Die Hamas und der Arabische Frühling

Es wäre logisch anzunehmen, dass die Hamas – als Teil der Muslimbruderschaft – eine Gewinnerin des „Arabischen Frühlings“ sein muss. Die verschiedenen Revolten haben in einigen arabischen Ländern Islamisten an die Macht gebracht, und vor allem hat die Muslimbruderschaft im ägyptischen Parlament eine vorherrschende Stellung erlangt und könnte die anstehenden Präsidentschaftswahlen gewinnen.

Doch diese Einschätzung wäre voreilig. Erstens hat die Hamas ihr Langzeit-Hauptquartier in Damaskus wegen der Revolte in Syrien verloren, und die dortigen Mitarbeiter haben sich zerstreut: Khaled Mashal (der Chef des Hamas-Politbüros) ist nach Doha, Katar, gegangen, andere nach Kairo, Istanbul und an andere Orte. Das hat zur Folge, dass sich mehr Macht in Gaza konzentriert. So trägt ein Artikel der israelischen Tageszeitung die Überschrift „Mashal verliert die Kontrolle über den militärischen Flügel der Hamas und die Macht verlagert sich nach Gaza“. Offenbar gibt es in der Hamas momentan interne Spannungen. Zudem sind sie in dem Masse israelischen Vergeltungsschlägen gegen jeden Terrorakt ausgesetzt, der von der Hamas ausgeht, in dem ihre wichtigsten Führer in Gaza sind.

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von Elliot Abrams – 7. Mai 2012 – 

 

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Konferenz über die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern

Zwischen 1948 und 1951 wurden ungefähr 850’000 Juden aus arabischen Staaten vertrieben oder sahen sich gezwungen zu gehen. Diese Entwurzelung aus ihren Heimatländern  betraf die grosse Mehrheit der Juden in arabischen Ländern. Die blühenden jüdischen Gemeinden existieren im Nahen Osten und Nordafrika tausend Jahre vor dem Aufkommen des Islams und über 2500 Jahre vor der Gründung der modernen arabischen Nationen. Bis ins 10. Jahrhundert lebten 90% der Juden weltweit in diesen Regionen.

Schon vor dem UN-Teilungsplan von 1947 begann sich die Atmosphäre den Juden gegenüber zu verändern und wurde zunehmend feindlicher. Nach 1947 begannen Besitzkonfiszierungen, Verhaftungen, Pogrome und Massaker. Nach der Staatsgründung verfasste das politische Komitee der Arabischen Liga verschiedene Empfehlungen darunter Entziehung der Staatsbürgerschaft, wodurch die Juden als Angehörige Israelis betrachtet wurden. Enteignungen, Restriktionen  und der Verlust ihres Einkommens gehörten zu dem organisierten Plan der Unterdrückung und Verfolgung, wonach etwa 850’000 Juden diese Ländern verlassen mussten. Tatsächlich gab es eine beidseitig gerichtete Migrationsbewegung mit zwei Flüchtlingsgruppen; Juden und Palästinenser. Die arabischen Länder machten ihre jüdische Bevölkerung zu Flüchtlingen und durch die Entstehung des israelischen Staates gab es palästinensische Flüchtlinge. Das Verhältnis betrug etwa 2:3 mit etwa 600’000 palästinensischen und ca. 850’000 jüdischen Flüchtlingen (bis 1968).

Ein weiterer zentraler Aspekt ist der dabei verlorene Besitz, der einer Studie von 2008 zufolge im Verhältnis 1:2 stand. Die palästinensischen Flüchtlinge verloren total ca. 450 Millionen Dollar und die jüdischen etwa 700 Millionen.

Während die jüdischen Flüchtlinge in Israel integriert und rehabilitiert wurden, hielten die arabischen Staaten und die internationale Gemeinschaft das Flüchtlingsproblem weiter aufrecht (ausser Jordanien, welches den Palästinensern die Staatsbürgerschaft gab).

(www.jewishvirtuallibrary.com)

Diese aus der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus den arabischen Staaten resultierende Ungerechtigkeit besteht bis heute , denn ihre Besitzrechte und die  historische Gerechtigkeit wurden nie gründlich adressiert – auch nicht bei Friedensverhandlungen mit den Palästinensern. Diese jüdischen Flüchtlinge und deren Nachkommen machen heute beinahe die Hälfte der jüdischen Bürger Israels aus.

Die jüdischen Flüchtlinge wurden zwar schon in den 70ern thematisiert, u.a. durch den Knessetabgeordneten Mordechai Ben-Porat. Später wurde JJAC (Justice for Jews from Arab Countries) gegründet, welches der UNO zur Zeit der Annapolis Konferenz Dokumente vorlegte, denen zufolge die jüdischen Flüchtlinge gleichermassen als Flüchtlinge gelten sollten wie die Palästinenser.  Während Camp David II erwähnte Präsident Clinton, dass nach einem Abkommen ein internationaler Fond eingerichtet würde um Flüchtlinge beider Seiten zu kompensieren. Dies wurde später auch in der „House Resolution 185“ des US Repräsentantenhauses beschlossen, derzufolge ein Flüchtlingsproblem nicht ohne das andere adressiert werden soll.

2010 gewann das Thema wieder an Bedeutung durch das „Law for Preservation of the Rights to Compensation of Jewish Refugees from Arab countries and Iran“. Diesem Gesetz zufolge ist der Staat verpflichtet, sich für die Rechte der jüdischen Flüchtlinge einzusetzen.

Am 3. April 2012 eröffnete der stellvertretende Aussenminister Danny Ayalon eine spezielle Konferenz zum Thema, in der er das historische Unrecht und die Perversion der Gerechtigkeit anerkannte, die den jüdischen Flüchtlingen aus den arabischen Ländern widerfahren ist. Er präsentierte auch einen speziellen Bericht „The Jewish Refugees from Arab Countries“. Er machte deutlich, dass Israel darauf bestehen werde, dass palästinensische Flüchtlinge  nach der Gründung eines palästinensischen Staates da absorbiert werden, so wie Israel es mit den jüdischen tat.

Quellen: Newsletter des Ausseministeriums, 3.4.12: und Sonderbericht des Aussenministeriums: http://www.mfa.gov.il/MFA/Peace+Process/Guide+to+the+Peace+Process/Jewish_refugees_from_Arab_and_Muslim_countries-Apr_2012.htm

Twitter-Bilder aus dem Gazastreifen zeigen falsche Tatsachen

Zwei Bilder, die im Verlauf der erneuten Eskalation im Süden Israels bei Twitter kursierten, entsprechen nicht der Wahrheit. Die beiden Fotos wurden mehrere hundert Mal retweetet.Das eine Bild zeigt ein palästinensisches Mädchen, das blutverschmiert in den Armen seines Vaters liegt.

Khulood Badawi, der später als Informations- und Medienkoordinator des UN-Büros für die Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten identifiziert wurde, twitterte das Foto am 10. März mit folgendem Text: “Palestine is bleeding … another father killed by #Israel … another father carrying his child to a grave in #Gaza” Dieser Tweet wurde alleine 300 Mal retweetet.

Der Twitterer Avi Mayer erkannte das Bild als Reuters-Foto von 2006, auf dem ein Mädchen gezeigt wird, das bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Auch die palästinensische Aktivistin und Filmemacherin Diana Alzeer hatte das Bild getweetet, entschuldigte sich aber später dafür.

Das Foto des Mädchens war 2006 auch schon mit falschem Titel veröffentlicht. Damals korrigierte Reuters diesen Fehler einen Tag später:

A Palestinian man carries the body of three year-old Raja Abu Shaban, in Gaza August 9, 2006. The three-year-old girl who had been reported killed by an Israeli air strike in Gaza on Wednesday actually died of an accident, Palestinian medical workers said on Thursday. Workers at Gaza’s Shifa hospital said on August 10, 2006 that the initial mistake over the cause of death appeared to have arisen because the girl’s corpse was brought in at the same time as the bodies of the gunmen. REUTERS/Mohammed Salem (PALESTINIAN TERRITORIES)

Ein anderes Bild, das von Maissam Nablussi und Gaza Youth Breaks Out einen Tag später getweetet wurde, zeigte eine Explosion in Gaza mit dem Titel „Gaza Under Attack Today“. Doch auch dieses Bild, ebenfalls von der Agentur Reuters, war nicht aktuell, sondern wurde bereits 2009 während der „Operation Gegossenes Blei“ aufgenommen.

(Quelle: Times of Israel/ Israelische Verteidigungsstreitkräfte, publiziert auf dem Blog der israelischen Botschaft Berlin)

 

Palästinensische Geschichtsrevision

Judäische Schekel Münze von 66 v. Chr. ist eine “antike palästinensische Münze” und Teil der “palästinensischen kulturellen Tradition”.

Ein judäischer Schekel aus dem Jahr 66 v. Chr., dem ersten Jahr des jüdischen Aufstands gegen Rom, wurde letzte Woche an einer Auktion in New York für 1.1 Millionen Dollar verkauft. Die eingravierten hebräischen Worte auf der Vorderseite „Schekel von Israel [Jahr] 1“ und auf der Rückseite „Jerusalem die Heilige“.

Die offizielle Tageszeitung der palästinensischen Autonomiebehörde schrieb im Zusammenhang mit der in der Auktion als hebräische Münze der zweiten Tempelperiode beschriebenen Münze, dass es sich um eine „antike palästinensische Münze“ handle, die Teil der „palästinensischen kulturellen Tradition“ sei. Die Münze ist auf den Bildern sichtbar.

Palestinian Media Watch (PMW) dokumentierte, dass die palästinensische Autonomiebehörde regelmässig Verleugnungen der jüdischen Geschichte im Land Israel publiziere, doch dieser Artikel ist anders. Während er beansprucht, die hebräische Münze, die im Land Israel gefunden wurde, sei Teil der „palästinensischen kulturellen Tradition“, anerkennt der Bericht gleichzeitig die Geschichte des jüdischen Volkes im Land, da er die jüdische Revolte gegen die Römer erwähnt.

Der Artikel fügt an, dass die „politische Agenda“ der Juden einen Vorteil aus dem Verkauf antiker hebräischer Münzen schlägt. Die palästinensische Autnomiebehörde, die Israels Existenzrecht nicht offiziell anerkennt und nur hie und da zugibt, dass der Staat existiert, kategorisiert jegliche archäologischen Beweise von Israels antiker Vergangenheit im Land als „politische Agenda“.

„It [the sale] is an opportunity for Jewish and Western scholars to use the Jewish revolt against the Romans in Palestine for a political agenda, and to connect this local revolt with the establishment of the Israeli occupation state.“

Zudem behauptet die palästinensische Autnomiebehörde, der jüdische Aufstand gegen die Römer in den Jahren 66-70 v. Chr. passierte in „Palästina“, was eine weitere historische Revision darstellt. Die jüdische Revolte geschah im Land „Judäa“. Die römische Münze, welche geprägt wurde als Ehrefür dem römischen Sieg, nachdem die Römer den Tempel im Jahr 70 v. Chr. Zerstörten, trug die Inschrift „Judea Capta“, was so viel bedeutet wie „das Land Judäa ist besiegt“. (vgl. Bild)

Die Römer änderten den Namen von Judäa zu “Palästina” 65 Jahre später im Jahr 135 v. Chr. Nach der Bar Kochba Rebellion, nicht wegen der Existenz einer lokalen Bevölkerung, die sich selbst „Palästinenser“ nannte, sondern aufgrund der Bestrebung, die Juden von ihrem eigenen Land zu distanzieren, al seine Strafe für den jüdischen Aufstand.

Eine Übersetzung des Artikels über die Auktion aus Al-Hayat al-Jadida vom 4. März 2012 findet sich auf Englisch auf der Website von Palestinian Media Watch.

Original von Itamar Marcus und Nan Jacques Zilberdik (PMW): http://palwatch.org/main.aspx?fi=157&doc_id=6541

Israelische und palästinensische Wassernutzung

Israel befolgt uneingeschränkt die Bedingungen für Wasserverbrauch und –versorgung, die während des Friedensprozesses “Oslo II” ausgehandelt und in dem israelisch-palästinensischen Interimsabkommen festgeschrieben wurden. Tatsächlich versorgt Israel die Palästinenser mit 30 Prozent mehr Wasserals vorgesehen, so dass die Wassermenge, die den Palästinensern zur Verfügung steht, die im Abkommen festgelegte Menge übersteigt.

Als Israel 1967 die Kontrolle über das Westjordanland gewann, hatten nur vier der 708 palästinensischen Städte und Dörfer Zugang zu fließend Wasser. Inzwischen verfügen 641 dieser Orte – und 96 Prozent der palästinensischen Bevölkerung – über einen solchen Zugang. Israels Pipelinenetz hat die Wasserversorgung der Palästinenser von 64 Millionen Kubikmetern (MKM) pro Jahr auf 120 MKM pro Jahr erhöht. Im Gegensatz zu palästinensischen Behauptungen besteht kaum ein Unterschied zwischen der Wassermenge, die Israelis und Palästinenser nutzen: 2012 beträgt der Wasserverbrauch pro Kopf 150 MKM für Israelis und 140 für Palästinenser.

Durch Fehlmanagement verlieren die Palästinenser jedoch 33 Prozent ihres Wassers. Die palästinensische Wasserbehörde (Palestinian Water Authority, bzw. PWA) hat es versäumt, ihr Versorgungssystem auf den neusten Stand zu bringen und die Ressourcen zu nutzen, die ihnen zur Verfügung stehen, seien es von Israel autorisierte Quellen oder internationale Hilfe.

Die PWA hat es außerdem versäumt, genügend Anlagen zur Wasserreinigung zu errichten. Aus diesem Grund fließen 63 Prozent des palästinensischen Abwassers unbehandelt in die Flüsse und die Natur des Westjordanlands. Dabei könnte das Abwasser gereinigt und für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden, um auf diese Weise Frischwasser für den menschlichen Konsum zu sparen, wie es in Israel getan wird.

Trotz internationaler Spenden zu diesem Zweck erzielt die PWA keine Fortschritte bei der Wasserreinigung. Stattdessen lässt sie ein System fortbestehen, in dem unbehandeltes Abwasser die Umwelt, die Quellen und das Grundwasser des Westjordanlands verschmutzt.

Die PWA lässt 94 Prozent des Abwassers, das von palästinensischen Städten und Dörfern produziert wird, unbehandelt. Israel dagegen recycelt etwa 75 Prozent seines Abwassers, in erster Linie für landwirtschaftliche Nutzung.

Würden die Palästinenser Mittel ergreifen, um Wasserverlust zu verhindern, gereinigtes Wasser wiederzuverwenden und das Grundwasser der östlichen Regionen zu nutzen, könnten Probleme mit Wasserzugang und -versorgung wesentlich gelindert werden.

Das israelisch-palästinensische Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen vom September 1995 legt fest, dass Israel die Palästinenser mit 70 bis 80 MKM Wasser jährlich versorgen muss, zusätzlich zu den 118 MKM, die die Palästinenser zum Zeitpunkt des Abkommen nutzten. Das Abkommen über die Wasserressourcen sollte für fünf Jahre gelten. Israelis und Palästinenser haben sich jedoch auch über diesen Zeitrahmen hinaus an den Parametern des Abkommens orientiert.

Derzeit haben 96 Prozent der Palästinenser im Westjordanland täglichen Zugang zu fließend Wasser, wohingegen die meisten Städte in benachbarten Staaten wie Jordanien keinen solchen Zugang besitzen.

Leistungsschwächen und Regelverstöße im palästinensischen Wassersystem

Bis zum aktuellen Zeitpunkt, Anfang 2012, hat Israel die Anzapfung von 71 Quellen für Trinkwasserversorgung und landwirtschaftliche Nutzung genehmigt sowie 22 Quellen zur Beobachtung. Die PWA hat jedoch rund die Hälfte von ihnen noch nicht erschlossen.

  • Alle Wasserquellen müssen vor ihrer Nutzung vom gemeinsamen israelisch-palästinensischen Wasserkomitee (Israeli-Palestinian Joint Water Committee, bzw. JWC) genehmigt werden. Die Palästinenser haben jedoch über 250 Quellen ohne Autorisierung angezapft und damit das Abkommen von 1995 verletzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat diese Verstöße unterstützt, indem sie die ungenehmigten Quellen ans Stromnetz angeschlossen hat.
  • Die Palästinenser schöpfen illegal Wasser vom israelischen Wasserversorger Mekorot ab, der sowohl Israelis als auch Palästinenser beliefert. Aus diesem Grund kommt es in Hebron, Bani Naim, Beita und anderen palästinensischen Orten und Gemeinden zu Wasserknappheit.
  • Die Palästinenser haben das Grundwasser im Osten des Westjordanlands nicht erschlossen, obwohl das JWC jeden Antrag, es nutzbar zu machen, genehmigt hat.

Versäumnisse, Abwasseranlagen zu bauen, und daraus resultierende Probleme

Das JWC genehmigte die Installation von hunderten Kilometern von Wasserpipelines im Westjordanland sowie den Bau dutzender Sammelstellen und Pumpstationen.

  • Die Palästinenser haben es versäumt, Abwasseranlagen zu bauen, obwohl das Interimsabkommen dies vorschreibt. Gründe dafür sind Fehlmanagement, schlechte Wartung, wasserwirtschaftliche und technische Fehler. Dies hat die Verschmutzung von Wasservorkommen sowie Umweltschäden zur Folge. So wurde zum Beispiel der Hebron-Fluss, der in Richtung des Beerscheba-Tals fließt, verschmutzt, und die angrenzenden palästinensischen und israelischen Gemeinden leiden nun unter dreckigem Wasser, schlechten Gerüchen, Fliegen und Mücken. Der Nablus-Strom, der westwärts fließt, ist inzwischen ebenfalls verdreckt und verschmutzt damit Wasser im Inneren Israels.
  • Viele andere Ströme und Flüsse sind praktisch zu Abwasserkanälen für palästinensische Städte und Dörfer geworden. Das ungereinigte Wasser verschmutzt das Grundwasser, was anschließend das Wasser beeinträchtigt, das aus Quellen gewonnen wird. Dies hat zur Verschmutzung und Schließung mehrerer Quellen in den Distrikten von Bethlehem und Jerusalem sowie im Jordantal geführt.
  • Etwa 27 Prozent des Abwassers aus dem Westjordanland stammt von der israelischen Bevölkerung, 73 Prozentdagegen von der palästinensischen Bevölkerung.
  • Israels Gebrauch von behandeltem Abwasser, Entsalzung, Reduzierung von Wasserverlust im Wassersystem und andere wassersparende Aktivitäten fügen seiner Wasserversorgung jedes Jahr 800 MKM hinzu – rund 33 Prozent der gesamten israelischen Wassernutzung.
  • Laut Angaben eines Berichts der Europäischen Kommission nutzt Israel mehr behandeltes Abwasser pro Kopf für landwirtschaftliche Zwecke als jedes andere Land der Welt. In absoluten Zahlen kommt Israel bei der Wiederverwendung von Abwasser an zweiter Stelle hinter Kalifornien.

Wasser: Tatsachen über die Nutzung durch Israelis und Palästinenser, Übereinkommen, TIP, 28. Mai 2010

Quelle: www.audiatur-online.ch (28.2.12), basierend auf  TIP – The Israel Project, 23. Januar 2012

Wieso will Gaza niemand helfen?

von Khaled Abu Toameh

Wer hält die Palästinenser eigentlich davon ab, aus dem Gazastreifen das Hong Kong des Nahen Osten zu machen? Ist es Israel, sind’s die Palästinenser selber oder die arabischen Länder?

In den letzten Wochen hat der HamasMinisterpräsident Ismail Haniya eine Reihe arabischer und islamischer Länder in der Absicht besucht, finanzielle Hilfe für den „Wiederaufbau“ des Gazastreifens zu erhalten. In dieser Woche nun ist Haniya mit einem Koffer voller Versprechen zur Hilfe für die palästinensischen Einwohner des Gazastreifens zurückgekehrt, aus dem Iran, Katar, dem Sudan, Bahrain und den Vereinten Arabischen Emiraten. Einige haben versprochen, Zement und Baumaterial zur Verfügung zu stellen, andere haben in Aussicht gestellt, verschiedene Wirtschafts- und Wohnungsbauprojekte zu finanzieren.

Doch Palästinenser haben sich an leere Versprechungen von arabischen und islamischen Ländern gewöhnt.

In der Vergangenheit hat die Arabische Liga den Einwohnern im Gazastreifen Hilfe in Höhe von vier Milliarden Dollar zugesagt. Doch bisher haben sie aus den arabischen und islamischen Ländern nichts  gesehen, sagen Palästinenser. Zu Beginn des Jahres beschuldigte die Hamas die Palästinensische Autonomiebehörde PA, sich einige Millionen Dollar unter den Nagel gerissen zu haben – Gelder, die von arabischen und islamischen Ländern zur Hilfe der Einwohner im Gazastreifen gespendet worden waren. Die PA bestreitet dies.

Natürlich ist es ein Leichtes, Israel die Schuld für die andauernde Krise im Gazastreifen zu geben; und so machen es auch die Hamas, die PA und der Rest der arabischen und islamischen Länder. Einzig und allein Israel ist schuld  – an allem was im Gazastreifen schief läuft, sagen sie. Wenn’s Probleme mit Drogen im Gazastreifen gibt: die Israelis müssen dahinterstecken.

Und wenn kein Strom im Gazastreifen fliesst, sind Hamas und die PA sofort zur Stelle, um Israel auch für diese Krise verantwortlich zu machen. Doch das Palestinian Center for Human Rights hat diese Woche gemeldet, dass die Palästinenser – und nicht Israel – für die Stromkrise verantwortlich sind. Die Menschenrechtsgruppe hat darauf hingewiesen, dass die Hamas meldete, der Betrieb des Energiewerks in Gaza sei aufgrund von Benzinmangel unterbrochen worden. Bis vor kurzem wurde Benzin durch unterirdische Tunnel aus Ägypten geschmuggelt. Davor ist das Benzin aus Israel gekommen, und die PA im Westjordanland kam für die Kosten auf. Doch wegen der Streitigkeiten zwischen Hamas und Fatah hat die PA die Zahlungen eingestellt. PA-Beamte beschuldigten die Hamas, Benzin für ihre eigenen Institutionen und Fahrzeuge zu stehlen.

Wenn also irgendjemand die Schuld trägt an der Tatsache, dass Hunderttausende Palästinenser ohne Stromversorgung waren, dann sind es Hamas und Fatah. Auch für die Medikamentenknappheit im Gazastreifen macht die Hamas die PA verantwortlich: sie habe diese  nicht geliefert.

Als Israel den Gazastreifen 2005 verlassen hat, bot sich den Palästinensern die Gelegenheit, die Küstengegend in das Hong Kong der arabischen Welt zu verwandeln.  Alle waren bereit, den Palästinensern im Gazastreifen zu helfen, auch Israel und Juden in den USA und Kanada. Doch die Palästinenser zogen es vor, den Gazastreifen zu einem Zentrum für islamistische Gruppen zu machen.

Seither haben diese Gruppen den Einwohnern im Gazastreifen nichts ausser Tod und Zerstörung gebracht. Heute ist der Gazastreifen drauf und dran, rückwärts zu gehen. Die Radikalen bestimmen – unter der Rückendeckung  vieler Palästinenser –, wo es lang geht, und es zeigt sich keine Hoffnung, dass in absehbarer Zukunft moderate Kräfte entstehen.

Aus diesem Grund sind Araber und Muslime nicht erpicht darauf, Dollars in Milliardenhöhe in den Gazastreifen zu überweisen. Denn sie wissen, dass das Geld für den Kauf von Waffen und Munition drauf geht  – nicht für den Bau neuer Schulen und Krankenhäuser.

Originalversion: How Come No One Wants to Help Gaza? by Khaled Abu Toameh © Stonegate-Institute, February 21, 2012.

(http://www.audiatur-online.ch 27.2.12)

Juden und Palästinenser pflanzen gemeinsam Bäume in der Westbank

Basierend auf einem Artikel von Akiva Novick (Ynet; 8.2.12) 

Siedler aus Efrat und Palästinenser des Nachbardorfes Jurat al-Shama pflanzten an Tu Bishvat im Zeichen der Koexistenz gemeinsam Bäume. Dadurch sollte gemeinsam der gefährlichen Staub einer nahegelegenen Baumverarbeitungssanlage abgewehrt werden. Eine deswegen kürzlich errichtete Mauer ärgerte palästinensische und jüdische Anwohner. Der Bürgermeister von Efrat entschied deshalb, die Mauer durch einen kleinen Wald zu ersetzen. Der palästinensische Inhaber der Firma, Abu-Taled, reagierte erfreut auf diesen Vorschlag und brachte seine Freunde und Angestellten zur Mitarbeit bei der Pflanzung mit. Ravivi, der Bürgermeister von Efrat sagte hinsichtlich des jüdischen Brauches, an Tu Bishvat Bäume zu pflanzen: „Dadurch konnten wir unsere Mitzvah erfüllen und gleichzeitig unsere Verbindungen zu den Nachbarn stärken und in Richtung friedlicher Koexistenz arbeiten“.

Ravivi zufolge diskutieren die beiden Seiten nun die Möglichkeit, nachts Sicherheitspersonal aus Efrat zur Bewachung der Fabrik einzusetzen, als Teil der Anstrengungen um eine Kultivierung nachbarschaftlicher Beziehungen zu.

 

Ravivi, Abu-Taled hard at work (Photo: Haim Zach)

Link zum Artikel: http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4187269,00.html