midbar, Ziv Spector
Tel. +972-8-6586229, team@desert-nomads.comwww.desert-nomads.com

Package: Zusätzlich zum Bike&Hike-Programm können individuelle Verlängerungstage z.B. in Tel Aviv oder Jerusalem gebucht werden, auch kürzere Varianten oder die Kombination mit weiteren Aktivitäten (z.B. Israel Trail,Jesus Trail) ist möglich. Das achttägige Exodus Trail-Programm startet einmal monatlich ab einer Mindest-Teilnehmerzahl von zwei Personen (max. 12, ab 6 Pers. auch Individual-Arrangements möglich; Fix-Termine: 9.1./6.2./12.3./15.4./6.5./2.9./14.10./4.11./2.12./23.12. 2012). Im Preis von 1.440 – 1.650 Euro (abhg. v. Pers.Anzahl) sind Verpflegung, Nächtigung, Guiding, 4×4 Begleitauto, Mieträder, Kurzbesichtigung der Jerusalemer Altstadt und Transfers (von/zu Flughafen bzw. Hotel, nach Jerusalem mit Zwischenstopp am Toten Meer) inkludiert. Weitere Touren wie ein Weekend-Regular (Mi-So) sind in Ausarbeitung.

 
   
Homebase: Die Desert Lodge ist abgesehen vom riesigen Aufenthaltsraum mit W-Lan einfach gehalten: schlichte Gemeinschaftsduschen, wahlweise Nächtigung im Beduinenzelt oder 2-Personen-Hütten mit auf einem gemauerten Podest drapierten Matratzen, einem Berg Decken, keinem Mobiliar, keinen Steckdosen. Aktuell ist Ziv am Überlegen, ob er seiner Unterkunft nicht doch einen Hauch von Luxus angedeihen lassen soll. Noch aber setzt er auf andere Reichtümer: herzlichste Gastfreundschaft, fantastische Küche, atemberaubende Kulisse am Rande des Kraters Ramon.
Perfekte Anlaufstation in Jerusalem ist das mitten im Zentrum gelegene Abraham Hostels. Die günstige (Jugend-)Herberge ist Teil eines über ganz Israel verstreuten Verbundes (www.hostels-israel.com), verfügt über saubere, klimatisierte Zimmer, einen riesigen Gemeinschaftsraum inkl. Bar und Küche und ein angeschlossenes Reisebüro mit interessanten Halb-, Ganz- und Mehrtagestouren in die nähere und fernere Umgebung. Räder oder auch Radkoffer können in einem versperrbaren Raum aufbewahrt werden, zur raschen Orientierung gibt’s fantastische Services wie einen allwissenden Stadtplan.

Weitere Infos: Die Homepage des staatlichen israelischen Verkehrsbüros in Berlin bietet alles, was des Reisenden Herz begehrt: www.goisrael.de