Historisches Wasserabkommen zwischen Israel, Jordanien und PA

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Allen politischen Differenzen zum Trotz werden Israel, Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde am 9. Dezember in Washington ein Abkommen unterzeichnen, das Energieminister Silvan Shalom als „historisch“ bezeichnet. Gegenstand der Vereinbarung ist der Bau einer Pipeline vom Roten Meer zum Toten Meer.

Durch den Kanal, der die beiden Gewässer miteinander verbindet, soll auch der Prozess der Austrocknung des Toten Meeres verlangsamt werden. Als Teil der Zusammenarbeit soll eine gemeinsame Trinkwasseraufbereitungsanlage entstehen, deren Wasser sich Israelis, Palästinenser und Jordanier teilen werden.

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Es ist geplant, dass jährlich 200 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Roten Meer nach Norden gepumpt werden, von denen rund 80 Millionen in einer Anlage, die in Aqaba (Jordanien) gebaut werden soll, entsalzen werden. 30 bis 50 Millionen Kubikmeter werden Israel für die Nutzung in Eilat und der Aravasenke zur Verfügung stehen. Jordanien erhält 30 Millionen Kubikmeter aus dem Roten Meer und zusätzlich 50 Millionen Kubikmeter Grauwasser aus dem See Genezareth. Die Palästinenser sollen 30 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem See Genezareth – entweder aufbereitetes Wasser oder Grauwasser – erhalten.

Die Pipeline wird vollständig auf jordanischem Gebiet verlaufen. Die Bauarbeiten der Pipeline und der Trinkwasseraufbereitungsanlage sollen in vier bis fünf Jahren abgeschlossen sein.

(ynet, 09.12.13)

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Süsse Solarenergie aus Israel

Israel ist das Land von Milch und Honig, aber so wörtlich genommen wie die Firma Tigi Solar hat das bisher kaum jemand: Die Firma, die 2007 gegründet wurde, hat ein Produkt entwickelt, das den Solarmarkt in kalten Ländern revolutionieren dürfte – den sogenannten honeycomb collector, einen Solarkollektor, der von der Struktur der Honigwabe inspiriert ist.

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honeycomb collecotor (Foto: MFA)

 

Der Kollektor ist insbesondere für kalte Regionen geeignet, was ihm etwa in Europa einen entscheidenden Vorteil gegenüber Kollektoren einbringt, wie sie zum Beispiel auf israelischen Mietshäusern üblich sind.

Denn die konventionellen Sonnenkollektoren verlieren einen Großteil der Wärme, die sie speichern könnten, wieder, während die Honigwabenstruktur des honeycomb collectors die Wärme optimal speichert und so auch zur Heizung geeignet ist.

„Wir können bessere Arbeit leisten als die meisten anderen Kollektoren“, so Zvika Klier, Sohn des Firmengründers Shimon Klier. „Insgesamt kostet unsere Lösung weniger als die Alternativen.“

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Auf der Intersolar 2012 (Foto: MFA)

 

Tigi Solar trifft gerade in Europa auf großes Interesse: Die Firma aus Petach Tikva wurde auf der Intersolar 2012 in München mit dem Intersolar AWARD ausgezeichnet.

Zur Website von Tigi Solar: http://bit.ly/WStigi

 

(Außenministerium des Staates Israel, 12.02.13)

 

 

Bildung in Israel

Dass auch in Israel Kinder in die Schule gehen und junge Erwachsene studieren und sich weiterbilden, dürfte niemanden überraschen. Doch wie ist eigentlich das Schulsystem in Israel aufgebaut? Und was studieren all die vielen Studierenden, die Israel zu dem Land mit den zweitmeisten Akademikern in der OECD machen?

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Themenüberblick:

  • Bildung in Israel
  • Schulsystem
  • Erziehung von überdurchschnittlich begabten und von behinderten Kindern Hochschulbildung

 

Schulsystem

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Die allgemeine Schulpflicht gilt in Israel im Alter von fünf bis sechzehn Jahren, Kinder zwischen 0 und 17 Jahren stellten Ende 2010 mit 2,52 Millionen etwa ein Drittel der Einwohner des Staates Israel.

Mit fünf Jahren besuchen israelische Kinder den Gan Chova, eine Art Vorschule, deren Besuch im Jahr vor dem Schulbeginn verpflichtend ist. Mit sechs Jahren werden sie eingeschult.

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Das Schulsystem untergliedert sich im Wesentlichen in vier verschiedene Züge:

– Staatliche Schulen, die von den meisten Schülern besucht werden.

– Staatlich-religiöse Schulen, die jüdische Studien, jüdische Kultur und Tradition besonders in den Vordergrund rücken.

– Arabische und drusische Schulen mit der Unterrichtssprache Arabisch, die besonderes Gewicht auf arabische oder drusische Geschichte, Religion und Kultur legen.

– Private Schulen, die unter der Schirmherrschaft verschiedener religiöser und internationaler Gruppen geführt werden. Bei ihnen trägt der Staat etwa 75% der Kosten. Den größten Anteil an den privaten Schulen haben ultraorthodoxe Schulen, in denen die Schülerinnen und Schüler hauptsächlich in religiösen Fächern und lediglich in sehr beschränktem Maße in weltlichen Fächern unterrichtet werden. Darüber hinaus zählen aber auch Demokratische und Internationale Schulen, sowie etwa koedukative Schulen, an denen arabische und jüdische Kinder gemeinsam in beiden Sprachen unterrichtet werden, zu dieser Kategorie.

Der Anteil der Kinder, die die verschiedenen Schulzüge besuchen, verschiebt sich in den vergangen Jahren entscheidend: Im Schuljahr 1999/00 besuchten noch 20% der jüdischen Grundschüler eine Schule, die unter ultra-orthodoxer Oberaufsicht stand, im Schuljahr 2009/10 waren es bereits 28%. In den weiterführenden Schulen waren es 1999/00 noch 15% gewesen, 2009/10 lag der Anteil bereits bei 20% aller jüdischen Schüler.

Anders als in Deutschland existiert kein dreigliedriges Schulsystem, die Kinder und Jugendlichen besuchen gemeinsam eine allgemeinbildende Gesamtschule, die sie mit der zwölften Klasse zur Bagrut, dem Abitur, führt. Der größte Teil der Schülerinnen und Schüler besucht 12 Jahre die Schule (2010 waren es 92%, im Gegensatz zu 2003 noch 89%, OECD-Durchschnitt 84%), ein kleinerer Teil verlässt sie bereits nach der 10. Klasse.

Je nach Bevölkerungsgruppe bestehen beim Abitur jedoch große Unterschiede: Die Prozentzahl der christlichen Schüler, die jährlich das Abitur ablegen, liegt mit 63% noch über der der jüdischen Schüler (58%) und deutlich über der der muslimischen Schüler (50%).

 

 

Erziehung von überdurchschnittlich begabten und von behinderten Kindern

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Hochbegabte Kinder, die zu den drei Prozent der besten Schüler ihrer Schulklasse gehören und entsprechende Qualifikationsprüfungen bestanden haben, nehmen an Begabtenförderprogrammen teil, die von Zusatzkursen außerhalb des normalen Lehrplanes bis zu speziellen ganztägigen Hochbegabtenschulen reichen.

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Der Hochbegabtenunterricht ist dem Niveau seiner Schüler angepasst und beschränkt sich nicht nur darauf, Kenntnisse zu vermitteln, sondern leitet die Schüler auch an, Gelerntes auf andere Wissensbereiche anzuwenden. Die Schüler lernen selbständig zu forschen und zu arbeiten.

Körperlich, geistig oder lernbehinderte Kinder werden je nach ihren Fähigkeiten und der Schwere ihrer Behinderung in ein entsprechendes Schulsystem eingegliedert, um dort ihre Fähigkeiten entfalten zu können und eine optimale Integration in das soziale und berufliche Leben der Gesellschaft, in der sie leben, zu erfahren.

Einige Kinder werden in speziellen Sonderschuleinrichtungen betreut, während andere reguläre Schulen besuchen, wo sie entweder speziellen Klassen für Behinderte zugeteilt oder zusammen mit nichtbehinderten Kindern unterrichtet werden und zusätzlich zum normalen Unterricht Förderunterricht erhalten.

Die Verantwortung für das Wohl und die Förderung der Kinder liegt bei Psychologen, Sozialarbeitern, Behindertenpädagogen und medizinischem Personal sowie bei der Familie des Kindes und verschiedenen unabhängigen Hilfsorganisationen und -gruppen.

 

 

Hochschulbildung

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Der Grundstein für die erste israelische Universität, das Technion in Haifa, wurde bereits 1912 gelegt – 36 Jahre vor Staatsgründung.

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1925 besucht Albert Einstein das Technion

Seitdem zeichnen sich die israelischen Universitäten nicht nur durch exzellente Lehre sondern auch Forschung aus: Israel mag bei den PISA-Vergleichsstudien nicht gerade ganz oben dabei gewesen sein, doch hat das Land bereits 10 Nobelpreisträger hervorgebracht – und das in fünf so verschiedenen Kategorien wie Chemie, Frieden, Literatur und Wirtschaft.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das Angebot der Hochschulbildung in Israel deutlich gestiegen. Gab es im Studienjahr 1989/90 noch 21 Institutionen, die akademische Grade anboten und an denen 88.800 Studierende eingeschrieben waren, so gab es in Israel im Studienjahr 2011/12 70 Institutionen (darunter 7 Universitäten) mit 306.600 Studierenden (einschließlich 47.900 an der Fernuniversität Ha-Universita ha-ptucha).

In dieser Zeit wuchs die Zahl der Studierenden jährlich durchschnittlich um 5,8%.

Von den 258.700 Studierenden, die im Schuljahr 2011/12 an den Universitäten, akademischen Colleges und Lehrerseminaren in Israel eingeschrieben waren, studierten 75% in einem Bachelor-Studiengang. 20,4% waren für einen Master eingeschrieben und 4,1% für ein Doktorat.

Ein Hochschulstudium ist in Israel nach wie vor hauptsächlich eine Angelegenheit der öffentlichen Hochschulen: Lediglich 14,1% studieren an privaten Institutionen. Im OECD-Durchschnitt sind es 15,5%, in Deutschland etwa 5%.

Im akademischen Jahr 2011/12 ist die Zahl der Erstsemester im Bachelor-Studium an den Universitäten stabil geblieben, in den Colleges jedoch signifikant gestiegen.

Die meisten Bachelor-Studenten gab es in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Master-Studierende waren in der Mehrheit in den Geistes- und Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben; Doktoranden zumeist in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik.

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Die Hebräische Universität Jerusalem

Die Mehrheit aller Studierenden, sowohl in den Bachelor-, als auch in den Master- und den Dissertationsstudiengängen, sind Frauen: Beim Bachelor waren es im vergangenen Studienjahr 56,1%, beim Master 59,8%, und bei den Doktoraten war es immerhin noch eine dünne Mehrheit von 52,4%.

Die Studiengänge Medizin, Architektur und Städtebau waren im Studienjahr 2011/12 im Verhältnis zur Zahl der verfügbaren Plätze am beliebtesten: Hier herrschte das größte Missverhältnis zwischen Bewerbern und Studienplätzen.

Sechzig Prozent der Israelis im relevanten Alter waren in ihrem Leben einmal für ein Bachelor-Studium eingeschrieben – auch hier besteht ein großer Unterschied zwischen Frauen (66%) und Männern (53%). Israel liegt unter den OECD-Staaten auf Platz zwei, was den Anteil der Akademiker an der Bevölkerung betrifft. 56% Prozent der Israelis in der relevanten Altersgruppe haben demnach einen akademischen Abschluss, gegenüber 30% im OECD-Durchschnitt.

Vogelzug in Israel – ein Naturspektatkel

Israel – Naturparadies im Schatten des Nahost-Konflikts

Von Thomas Krumenacker*, Herbst 2012 (www.krumenacker.de)

Eine Gruppe Kraniche im ersten Sonnenlicht des Tages. Das Hula-Naturschutzgebiet in Nordisrael ist der bedeutenste Rastplatz für diese Vogelart im Nahen Osten. (Bild: Thomas Krumenacker)

Alljährlich im Herbst und im zeitigen Frühjahr  bekommen israelische Naturfreunde Post von ungewöhnlicher Stelle. „Das Zugvogelzentrum der Luftwaffe nimmt seine Arbeit wieder auf“,  mailt die Airforce an die auch in Israel wachsende Gemeinde der Ornithologen und Vogelbeobachter. „Wir würden uns freuen, wenn ihr uns über jede Konzentration von Vögeln auf dem Laufenden halten würdet (Pelikane, Störche, Kraniche)“, heißt es dann wieder in einer Rundmail. Und so tragen die meisten Mitglieder der israelischen Birding-community neben Fernglas, Teleskop und Fotoapparat in aller  Regel zwei Telefonnummern mit sich: Die zum Koordinator der „rare bird alerts“, um per SMS sofort andere Beobachter über gesichtete Seltenheiten alarmieren zu können – und die des Koordinationszentrums der Luftwaffe, das am internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv Tag und Nacht besetzt ist und für den militärischen wie zivilen Flugbetrieb alle Bewegungen über dem Himmel im Heiligen Land registriert: Zivile Flugzeuge, Militärjets – und Zugvögel. Kreuzt ein Schwarm Pelikane oder Kraniche die geplante Route von Flugzeugen, erhalten diese solange Startverbot, bis die Vögel außer Reichweite sind. Eine Win-Win-Situation: Die Vögel bleiben unbehelligt und eine Gefahr für Luftfahrt und Passagiere wird gebannt.

Weissstörche ziehen in grossen Trupps von oft mehr als 10.000 Vögeln und rasten an den wenigen Wasserflächen, die sie inmitten der Wüste finden. (Bild: TK)
 
 

Israel hütet einen der grössten Naturschätze der Menschheit

Diese international wohl einmalig enge Zusammenarbeit zwischen der Flugsicherheit und Naturfreunden hat einen handfesten Grund und offenbart eine Seite Israels, die im Schatten der einseitigen Wahrnehmung des Landes als vermeintlichem Zentrum des Nahost-Konflikts nur wenig bekannt ist: Israel hütet einen der größten Naturschätze der Menschheit. Das kleine Land von der Größe Hessens ist weltweit eine der wichtigsten Drehscheiben des Vogelzugs, eines alljährlichen Naturschauspiels, das die Menschheit seit biblischer Zeit fasziniert.

Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, versammeln sich im Luftraum über Israel nach Schätzungen rund 500 Millionen Vögel auf dem Weg in ihre afrikanischen Wintergebiete beziehungsweise zurück in die europäischen, russischen und zentralasiatischen Brutgebiete. Zehntausende von Weißstörchen aus Deutschland, Polen und anderen Ländern landen dann zur abendlichen Rast in den Feldern der Kibbbutze oder auch inmitten der Negev-Wüste und bieten Naturbeobachtern atemberaubende und faszinierende Einblicke in eines der letzten großen Geheimnisse der Natur. Am nächsten Morgen setzen sie den langen Weg dann nach einem spektakulären Massenstart fort. Auch am Himmel über Tel Aviv oder Jerusalem können zur richtigen Zeit große Schwärme von kreisenden Großvögeln beobachtet werden.

Der Grund für die einmalige Konzentration von Vögeln in Israel liegt in der geographischen Lage des Landes: An der Schnittstelle der Kontinente Europa, Asien und Afrikas gelegen, bildet Israel eine Art Landbrücke zwischen Europa und Afrika. Besonders schwere und große Vögel wie Störche, Adler, Pelikane oder Kraniche  vermeiden es, auf ihrer viele Tausende Kilometer langen Reise über größere offene Wasserflächen zu fliegen. Dort können sie bei Erschöpfung nicht landen, vor allem aber bildet sich über dem kalten Wasser keine Thermik. Diese über Land am Morgen durch Sonneneinstrahlung entstehenden warmen Aufwärtswinde helfen den Vögeln, sich energiesparend im Gleitflug tragen zu lassen. Kräfteraubender Aktivflug kann so auf ein Minimum reduziert werden. Zusätzlich liegt Israel auf seiner gesamten Länge von den Golan-Höhen im äußersten Norden, über das Jordan-Tal und das Tote Meer bis hin zum Ausläufer des Toten Meeres bei Eilat im äußersten Süden entlang des seit Millionen von Jahren wichtigsten Zugweges für Vögel aus Europa und Zentralasien nach Afrika, dem Syro-afrikanischen Grabenbruch, besser bekannt als Rift-Valley.

Viele Kraniche verbringen mehrere Wochen im Hula-Tal, um sich vor dem anstrengenden Weiterflug in das Winterquartier im südlichen Afrika zu stärken. Im Hintergrund der schneebedeckte Mount Hermon, Israels höchster Berg. (Bild: TK)

 

Allein über 100.000 der seltenen Schreiadler sammeln sich in Israel

Nicht nur für Vogelbeobachter, auch für Biologen, die den Vogelzug wissenschaftlich untersuchen und für Artenschützer, die seltene Vogelarten eingehender untersuchen, ist Israel daher von herausragender Bedeutung. Von einigen der bedrohtesten Vogelarten zieht nämlich der gesamte Weltbestand über Israel, eine einmalige Gelegenheit zu erfahren, wie sich die Populationen entwickeln und zu kontrollieren, ob Schutzmaßnahmen in den oft entlegenen Brutgebieten wirksam sind.

Ein solches Beispiel ist der Schreiadler, Deutschlands seltenste Adlerart. Nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern brüten hierzulande heute noch Schreiadler, insgesamt nur rund 100 Paare. Auch in den anderen Vorkommensgebieten geht ihre Zahl zurück. Keiner weiß aber genau, wie sehr. Über dem Himmel der nördlichen Täler Israels versammeln sich in einem kurzen Zeitraum zwischen Mitte September und Anfang Oktober dann auf dem Weg in das südafrikanische Winterquartier so gut wie alle Schreiadler der Erde. Warten in den angrenzenden arabischen Ländern allzuhäufig Jäger auf die Adler, sind es in Israel die Vogelkundler: In einer dichten Kette von Beobachtungsposten werden über die gesamte Breite des Landes auf einer Linie von Haifa am Mittelmeer bis zum Bet-Shean-Tal an der Grenze zu Jordanien von morgens bis abends die überhin ziehenden Vögel gezählt. Diese seit nun 30 Jahren unternommene Untersuchung ist eine der weltweit am längsten erhobenen systematischen Vogelzugzählungen und genießt in der wissenschaftlichen Fachwelt entsprechendes Gewicht. In diesem Herbst wurden knapp über 100.000 Schreiadler in Israel gezählt – eine Zahl, die Artenschützer vorsichtig optimistisch sein lässt, dass die Art sich wohl in einem vergleichsweise stabilen Zustand befindet.

Weitaus höhere Zahlen werden von anderen, auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannten, Vogelarten gezählt: So wird geschätzt, dass 70 Prozent aller Weißstörche der Erde Israel zweimal im Jahr überqueren, darunter auch der Großteil der in Deutschland brütenden Vögel.  Der Zug kleiner Singvögel wie Blaukehlchen, Mönchsgrasmücke oder Schafstelzen vollzieht sich überwiegend nachts und in sehr großer Höhe. Er wurde in Israel mittels Radar erforscht und siehe da: Eine ruhige Wüstennacht ist gar nicht so ruhig: Geschätzt mehrere Hundert Millionen Kleinvögel überqueren das Gebiet des Rift Valleys für den Menschen unsichtbar jedes Jahr. Auf einem nächtlichen Ausflug in die Wüste lassen manchmal die beständigen Kontaktrufe er in mehr als einem Kilometer Höhe ziehenden Vögel ahnen, was sich unsichtbar über dem Wanderer abspielt.

Der gesamte Weltbestand des vom Aussterben bedrohten Schreiadlers zieht innerhalb weniger Wochen durch Israel und bietet Forschern Gelegenheit, wertvolle Erkenntnisse zu ihrem Schutz zu sammeln. (Bild: TK)

 

Besondere Anforderungen an Naturschutz in Israel

Die herausragende Bedeutung Israels für den Vogelzug bürdet dem Land auch eine große Verantwortung auf und Naturschutz oder Naturzerstörung in Israel hat auch unmittelbare Folgen für in Deutschland und anderen Teilen Europas brütende Vogelarten wie den Weißstorch oder den Schreiadler.  Jedes vernichtete Öko-Systen beraubt nicht nur die einheimischen Arten ihres Lebensraums, auch Zugvögel verlieren  lebenswichtige Raststation, um die Reserven für den Flug über die Sahara mit tausenden Kilometern ohne Nahrung überstehen zu können. Zugleich bietet das alljährliche Spektakel auch viele Chancen. Die in der Society for the Protection of Nature (SPNI) zusammengeschlossene Israelische Ornithologenvereinigung kooperiert deshalb eng mit Partnerverbänden in anderen Ländern und veranstaltet seit einigen Jahren erfolgreich „Vogelzugfestivals“ in Eilat und im nördlichen Hula-Tal. Naturbegeisterte aus Europa, den USA und Israel treffen sich eine Woche lang zum Meinungsaustausch, werden von den besten Vogelkennern des Landes bei Tagesausflügen zu den besten Vogelrastplätzen begleitet und erhalten bei Vorträgen einen Einblick in den Stand der Vogelforschung. Längst haben sich die Vogeltouristen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor etwa im nordisraelischen Hula-Tal entwickelt. Damit erhalten auch die Bemühungen der israelischen Ornithologen etwa um den Schutz der verbliebenen Feuchtgebiete am Fuße der Golan-Höhen oder intakter Wüstenhabitate im Arava-Tal  einen anderen Stellenwert, hilft doch die Bewahrung der Natur auch beim Sichern der Einkommen der lokalen Kibbutze.

Eine Gruppe Rosapelikane hat sich zur Rast auf einem See im Hula-Tal niedergelassen. Zwischen Oktober und November können im Himmel über Israel Gruppen mit vielen Tausend dieser schwersten europäischen Zugvögel beobachtet werden. (Bild: TK)

 

Schleiereulen als Friedenstauben

Auch bei der regionalen Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg spielen Vögel in der Region mittlerweile eine wichtige Rolle. Im Bet-Shean-Tal, zwanzig Minuten südlich des Sees Genezareth, haben die israelischen Ornithologen Landwirte aus Jordanien, Israel und den Palästinensergebieten zusammengebracht, um ein ökologisches Problem gemeinsam anzugehen: die beständige Intensivierung der Landwirtschaft und den massenhaften Verbrauch von Chemikalien. Dutzende Tonnen von Chemikalien, allen voran zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen, werden jährlich in dem für die Landwirtschaft auf allen Seiten gleichermaßen wichtigen Jordantal versprüht. Immerhin machen Wissenschaftler die Nager für den Ausfall von bis zu 35 Prozent der Ernte etwa beim Weizen verantwortlich. Das Gift macht aber nicht nur den lästigen Nagern den Garaus: Schädlingsbekämpfungsmittel verseuchen auch die Böden und das Grundwasser – und sie töten einheimische wie Zugvögel. Auf Initiative der israelischen Ornithologen wurde eine nachhaltige Lösung gefunden, die zudem die Farmer aus den drei benachbarten Gebieten an einen Tisch gebracht hat. Statt Chemie auszubringen, wurden massenhaft Nistkästen für Schleiereulen angebracht – manche sogar aus recycleten Munitionsboxen der Armee. Der Gedanke: Ein Paar der gut taubengroßen Schleiereulen verzehrt pro Jahr 2000 bis 3000 Mäuse. Begrenzt wurde die Zahl der Nager-Jäger eigentlich nur durch das geringe Angebot an Brutplätzen. Also wurden künstlichen Nestboxen aufgestellt. Was mit 20 Kästen vor 25 Jahren begann, ist mittlerweile eines der erfolgreichsten Programme der biologischen Schädlingsbekämpfung weltweit und überdies zu einem Vorzeigeprojekt regionaler Zusammenarbeit in einem der Brennpunkte der Weltpolitik. Tausende Paare Schleiereulen brüten auf allen Seiten der Grenze und helfen viele Tonnen Chemikalien einzusparen.

*Der Autor: Thomas Krumenacker, 47, ist Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin und Naturfotograf. Er beteiligt sich seit vielen Jahren an Naturschutzprojekten in Israel.2009 wurde er mit dem Umweltpreis der Israelischen Naturschutzverbände ausgezeichnet. Mehr von ihm auf seinem Blog: www.krumenacker.de 

Dieser Beitrag erschien zuerst am 29.10.12 in „Zwischenzeilen“ von der Gesellschaft Israel-Schweiz.

Weissstörche über dem wiederhergestellten Jordan-Fluss im Hula-Tal fotografiert aus einem Ultraleichtflugzeug. Im Hintergrund der Agmon (See) des Hula-Tals, eines der erfolgreichsten Projekte zur Wiederherstellung zerstörter Natur im Nahen Osten. (Bild: TK)

 

Erst mit dem anbrechenden Abend unterbrechen die Störche ihren Zug, um möglichst viel vom Tag für die lange Reise nutzen zu können. (Bild: TK)
 

Kraniche brechen an einem frühen April-Morgen im Hula-Naturschutzgebiet auf, um den langen Flug nach Europa anzutreten. Im Hintergrund der Mount Hermon. (Bild: TK)

 

 

 

Israel in internationalen Organisationen

Am 24. Oktober war Tag der UNO, am 16. Oktober der Welternährungstag. Grund für uns, einmal genauer nachzuschauen, wie es um Israel in der Völkerfamilie bestellt ist. Hier erfahren Sie etwas über die Mitgliedschaften des Staates Israel in internationalen Organisationen und Israels Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit.

Beschreibung der Collage: Die israelische Flagge, die nach Israels UN-Beitritt in New York gehisst wurde; der Sitzungssaal der UN-Vollversammlung; Ron Prosor, gegenwärtiger ständiger Vertreter Israels bei den UN; das Logo der OECD; der Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrates; der Teilungsplan 1947; Ministerpräsident Binyamin Netanyahu bei seiner jüngsten Rede vor der UN-Vollversammlung; ein MASHAV-Logo; Abba Eban, erster Vertreter Israels bei den UN; das Logo des UN-Menschenrechtsrates

 

 

Die Vereinten Nationen

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Alles begann in der UNO: Am 29. November 1947 nahm die UN-Generalversammlung den UN-Teilungsplan für das britische Mandatsgebiet Palästina mit 33 zu 13 Stimmen bei 10 Enthaltungen an.  Am 11. Mai 1949, ein knappes Jahr nach Ausrufung des Staates durch David Ben Gurion, wurde Israel 59. Mitglied der Vereinten Nationen.

Die Beziehung zwischen Israel und der UNO verläuft seitdem wechselvoll – besonders, wenn es um die Vollversammlung geht.

Für Israel wichtige Resolutionen der UN-Vollversammlung sind etwa die Resolution 3379, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzt (1975), die Entscheidung, diese wieder aufzuheben (Resolution 46/48 von 1991), die Entscheidung, einen internationalen Gedenktag für den Holocaust einzuführen (2005) und viele Entscheidungen des Sicherheitsrates, die sich mit dem israelisch-arabischen Konflikt beschäftigen, so z.B. Resolution 242 (mit Ende des Sechs-Tage-Krieges), 338 (zum Ende des Yom-Kippur-Krieges), Resolution 425 zum Libanon und in jüngster Zeit Resolution 1701, die zum Ende des Zweiten Libanonkrieges führte.

 

Sicherheitsrat der Vereinten Nationen

Da die Wahl in den Sicherheitsrat nach einem Regionalschlüssel erfolgt, konnte Israel sich nicht bewerben, solange es noch keiner Regionalgruppe angehörte. Seit dem Jahr 2000 ist Israel zeitlich befristet Mitglied der Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten (WEOG) und hat sich in diesem Rahmen um eine Mitgliedschaft im Sicherheitsrat für 2019/20 beworben.

 

Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

Der UN-Menschrechtsrat ist ein relativ neues Gremium. Die Arbeit seines Vorläufers, der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, zeichnete sich durch fehlende Objektivität und eine Politisierung aus, die sich hauptsächlich gegen Israel richtete. Obwohl die westlichen Staaten zugesagt hatten, dass sich dies im Menschenrechtsrat ändern würde, war Israel davon nicht überzeugt und stimmte gegen die Gründung des Gremiums.

Nur zwei Wochen nach seiner Gründung im Juni 2006 berief der Menschenrechtsrat bereits eine Sondersitzung zum Thema „Die israelischen militärischen Aktivitäten gegen die palästinensische Zivilbevölkerung“ ein.

Auch im weiteren Verlauf setzte der Rat seine Konzentration auf das Thema Israel fort. Im März 2012 beschloss Israel, die Beziehungen zum UN-Menschenrechtsrat abzubrechen.

 

 

 

OECD

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Israel ist seit dem 7. September 2010 Mitglied in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Bereits vor der Vollmitgliedschaft hatte das Land viele Maßstäbe und Programme der Organisation umgesetzt, so wurde etwa bei den meisten Doppelbesteuerungsabkommen der Modellvertrag der OECD adaptiert. 2006 änderte die Bank Israel die Berechnungsmethode für das israelische Bruttoinlandsprodukt, um eine Vergleichbarkeit mit den OECD-Berechnungen zu ermöglichen. Auch dem Anti-Korruption-Abkommen der OECD war Israel noch während der laufenden Beitrittsverhandlungen beigetreten.

Die Verhandlungen waren am 16. Mai 2007 eröffnet worden.

Israel in der OECD: http://bit.ly/oecdsite

 

 

 

Israel im OECD-Vergleich: Der Better Life Index

 

Aus dem Israel-Bericht des OECD Better Life Index:

Mit Geld kann man zwar kein Glück kaufen, doch ist es ein wichtiges Mittel zum Erreichen höherer Lebensstandards. In Israel beträgt der durchschnittliche finanzielle Wohlstand einer Person 47.750 US-Dollar im Jahr. Dies ist mehr als der OECD-Durchschnitt von 36.238 US-Dollar.

60% der Menschen zwischen 15 und 64 in Israel haben eine bezahlte Arbeitsstelle, dies liegt unter dem OECD-Durchschnitt von 66%. Menschen in Israel arbeiten durchschnittlich 1.889 Stunden im Jahr, der Durchschnitt in der OECD liegt bei 1.749 Stunden.

In Israel verfügen 80% der Menschen zwischen 25 und 64 Jahren über einen Highschool-Abschluss, im OECD-Durchschnitt sind es lediglich 74%. Im PISA-Vergleich liegen die israelischen Schüler bei 459 Punkten, der OECD-Durchschnitt beträgt 497 Punkte. Mädchen sind erfolgreicher als Jungen – durchschnittlich um 13 Punkte. Dies gilt auch im OECD-Durchschnitt, dort sind es aber lediglich 9 Punkte Unterschied.

Die Lebenserwartung in Israel beträgt 82 Jahre, zwei Jahre mehr als der OECD-Durchschnitt von 80 Jahren. Die Lebenserwartung für Frauen beträgt 84 Jahre, im Vergleich zu 80 für Männer.

88% der Menschen in Israel erklären, sie kennten jemanden, auf den sie sich in der Not verlassen könnten, im OECD-Durchschnitt sind es 91%.

Bei den letzten Wahlen lag die Wahlbeteiligung bei 64%, der OECD-Durchschnitt betrug 73%.

63% der Menschen in Israel erklären, sie hätten an einem durchschnittlichen Tag mehr positive als negative Erfahrungen, im OECD-Durchschnitt sind es 72%.

OECD Better Life Index: http://bit.ly/OECDbetterlife

 

 

 

MASHAV – die Agentur für internationale Zusammenarbeit des Außenministeriums

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Israels offizielles internationales Entwicklungshilfeprogramm wurde Ende 1975 gegründet und hatte zum Ziel, das Knowhow und die Technologien mit den übrigen Entwicklungsländern zu teilen, die die Basis für Israels eigene schnelle Entwicklung bildeten. MASHAV ist das Akronym von ha-machlaka le-shituf pe’ula beinleumi (Abteilung für internationale Zusammenarbeit). Die Agentur wurde als Abteilung des Außenministeriums gegründet. Was als bescheidenes Programm gestartet war, das seinen Schwerpunkt in der Hilfe zur Selbsthilfe auf Graswurzel-Ebene hatte, als Israel selbst noch ein Entwicklungsland war, ist heute ein weitreichendes Programm der Kooperationen in vielen Ländern mit dem Ziel, eine soziale, ökonomische und nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

Teilnehmer eines Kurses von MASHAV

Seit seiner Gründung hat MASHAV in Israel und vor Ort annähernd 270.000 Kursteilnehmer aus etwa 132 Ländern ausgebildet. Prioritäten von MASHAV sind Armutsbekämpfung, Nahrungsmittelsicherheit, Frauen-Empowerment und eine Verbesserung der Gesundheits- und Bildungssysteme vor Ort. Dass diese Ziele auch in den Milleniumszielen formell aufgenommen wurden, hat die Organisation darin bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein.

Ein typisches MASHAV-Projekt ist etwa das trilaterale Programm, bei dem Israel, Kenia und Deutschland gemeinsam für die Rettung des Viktoriasees kämpfen.

Ausführliche Informationen zu diesem Projekt gibt es unter http://bit.ly/viktoriasee

 

Arbeitsgrundsätze von MASHAV

Die Aktivitäten von MASHAV konzentrieren sich auf Gebiete, in denen Israel einen Vorteil hat und Expertise verfügt.

Der Focus von MASHAV liegt auf Hilfe zur Selbsthilfe und Ausbildung.

Effektivität von Hilfe: MASHAV operiert gemäß internationaler Standards und Prinzipien.

MASHAV glaubt an aktive Konsultationen von Partnern vor Ort.

MASHAVs Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit besagt, dass jedes Programm umfassend, inklusiv und integrativ sein muss.

MASHAV bevorzugt Projekte, die auf „bottom-up“-Entwicklung zielen, die aus den Gemeinden kommt.

MASHAV strebt nach kooperativen Projekten mit anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

MASHAV glaubt, dass die Entwicklungszusammenarbeit dazu genutzt werden kann und sollte, Beziehungen der friedlichen Kooperation zwischen Israel und seinen Nachbarn zu knüpfen.

Mehr zu MASHAV finden Sie hier: http://bit.ly/mashav

 

 

 

Auszeichnung der UNO für E-Government

Laut einer Studie der Vereinten Nationen gehört Israel zu den 20 führenden Ländern weltweit hinsichtlich des Angebots von Verwaltungsleistungen im Internet. Israel machte dabei im Vergleich zu 2010 zehn Plätze gut und liegt nun auf Rang 16, noch vor Ländern wie Deutschland und Japan. Die Studie wird seit 2003 alle zwei Jahre durchgeführt.

E-Government-Portal der israelischen Regierung

„Israel hat sich im E-Government weiterentwickelt und ist jetzt eines der führenden Länder im westasiatischen Raum. Die Internetseite der Verwaltung ist gut organisiert.“

Israel steht der Studie zufolge außerdem an vierter Stelle bei der aktiven Nutzung der Online-Verwaltungsangebote der Regierung durch die Bürger.

 

(Quelle: Israel Ha-yom, 26.06.12)

Israelische App krempelt das Taxi-Gewerbe um – bald weltweit

Get-Taxi, eine App für Smarthpones, hat in den letzten zwölf Monaten erfolgreich das Tel Aviver Taxigewerbe in Aufruhr versetzt und will jetzt mit frischem Investoren-Geld andere Grossstädte weltweit erobern. In Tel Aviv hat die neue virtuelle Taxizentrale zu Spitzenzeiten am Abend, wenn viele junge Kunden unterwegs sind, bereits bis zu 30% Marktanteil. Die alteingesessenen Taxi-Zentralen wollen nun mit einer eigenen App nachziehen.

Get-Taxi erlaubt den Taxiruf per Knopfdruck. Die App weist dem Fahrgast ein freies Taxi in der Nähe zu und zeigt ihm sodann die Position des Fahrzeugs und sogar die Bewertung früherer Fahrgäste an. Die personalintensive Arbeit der bisherigen Taxizentralen entfällt. Für die Taxis ist der Anschluss an diese neue ‚Zentrale’ denn auch um rund 60 Prozent günstiger als die Gebühren herkömmlicher Zentralen.

2000 Fahrer in 15 Städten weltweit nutzen gemäss Firmenangaben bereits die Get Taxi App, darunter Taxis in Metropolen wie Moskau und London – und jetzt soll der gigantische Taxi-Markt von New York dazukommen. Dabei hat Get-Taxi aber mit harter Konkurrenz zu kämpfen. In mancher Stadt wurden ähnliche Taxi-Apps entwickelt, die sich jetzt auch um den Weltmarkt bemühen. Der Verdrängungskampf

läuft. Denn es ist absehbar, dass sich auch dieser Markt in einer globalisierten, vernetzten Welt auf einige wenige Produkte fokussieren wird.

Weitere Informationen:

Kampf der Taxi-Zentralen in Tel Aviv (englisch), Haaretz.com, 13.06.12

http://www.haaretz.com/business/fare-fight-tel-aviv-s-taxi-dispatchers-wage-war-on-popular-smartphone-app-1.436067

Taxi-App Konkurrenzkampf in New York (englisch), Crainsnewyork.com, 06.06.12

http://www.crainsnewyork.com/article/20120606/TRANSPORTATION/120609918

MyTaxi-App in Zürich, TagesAnzeiger, 16.02.12

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/App-will-Zuercher-Taximarktaufmischen/story/31577964

 

(Quelle: Samuel Suter, „Zwischenzeilen“ – Gesellschaft Israel-Schweiz, 19.6.12 / Photo: Haaretz, Eran Lanun)