Terror oder Politik

Eine bewaffnete Miliz ist keine politische Partei

Von Tzipi Livni*, Ynet 31.7.12
Vor einigen Tagen hat die Europäische Union einmal mehr die Bitte Israels zurückgewiesen, die Hisbollah offiziell auf die Liste der Terrorgruppen zu setzen. Das Ersuchen Israels kam in Folge des Selbstmordattentates im bulgarischen Burgas, bei dem fünf Israelis getötet und mehr als 30 vereletzt wurden. Es war außerdem Ausdruck wachsender Sorge, dass syrische Chemie-Waffen in die Hände libanesischer schiitischer Organisationen gelangen könnten.
Die EU hat dieses Mal die Hisbollah nicht als Terrorgruppe eingestuft, weil sie auch eine politische Partei ist.
Die Hisbollah, die in den USA als Terrororganisation eingestuft ist, kämpft an zwei Fronten gleichzeitig: Sie ist eine Terrororganisation, die von Iran aus gesteuert wird und Terroranschläge durchführt. Gleichzeitig jedoch ist sie eine politische Partei im Libanon. Die europäische Position, dass politische Aktivitäten Organisationen davor schützen, als Terrorgruppen eingestuft zu werden, und dass Politiker keine Terroristen sein können, ist falsch, legitimiert den Terror und kann moderaten Kräften den Todesstoß versetzen.
Das demokratische Europa, das auf seinem eigenen Territorium dem Terrorismus ausgesetzt ist, muss unmissverständlich klarstellen, dass eine Organisation nicht gleichzeitig Terror ausüben und als legitime politische Partei anerkannt werden kann. Im Gegenteil: Europa sollte klarstellen, dass dem Terror abzuschwören eine Vorbedingung für die Teilnahme an demokratischen Wahlen und die Erreichung von Legitimität ist.
In den 1930er Jahren hat Europa (und besonders die europäischen Juden) schmerzlich erkennen müssen, dass es Bedingungen und Beschränkungen für die Teilnahme an Wahlen geben muss und es Kräften, die Gewalt unterstützen, nicht gestattet werden darf, das System dazu zu missbrauchen, ihre Ziele voranzutreiben. Eines der Grundprinzipien der Demokratie ist die Souveränität und das Waffen-Monopol der Regierung. Die Hisbollah dagegen ist eine unabhängige Miliz, die von Iran und Syrien mit Waffen ausgestattet wird.
Kein demokratisches Land würde jemals eine bewaffnete Miliz als politische Partei zulassen. Spanien und Nordirland sind Beispiele für den Ausschluss von Parteien wegen ihrer Nähe zu gewaltbereiten Organisationen. Auch Israel hat bereits eine rassistische Partei von den Wahlen zur Knesset ausgeschlossen. Was für Europa richtig ist, muss auch für die gewaltaufgeladene Region gelten, in der wir leben. Ist das nicht der Fall, wird sich die Gewalt über den gesamten Globus ausbreiten.
Das Ziel dieser extremistischen Organisationen, politischen Einfluss zu gewinnen, bietet eine Gelegenheit, sie dazu zu zwingen, moderater zu werden und dem Terror abzuschwören. Diese Gruppen werden nur dann moderater werden, wenn die internationale Gemeinschaft sie dazu zwingt, zwischen Gewalt und legitimer politischer Macht zu wählen.
Dieses Thema ist nicht nur theoretischer Natur. Während meiner Zeit als Außenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin habe ich versucht, die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, Terrororganisationen vor die Wahl zwischen Politik und Terror zu stellen – bevor sie in die Politik gehen konnten. Die Antwort, die ich darauf erhielt, war: „Schauen Sie auf die Hisbollah. Sie ist sofort moderater geworden, nachdem sie politisch aktiv geworden ist.“ Wenige Wochen später hat sich diese Theorie bereits als falsch heraus gestellt, als die Hisbollah auf israelisches Gebiet vorgedrungen ist, einen Soldaten getötet und weitere entführt hat.
Der Kampf zwischen gewaltbereiten Extremisten und gemäßigten Kräften in der Region ist ein Nullsummenspiel. Wenn eine Seite schwächer wird, wird die andere stärker. Wir werden nicht im Stande sein, irgendwelche Prozesse voranzutreiben oder die Pragmatiker zu fördern, wenn wir nicht klar zwischen beiden Seiten unterscheiden.
Eine Terrororganisation zu legitimieren, nur weil sie in politische Prozesse involviert ist, wird sie nicht gemäßigter machen. Im Gegenteil, sie wird Gewalt dazu einsetzen, den legitimen Parteien ihre extremistische Weltsicht aufzuzwingen. Wer kann einem Koalitionspartner widersprechen, der über seine eigene Armee verfügt?
Die Gemäßigten werden nur dann siegen, wenn wir klar zwischen legitimen Parteien und Terrorgruppen unterscheiden und zwischen Pragmatikern und gewaltbereiten Extremisten. Der Weg zur Legitimität führt nur darüber, dass man dem Terror abschwört.
*Die Autorin ist ehemalige israelische Außenministerin und ehemalige Vorsitzende der Partei Kadima. Die auf der Website veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.
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Sport in Israel

Auf der Collage sind zu sehen: Das Logo des Verbandes Beitar; der olympische Goldmedaillengewinner Gal Friedman; das Logo des Verbandes Ha-Po’el; das Denkmal für die ermordeten Sportler von München 1972 in Tel Aviv; Shmuel Rosenthal (rechts) mit Teamkollege Günter Netzer; Plakat für die Maccabiade 1932; die Tennisspielerin Shahar Peer; die Basketballer Tal Brody und Miki Berkovich mit dem Europacup 1977; das Logo von Maccabi; Jonatan Kopelev nach seinem Sieg bei den Schwimm-EM 2012; das Logo des israelischen Fußballverbandes; die israelische Olympiamannschaft 2012 mit Präsident Shimon Peres

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Der Sommer ist traditionell die Zeit der großen Sportereignisse: Gerade ist die Fußball-EM zu Ende gegangen, da befinden wir uns auch schon mitten in den Olympischen Spielen. Anlass genug, den israelischen Sport einmal genauer unter die Lupe zu nehmen…

 

 

Die Themen:

  • Die großen Sportbewegungen
  • Ewig populär: Fußball und Basketball
  • Weitere Sportarten
  • Die Katastrophe: München 1972

 

 

Die großen Sportbewegungen

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Der israelische Sport ist sehr viel älter als der Staat Israel und eng mit der Geschichte der politischen Bewegungen innerhalb des Zionismus verknüpft. Denn die meisten israelischen Sportvereine, sowohl im Breiten- als auch im Profisport, gehören einem Verband an, der wiederum zumindest vom Ursprung her Unterorganisation einer politischen Bewegung ist.

Die drei größten Sportverbände in Israel sind Ha-Po´el, Maccabi und Beitar.

Ha-Po´el („Der Arbeiter“) ist heute der größte israelische Sportverband. Er wurde als Teil der allgemeinen Arbeitergewerkschaft in Eretz Israel (Histadrut ha-Ovdim ha-klalit be-Eretz Israel) gegründet. Ziel der Vereinigung ist bis heute „die Pflege der Körperkultur und des Sportes unter den Arbeitern“.

Im April 1924 gründete eine Gruppe von Arbeitern in Haifa eine Fußballmannschaft mit dem Namen Ha-Po´el. Zwei Jahre später, im Mai 1926, wurde der landesweite Verband gegründet. Das Logo des Verbands zeigt einen  Sportler in Rot in einem stilisierten Hammer und Sichel. Das Motto der Bewegung lautete: „Sport la-alafim u-le-alufim“ (etwa: Sport für die Massen und Meister).

1927 schloss sich die Bewegung der Internationale an, dem internationalen Verband der Arbeitersportvereine. Sportvereine, die sich als sozialistisch definierten, schlossen sich im folgenden eher Ha-Po´el an als Maccabi, der als „bürgerlich“ galt.

Fan-Tatoo „Ha-Po´el Tel Aviv, Liebe meines Lebens“

In den 1930er Jahren konnte der Verband ein bedeutendes Wachstum verzeichnen, mehrere Dutzend Vereine schlossen sich ihm an, und er vertrat bald über 10.000 Mitglieder.

Neun der elf Ermordeten des Olympia-Massakers von München 1972 waren Mitglieder von Ha-Po´el.

Der bekannteste Verein von Ha-Po‘el ist heute der Fußballverein von Ha-Po´el Tel Aviv. Ha-Po´el hat heute knapp 1.000 Jugendmannschaften und mehr als 300 Erwachsenenmannschaften als Mitglieder.

Maccabi ist der älteste Sportverband in Israel. Gegründet wurde er bereits 1912, hervorgegangen ist er jedoch aus dem schon 1906 gegründeten ersten jüdischen Sportverein in Eretz Israel, „Rishon le-Zion“ Yaffo, der sich die zionistischen Sportverbände in Europa zum Vorbild nahm. Die zionistischen europäischen Sportvereine wiederum waren von der deutschen Turnbewegung und der Idee eines „Muskeljudentums“ von Max Nordau inspiriert.

Die Maccabi-Bewegung ist nach den Makkabäern genannt, die für ein wehrhaftes Judentum standen, das sich nicht von anderen Völkern unterdrücken lässt.

Maccabi war bis zur Gründung von Ha-Po´el die einzige Sportbewegung in Eretz Israel und hat sich so um die Institutionalisierung des Sportes verdient gemacht. So hat sie etwa das Israelische Olympia-Komitee begründet.

Für echte Fans: Deo im Maccabi-Look

Seit 1932 richtet Maccabi außerdem die Maccabiade aus – ein alle vier Jahre stattfindendes Sportereignis, an dem jüdische Sportler aus der ganzen Welt teilnehmen.

Der Sportverband Beitar (die Abkürzung steht für Brit ha-No´ar ha-ivri al shem Joseph Trumpeldor, Hebräischer Jugendbund Joseph Trumpeldor) ist ein Unterverband der Beitar-Bewegung, die vor der Staatsgründung als revisionistische Bewegung gegründet wurde.

Der bekannteste ihr angehörende Club ist der Fußballverein Beitar Jerusalem.

 

 

Ewig populär: Fußball und Basketball

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Der beliebteste Sport in Israel ist traditionell der Fußball. Der Fußballverband des damaligen britischen Mandatsgebiets Palästina, der spätere Israelische Fußballnationalverband, wurde bereits 1928 gegründet und trat ein Jahr später der FIFA bei.

Israel hat immer wieder sehr gute Spieler hervorgebracht, so spielen etwa zurzeit drei Israelis in der Deutschen Bundesliga. Der erste Israeli im deutschen Profifußball war Shmuel Rosenthal, der 1972/73 für Borussia Mönchengladbach spielte.

International sind die Erfolge des israelischen Fußballs jedoch eher bescheiden zu nennen: Zwar gewann die Nationalmannschaft 1964 die Asien-Meisterschaft im eigenen Land, der letzte große Erfolg war jedoch die WM-Qualifikation 1970. Zurzeit liegt Israel in der Nationenwertung auf Platz 82 der Weltrangliste, hinter dem Irak und vor Bolivien. 2008 stand das Land einige Zeit auf Platz 15, dem höchsten Rang, den es in seiner Geschichte erreicht hat.

Bis 1974 war Israel seiner geographischen Lage entsprechend Mitglied in der Asian Football Confederation (AFC), wurde jedoch auf Druck der arabischen Staaten schließlich ausgeschlossen. Die Ostblock-Staaten verhinderten eine Aufnahme Israels in die UEFA, so dass das Land bis 1991 in der Ozeanien-Gruppe spielte.

Seit 1977 hat Israel eine Frauenfußballnationalmannschaft, seit 1999 auch eine Frauenliga.

Internationale Turniere werden in Israel traditionell mit großer Begeisterung und Anteilnahme verfolgt – auch, wenn die eigene Nationalmannschaft nicht dabei ist.

Wesentlich größere Erfolge als im Fußball kann Israel im Basketball verzeichnen. Der größte Erfolg der Nationalmannschaft ist der zweite Platz in der Europa-Meisterschaft 1979. Die Stärke des israelischen Basketballs liegt jedoch auf der Vereinsebene. So gewann der israelische Rekordmeister Maccabi Tel Aviv zwischen 1977 und 2005 fünf Mal den Europa-Cup; das Frauen-Team von Elitzur Ramle gewann 2011 den Eurocup der Frauen.

Nationalmannschaft von 1960

Omri Caspi wurde 2009 der erste israelische Spieler in der US-amerikanischen NBA.

 

 

Weitere Sportarten

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Israel hat bei den Olympischen Spielen bisher insgesamt sieben Medaillen gewonnen – eine Gold-, eine Silber- und fünf Bronzemedaillen.

Gold ging dabei an Gal Friedman im Windsurfen bei der Olympiade in Athen 2004. Er hatte bereits 1996 in Atlanta Bronze für Israel geholt. Silber gewann Yael Arad im Judo in Barcelona 1992. Bei derselben Olympiade gewann ebenfalls im Judo Oren Smadja Bronze, der dritte Olympionike, der eine Medaille in dem Sport erhielt, war Arik Zeevi in Athen 2004. In Sydney gewann 2000 Michael Kolganov die einze Medaille für Israel im Einer-Kajak. Die letzte Bronze-Medaille für Israel hat Shahar Tzuberi in Bejing 2008 geholt.

Einmarsch der israelischen Olympioniken London 2012

Informationen über die israelischen Olympioniken für London 2012 finden Sie hier: http://www.mfa.gov.il/MFA/IsraelExperience/Israel_Olympic_hopes_July_2012.htm

Wir drücken weiter die Daumen!

In den letzten Jahren machen israelische Tennisspieler von sich reden: Shahar Peer, die bisher erfolgreichste israelische Tennisspielerin aller Zeiten, stand im Januar 2011 auf Platz 11 der Weltrangliste. Ebenfalls international sehr erfolgreich sind Dudi Sela, Andy Ram und Yoni Erlich.

Erfolge konnten immer wieder auch israelische Schwimmer verzeichnen, zuletzt gewann Jonatan Kopelev Gold im Rückenschwimmen auf 50m bei den Europameisterschaften im Mai 2012.

 

 

Die Katastrophe: München 1972

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Der israelische Sport wird auf ewig mit einem Ereignis verbunden bleiben – dem Olympia-Massaker von München 1972, bei dem elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft ermordet wurden.

Am frühen Morgen des fünften September 1972 ermordeten bewaffnete Terroristen der palästinensischen Organisation „Schwarzer September“ zwei Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft und nahmen neun weitere als Geiseln. Sie forderten die Freilassung 200 arabischer Terroristen, die in Israel im Gefängnis saßen und freies Geleit für sich selbst und die Geiseln aus Deutschland heraus.

Der tunesische Botschafter und Vertreter der Arabischen Liga versuchten, die deutschen Behörden bei den Verhandlungen mit den Terroristen zu unterstützen. Israel war nicht bereit, auf die Bedingungen der Geiselnehmer einzugehen. Das Angebot zweier Olympia-Funktionäre, sowie des Polizeipräsidenten, des bayerischen und des Bundesinnenministers, sich als Ersatzgeiseln zur Verfügung zu stellen, blieb erfolglos.

Nach mehr als 12 Stunden im Olympischen Dorf stimmten die Terroristen zu, das Dorf zu verlassen und wurden gemeinsam mit den Geiseln in einem Hubschrauber zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gebracht. Der Plan der deutschen Polizeibehörden war es, zum Schein auf den Erpressungsversuch einzugehen und die Geiselnehmer am Flugplatz zu überwältigen. Die Aktion schlug jedoch vollkommen fehl. Am Ende waren alle neun Geiseln (und die beiden bereits zuvor getöteten) tot, außerdem fünf der acht palästinensischen Terroristen und ein bayerischer Polizeiobermeister.

Obwohl die Welt mit Entsetzen auf das Massaker reagierte, wurden die Olympischen Spiele bereits 24 Stunden nach Beendigung der Geiselnahme fortgesetzt. Für die israelischen Olympioniken wurde eine Gedenkfeier abgehalten. Die überlebenden Teammitglieder kehrten unverzüglich nach Hause zurück; fünf Sportler aus anderen Ländern schlossen sich ihnen aus Solidarität an.

Yael Arad, die erste Israelin, die jemals bei Olympischen Spielen eine Medaille gewann, widmete ihre Silbermedaille 1992 bei den Spielen in Barcelona den ermordeten Geiseln von München.

Der stellvertretende Außenminister Danny Ayalon versuchte in einer Kampagne im Vorfeld der diesjährigen Spiele das IOC dazu zu bewegen, angesichts des 40. Jahrestages des Massakers bei der Eröffnungsfeier in London eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Diese Bitte wurde abgelehnt.

Israel als Hauptstadt des Eiskonsums

 

Wie Israel21c berichtet, essen Israelis sogar mehr Eis als Italiener. Mit 10 Litern pro Jahr, liegen sie mehr als 4 Liter über dem Schweizer Durchschnitt. Der Phantasie der Geschmacksrichtung sind dabei keine Grenzen gesetzt und es wird wie wild experimentiert. Beispielsweise ein 10-Gewürze-Eis, das an Chai Latte erinnert, Cheesecake-Eis oder auch Hummuseis aus Kichererbsen mit Olivenöl und Pinienkernen garniert.

Ob es ein typisch israelisches Eis gibt, wird nicht geklärt. Fein, kühl und vielfältig ist es allemal.  Itay Rogozinsky, inhaber der Vaniglia in Tel Aviv, sagt, es sei wichtig ein Eis zu produzieren, dass den lokalen Gegebenheiten und Leuten entspricht. „Ich liebe es mit zahlreichen Zutaten aus aller Welt zu arbeiten, aber trotzdem einen israelischen Stil zu formen und erfinden, weil wir hier sind“.

(Quelle: http://israel21c.org/travel/hummus-ice-cream-anyone/)

Die andere Seite des Gazastreifens

Gaza – wie man es sonst nirgendwo zu sehen bekommt

Diese Bildern aus dem Gazasterifen stehen in starkem Kontrast zu der landläufig bekannten Beschreibung eines „grossen Konzentrationslagers“, wo die IDF verantwortlich seien für die tagtäglichen Schwierigkeiten. Doch dies ist nicht die ganze Geschichte, denn der Gazastreifen wird von Hamas, einer Terrorgruppe, die sich der Zerstörung Israels verschworen hat, regiert. Die Raketen, die ständig auf Südisrael abgefeuert werden, machen es verständlich, dass Importgüter zuerst von Israel überprüft werden müssen.

Aber es gibt noch mehr, dass der Darstellung des „grossen Konzentrationslagers“ widerspricht. In manchen Sektoren, blüht die Wirtschaft. Täglich bringt die IDF tausende Tonnen Güter und Gas nach Gaza, die dann internationalen humanitären Organisationen wie der UNRWA oder dem Roten Kreuz zukommen.

Dies ein paar Bilder, wie man sie in den Nachrichten nie zu sehen bekommt:

Palästinensischer Laden im neuen al-Andulusia Einkaufszentrum in Gaza, August 2011 (Bild: Hatem Moussa, AP)


Ein Hotel in Gaza (Bild: Mohammed Asad)


Die öffentliche Zentralbibliothek in Gaza (Bild: Laura Goldman)

Eine andere verbreitete Ansicht lautet, dass manche Dinge nicht importiert werden können. Dies ist falsch. Alles kann eingeführt werden, sogar Dinge, die sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken dienen können (z.B. gewisse Düngmittel, die auch zum Bau von Raketen gebraucht werden können). Die Policy stimmt mit dem Wassenaar Abkommen überein. Diese „dual-use“ Güter werden einzig einer besonderen Sicherheitskontrolle unterzogen, damit sichergestellt werden kann, dass sie in die richtigen Hände gelangen.

Ein Bericht der Washington Post schrieb 2010 über Gaza: „Lebensmittelläden sind gefüllt mit allem von frischen israelischen Jogurt und Humus bis zu Cocoa Puffs, die von Ägypten eingeschmuggelt werden. Apotheken sehen so gut beliefert aus wie typische Rite Aids in den USA“.

Mehr zum Thema findet sich auf diesen Beispielphotos aus dem Gazastreifen.

(Quelle: IDF Blog, 6.7.12. Originalversion Englisch)

Auszeichnung der UNO für E-Government

Laut einer Studie der Vereinten Nationen gehört Israel zu den 20 führenden Ländern weltweit hinsichtlich des Angebots von Verwaltungsleistungen im Internet. Israel machte dabei im Vergleich zu 2010 zehn Plätze gut und liegt nun auf Rang 16, noch vor Ländern wie Deutschland und Japan. Die Studie wird seit 2003 alle zwei Jahre durchgeführt.

E-Government-Portal der israelischen Regierung

„Israel hat sich im E-Government weiterentwickelt und ist jetzt eines der führenden Länder im westasiatischen Raum. Die Internetseite der Verwaltung ist gut organisiert.“

Israel steht der Studie zufolge außerdem an vierter Stelle bei der aktiven Nutzung der Online-Verwaltungsangebote der Regierung durch die Bürger.

 

(Quelle: Israel Ha-yom, 26.06.12)

Die Tore Jerusalems

Die Tore Jerusalems, von Wayne Stiles, der sich nie erholt hat von seinen Reisen im Heiligen Land. Zu seinem Blog: www.waynestiles.com

Es gibt heute acht Tore in Jerusalem, aber die Bibel verspricht für die Zukunft zwölf.

Die Mauern und Tore Jerusalems wurden durch die Jahrhunderte hindurch ausgebaut und verkleinert ähnlich dem Atmen eines Lebewesens.

Die Mauern der Altstadt von Jerusalem sind so angelegt, dass wir durch diese Tore eintreten müssen – genau wie es die Menschen vor tausenden Jahren taten.

Tore waren mehr als bloss Durchgänge. Sie dienten als Orte für persönliche Geschäfte, zivile Angelegenheiten (vgl. Ruth 4.1). Tore erhielten ihre Namen oft von entfernten Städten, die in jener Richtung lagen, wie beispielsweise Jaffa, Damaskus und Shechem.

Die heutigen Tore Jerusalem datieren mehrheitlich aus der Zeit, als Suleiman der Prächtige die Mauern um 1537 wieder aufbaute. Wenn man im Gegenuhrzeigersinn um die Mauer geht, sind es folgende Tore:

 

Das Jaffator

Da das Jaffator in Richtung Hebron, wo Abraham begraben ist, zeigt, nennen Araber Bab el-Khalil – „Tor eines Freundes“. Dieses Tor bietet einfachen Zugang zum Museum der Zitadelle und zum Spaziergang auf den Stadtmauern (Rampart’s walk). General Allenby betrat Jerusalem 1917 auf eindrückliche Weise durch das Jaffator.

Das Zionstor

Gleich südlich vom Zionstor liegt der moderne „Berg Zion“. Der arabische Name des Tors Bab Nabi Daud – „Tor des Propheten Davids“ – kommt daher, dass Davids Grab vermutlich auf dem Berg Zion liegt. Es ist eine Fehlbezeichnung in jeglicher Hinsicht, das biblische Zion (sowie auch das Grab Davids) liegen östlich dieser modernen Bezeichnung. Das Tor hat eine pockennarbige Fassade, stumme Narben der heftigen Kämpfe für das jüdische Viertel 1948.

Das Dungtor

Der unübliche Name stammt von einem Tor, das in der Zeit Nehemias in der südlichen Mauer der Stadt lag (Neh. 2.13). Der Targum identifiziert das Dung-Dort als das „Scherbentor“ von Jeremia 19.2. In der Antike lag die Müllhalde der Stadt nahe dem Hinnomtal und das Scherbentor diente als Ausgang, durch den die Bürger ihren Abfall hinausbrachten.

Das Goldene Tor

Das seit über 1000 Jahren zugemauerte Tor wird manchmal verwechselt mit dem „Schönen Tor“ des zweiten Tempels (Apg. 3.10). Der muslimischen Tradition zufolge wird ein Eroberer oder der Messias durch dieses Tor eintreten. Die Bibel sagt voraus, dass die Herrlichkeit des Herrn den Tempel durch das „östliche Tor“ betreten wird (Hes. 43.4), aber wer weiss, ob es sich auf dieses bezieht. Ungeachtet dessen; kein zugemauertes Tor wir den Messias abschrecken.
Das Stephanstor

Christen bezeichneten dieses Tor mit dem Namen Stephanus zu Ehren seines Märtyrertums ausserhalb der Stadt (Apg. 7.58-60). Die Byzantiner definierten den Platz seines Todes jedoch ausserhalb eines nördlichen Tors. Ein anderer Name – das „Löwentor“ rührt von den Steinreliefs zweier Löwen (oder Panthern / Jaguaren), die das Tor flankieren.

Das Herodestor

Dieses Tor, das manchmal auch „Blumentor“ genannt, oder Bab ez-Zahar genannt wird, erhielt den Namen von Herodes im 16. oder 17. Jahrhundert, weil Pilger fälschlicherweise annahmen, ein nahegelegenes Haus der Mameluken wäre der Palast von Herodes Antipas gewesen. In dieser Gegend durchbrachen die Kreuzritter die Mauer, um die Stadt 1099 einzunehmen.

Das Damaskustor

Ein schönes Beispiel ottomanischer Architektur macht es zum schönsten der Tore Jerusalems. Ausgrabungen unterhalb des Tors enthüllten ein dreibogiges von Hadrian gebautes Portal, das die nördliche Ausdehnung der Cardo-Strasse aus dem zweiten Jahrhundert darstellt. Ausserhalb des Tors bietet ein arabischer Markt frische Früchte und Gemüse an. Die Juden nennen es das „Shechem-Tor“ und die Araber beziehen sich darauf als „Tor der Säule“.

Das Neue Tor

Die Antiquität der Stadtmauern wird etwas beeinträchtigt durch das „Neue Tor“, das 1887 als Mittel für den bequemsten nordwestlichen Zugang zur Altstadt geöffnet wurde. Ich logierte vor Jahren für eine Woche im christlichen Viertel und war dankbar für den leichten Zugang zu den Strassen der Stadt durch das Neue Tor.

Die Zukunft der Tore Jerusalems

Die acht Tore Jerusalems bestehen seit Jahrhunderten. Aber der Prophet Hesekiel prophezeite den Tag, an dem es insgesamt 12 Tore Jerusalem sein würden – eines für jeden Stamm Israels (Hes. 48.31-34).

Hesekiel erwähnte auch, dass wenn der Messias in Jerusalem regieren wird, werde die Stadt einen zusätzlichen Namen erhalten „Der Herr ist dort“.

(Quelle: Übersetzung mit der freundlichen Genehmigung von Wayne Styles, zuerst erschienen in Jerusalem Post, 18.6.12: http://www.jpost.com/Travel/AroundIsrael/Article.aspx?id=274293&R=R77 )

Wayne Stiles hat sich nie erholt von seinen Reisen im Heiligen Land. Lesen Sie seinen Blog: www.waynestiles.com)

(Photos: Courtesy of www.BiblePlaces.com, ausser Bild: Dungtor und Graphik unten by Wikimedia Commons)

Mughrabi-Aufstieg zum Tempelberg / al-Haram al-Sharif

Das Welterbe-Komitee der UNESCO wird in nächster Zeit über verschiedene Stätten diskutieren, darunter auch die Mughrabi-Brücke in der Jerusalemer Altstadt. Dieser 2004 gebaute Aufgang ist der einzige Eingang für Nichtmuslime zum Tempelberg/ al-Haram al-Sharif, nachdem der ursprüngliche Weg damals eingestürzt war.

Die Brücke wurde konstruiert, um die archäologische Stätte und das kulturelle Erbe Jerusalems zu schützen.

Sämtliche Ausgrabungen wurden ausserhalb des Tempelbergs durchgeführt. Die Absichten sind Bergung, Ausgrabung und Erhaltung der Antiquitäten.

Es gibt nun Bestrebungen, die Angelegenheit zu politisieren, doch befindet sich der ganze Aufgang eindeutig ausserhalb des Tempelberges auf dem Platz der Klagemauer.

Zur Information und auch zur Weiterverteilung lassen wir Ihnen untenstehenden Link zu einem Videoclip dazu zukommen.

 

Mehr Informationen bei der Israeli Antiquities Authority:

http://www.antiquities.org.il/article_Item_eng.asp?module_id=&sec_id=17&subj_id=467&id=1186

(Quelle: Israelisches Aussenministerium, 26.6.12)